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Karl August (Kronpr. v. Schweden )
getrennt und im Genusse zu sehr von der ernsten Fürstenpfücht abgewendet, verlorKarl Theodor , dieser sonst so verständige und liebenswürdige Fürst, die Liebe derBaiern . Jenes kräftige Aufblühen der wissenschaftlichen Cultur, die unter Maps»iilian im Vereine ausgezeichneter Talente und Patrioten sich im Volke so herrlichverbreitete, erregte bei Hofe Mißtrauen. In die damalige Epoche fällt die Reisedes Papstes PiuS V I. durch Baiern und der Entwurf einer Vertauschung Baiernsmit Burgund , wodurch Ostreich Baiern zu erringen wähnte. Auch ward um dieseAeit die Verbannung der Illuminaten beschlossen. Selbst die Akademie der Wis-senschaften, ein freiwilliger Verein von Gelehrten, von welchem damals, gegen einekleine Unterstützung des Hofes, viele vortreffliche Werke ausgingen, wurde vonSpähern beobachtet. Indessen kamen dennoch manche Verschönerungen und nütz-liche Institute zu Stande. Straßen über Berge und an Flüssen wurden bei dengrößten Hindernissen hergestellt. Das große Donaumoos wurde culkivirt, und andreöde Strecken wurden bebaut. Seidenwürmer wurden gezogen und Maulbeerbäumeangepflanzt. Die Bienenzucht gewann, und Arbeitshäuser beschäftigten viele tau-send Menschen. Besonders wurden die Kunstsammlungen und die Schulen derKünste mir fürstlicher Großmuth bedacht. Allein die vielen Verletzungen der Na-tionalgebräiiche und Institutionen, besonders in der Hauptstadt, erzeugten in demVolke eine Stimmung, die den Fürsten bewog, nach Manheim zu reisen, vonwo er jedoch bald unter einem fast ausschweifenden Tumult der Freude der Bewoh-ner der Residenz nach München zurückkehrte. Die franz. Revolution zwang denKurfürsten, Antheil am Reichskriege zu nehinen. Die damalige öffentliche Mei-nung über diese Weltangelegcnheit weckte auch in Karl Theodor Mißtrauen.Seine Umgebung, Frank und Lippert, bemusterten sich dieser Stimmung undsuchten auf den Geist der Bildung despotisch zu wirken. 1194 starb seine Gc-mablin Elisabeth, und le> 11jährige Kurfürst vermählte sich 6 Monate danachmit Maria Leopoldine von Ostreich. 1196 drangen die Franzosen in Baiern vor,und die fürstliche Familie eilte nach Sachsen , von wo sie nach den Siegen des Erz-herzogs Karl zurückkehrte. Am 16. Febr. 1199 rührte den Fürsten , als er miteinigen Ministern l'Hombre spielte, der Schlag, worauf er noch an demselben Tagestarb. Ihm weinten Wenige nach, wie Zschokke i» seiner „Bairischen Geschichte"mit Wahrheit bel ichtet. Karl Theodors Witwe hat ihren Sitz zu Steltbert beiNeuburg .
Karl A u g u st, Adoptivsohn Karls XUl. und Kronprinz von Schweden ,hieß vor seiner Adoption Christian August und war ein Bruder des Herzogs Fried-rich Christian von L:chleSwig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, aus einer Sei-tenlinie des königl. dänischen Hauses. Er war geb. den 9. Juli 1168, und hartesich durch Talent und Tapferkeit in einigen Feldzügcn in Deutschland , besondersaber durch die Vertheidigung der norwegischen Grenze gegen eine überlegene Machtausgezeichnet. Bei dieser Gelegenheit lernten Graf Mörner und andre Officiereder schwedischen Arniee den Prinzen persönlich kennen, der durch seltene Vorzügedes Geistes und Herzens sich die allgemeine Achtung erworben hatte. Als daherder kinderlose Karl XIII . im Juli 1809 dem Reichstage die Wahl des PrinzenChristian August zum schwedischen Thronfolger vorschlug, wurde er am 18. dess.Monats einmüthig zum Kronerben erwählt. Graf Mörner überbrachte diese Bot-schaft dem Prinzen, der den ehrenvollen Antrag der cdcln schwedischen Nation, so-bald der Friede hergestellt sei, anzunehmen sich bereit erklärte. Schon warWaffen-ruhe eingetreten, doch kam der Friede zwischen Schweden und Dänemark erst den10. Dec. 1809 zu Ionköping zu Stande, nachdem die Wahlacte des PrinzenChristian August bereits am 28. Aug. zu Stockholm vollzogen worden war. Hier-auf ward auch der Friede zwischen Schweden und Frankreich den 6. Jan. 1810 zuParis unterzeichnet, und am 22. hielt der Kronprinz, nachdem er die von den