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Sechster Band. K bis L.
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Kanonikus

Kanonisation

gegossenen Kanonen. Zu Anfange des 15. Jahrh, waren fast alle Länder Europas ,Rußland ausgenommen, wo man erst 1415 Kanonen gießen lernte, damit verse-hen. Die ledernen Kanonen, welche die Lrchweden im dreißigjährigen Kriege, zwi-schen 16-0 und 1632 erfanden und gebrauchten, waren inwendig mit einer hölzer-nen oder auch kupfernen Röhre gefüttert, und von Außen mit eisernen Ringen be-festigt. Die Kunst, mit glühenden Kugeln aus Kanonen zu schießen, erfand derkurbrandenburgische Generalmajor Weiler. Zu Anfange des l6. Jahrh, erfand derSchweizer Mariz die Kunst, Kanonen aus dem Ganzen zu gießen und so auszu-bohren, daß derKernals ein ganzes Lnück herausgenommen wird. Die Geschwind-stücke, welche man von hinken lud, und kann die Ladung mit einem Keile verschloß,wurden durch Daniel Spekle (ss 1588) und Uffanus eingeführt. Karl Millon er-fand eine Art a-aisch-pneumaiifcher Kanonen, 2 Fuß lang, 3 Zoll Durchmesser imdicksten Theile, 12 Linien Caliber, die mit entzündbarer Lust geladen, mir einerKleistisch-n levdner) Flasche oder einem Stückchen Katzenfell abgeschossen wird,und in einer Minute 12 Schüsse thut. Sie steht auf einem Gestelle von Glasund kann nach allen Gegenden gerichtet werden. 1140 verfertigte man zu St.-Petersburg Kanonen von Eis und schoß Kugeln von mehren Pfunden daraus,ohiie daß sie dadurch beschädigt wurden. Ein Ungenannter hat in demMars",einer allg. Zeit. für Militairpersonen (Berl. 1805, Bd. 2, Heft 1, S. 81 86),schwimmende Kanonen in Vorschlag gebracht. Alles dies gehört unter die militai-rischen Spielereien. S. auch Perkins'S Dampfgeschüh. Kaiionenboot,s. Ehaloupe. Kanonenkelier, s Cafematken. Kanonenfchlag istein viereckiges, pappeneS, mit geleimtem Bindfaden stark umwundenes Käst-chen, das bei Lustfeuei werken und bei andern Gelegenheiten den Knall einesKanonenschusses nachahmen soll. Kanonenubr ist euie von einem gewissenRousseau erfundene und in den Gärten des Palais Ropal und des Palais Laxem-bourg in Paris angebrachte Vorrichtung. Ein Brennglas ist »ber dem Zündlocheiner Kanone so angebracht, daß die Sonnenstrahlen im Augenblicke der Culmnia-tio» durch das Glas auf das Zündkraut fallen und die Kanone abfeuern. DasBrennglas wird zu diesem Zwecke monatlich gestellt.

K a » onikus, s. Stift.

Kan onik, der eigentlicheKiinsiname der matbematischen Klanglehre, oderderjenigen Wissenschaft, in welcher die Töne als Großen betrachtet und mit einan-der verglichen werden, oder die Eintheilungslehre der Klänge nach ihrem äußernMaße und Verhältnisse. Den ersten Grund zu dieser Wissenschaft legte Pykha-goras. (S. Musik, Geschichte der.)

Kanonische Bücher, s. Apokrvphische Bücher und Kanon.

Kanonisation hat zuerst Alexander UI. die Heiligsprechung genannt,da er sie 1110 für ein ausschließliches Vorrecht des päpstlichen Stuhles erklärte.Diese Handlung ist eine der feierlichsten in der römischen Kirche. Der Papst laßteine förmliche Untersuchung über di^ Würdigkeit des zur Kanonisation empfohlenenVerstorbenen anstellen, wobei sein Lebenswandel und die Echtheit der ihm zuge-schriebenen Wunder geprüft, und, um auch dem Erbfeind alles Guten nichts zuvergeben, ein sogenannter Teufelsadvoeat zugelassen wird, der die Frömmigkeit desgefeierten Todren aus alle Weise verdächtig machen darf, aber seinen Proceß na-türlich allemal verliert. Hierauf spricht der Papst den würdig Befundenen vor-her zunächst selig (f. Beatifioarion); die eigentliche Heiligsprechung erfolgtaber, um neue Beweise der Würdigkeit des Heiligen, z. B. Wunder durch feineReliquien zu sammeln, gewöhnlich erst viele Jahre später, und dann wird em Tag,meistens der Todestag des neuen Heiligen, zu seiner Verehrung angesetzt, seinName in den Kanon oder die Litanei der Heiligen in der Messe (daher Kanonifa-tion) aufgenommen, Kirchen und Altäre werden ihm geweiht, und die Reste seines