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in Flandern eine Zuflucht suchte. Karl gab ihm Geld und Schiffe, um nach Eng-land zurückzugehen. Am Ende d. I. ergriff er abermals die Waffen gegen den Kö-nig von Frankreich . Gezwungen, um einen Waffenstillstand zu bitten, erneuerteer dennoch mit einer Verwegenheit, welche ihm in den franz. Jahrbüchern den Bei-namen 1e I'e-nici.'.ii k-erwarb, den Krieg, beschuldigte den König öffentlich der Zau-berei und Vergiftung, und ging mit 24,000 M. über die Somme. Er nahm dieStadt Nesle mit Sturm, steckte sie in Brand und sagte mit barbarischer Ruhe:„Solche Früchte tragt der Kriegsbaum !" Ein Feind der Ruhe, unempfindlich gegenVergnügen, nur Zerstörung und Blutvergießen liebend, die Völker zertretend, umdie Großen zu bereichern, und trotz seines Stolzes Meister in der Kunst, sich Ver-bündete zu schaffen, faßte Karl, der Ludwig XI. so an Würde und Rang wie anMacht gleich sein wollte, den Plan, seine Herrschaft am Rheine zu erweitern undseine Staaten zu einem Königreiche, u. d. 9?. des Gallisch-Belgischen, zu erheben.Er besuchte den Kaiser Friedrich 111. zu Trier , um den Titel eines Königs undGe-neralvicars des Reichs zu erhalten, den ihm dieser versprochen hatte, unter der Be-dingung, daß er seine Tochter Maria dem Erzherzog zur Gemahlin geben sollte;allem da sich keiner von Beiden zuerst verbindlich machen wollte, trennten sie sich inUnzufi iedenbeit. Unterdessen verwickelte Ludwig den Herzog in neue Verlegenheit,indem er Ostreich und die Schweizer gegen ihn aufregte. Nun faßte Karl den Ent-schluß, ihn zu entthronen, und verband sich deßhalb mit dem Könige von England;allein genöthigt, dem Bischof von Köln , seinen, Anverwandten, zu Hülfe zu eilen,verloren 10 Monate vorNeuß, welches er vergeblich belagerte, und eilte dann nachLothringen, um sich an dem Herzoge Rene zu rächen, der, von Frankreich aufge-reizt, ihm den Krieg erklärt hatte. Nachdem er die Eroberung Lothringens durchdie Einnahme von Nancy 1415 vollendet hakte, wandte er seine Waffen gegen dieSchweizer , und trotz derVorstellungeu dieser friedlichen Bergbewohner, welche ihmsagten, daß Alles, was er bei ihnen finden könnte, nicht so viel werth sei als dieSporen seiner Ritter, eroberte er die Stadt Granson und ließ 800 Mann, diesie beschützten, niederhauen; allein diese Grausamkeit wurde bald durch einen glän-zenden Sieg gerächt, den die Schweizer bei derselben Stadt über ihn erfochten (3.März 14 76). Der Verlust dieser Sckstachk stürzte ihn in eine düstere Schwcrmuth,welche seine Gesundheit zerrüttete. Mit einem neue» Heere kehrte er in die Schweiz zurück, und verlor durch dieselben Fehler den 22. Juni die Schlacht bei Murten .Der Herzog von Lothringen, der in dem Heere der Schweizer gefochten hatte, führtedie Sieger vor Nancv. Sofort zog Karl nach Lothringen, uni dem Herzoge Reim die am 6. Oct. genommene Stadt Nancy wieder zu entreißen. Er trug dem Gra-sen von Eampobasso den ersten Angriff auf, und als er erfuhr, daß dieser OfN-cier ihn verrathe, betrachtete er diese Nachricht als eine Schlinge. Cainpobassoließ die Belagerung in die Länge ziehen und gab dadurch dem Rene Zeit, mit20,000 Mann heranzurücken. Bei Annäherung dieses Heeres ging er mit sei-nen Truppen zum Feinde über, sodaß Karls Heer nur noch aus 4000 Mann be-stand. Gegen den Ausspruch seines Rathes wagte Karl dennoch den Kampf. Den5. oder 6. Jan. 1477 (Ioh. v. Müller ist über den Tag in Zweifel) trafen beideHeere aufeinander; die Flügel des burgundilchen wurden durchbrochen und zer-streut, und das Mittel, von dem Herzog in Person befehligt, von vorn und aufden Flanken angegriffen. Karl setzte seinen Helm auf, und da er den vergoldetenLöwen, der ihm zur Zierde diente, vor sich zur Erde fallen sah, rief er: „klecalmiguum siomnm Dt-i!" Geschlagen und von den Fliehenden fortgerissen, fieler mit dem Pferde in einen Graben, wo er durch einen Lanzenstich getödtet wurde.Er starb im 44. I. seines Alters. Sein Lezchnam, mit Blut und Koch be-deckt, der Kopf im Eise steckend, wurde erst 2 Tage nach der Schlacht gefunden,und so entstellt, daß man ihn nur an der Länge seines Bartes und seiner Nägel,