Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
91
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Katafalk Katakomben 91

die Stell« und den Zusammenhang, in welchem man sie gebraucht, hauptsäch-lich zu sehen isi. 1-

Katafalk, s. Casirum Dolsris.

Katakomben, Grabgewölbe, z.B. der ägyptischen Mumien; auch un-terirdische Gänge, von denen ungewiß isi, ob sie jemals zu Grabstätten dienten, z.B.die Sreingruben bei Paris, Rom, Neapel, Syrakus . Die ägyptischen Katakombenbei Theben besiehe» aus 12, ehemals 38, zum Theil Viertelstunden lange» Fels-grotten mit vielen Kammern, deren Wände mit Inschriften bedeckt sind. Belzoni entdeckte die des Osynianlias, welche 1>. Ricci aus Florenz mir allen Inschriftenabgezeichnet hak. In den römischen findet man hier und da Särge, und nimmt an,daß die gefundenen Gebeine Christen angehörten. Auch ficht man an den WändenInschriften. Dienten sie den Christen nicht zu Grabstätten, so dienten sie ihnendoch gewiß z» geheimen Andachtsübungen. (Dgl. Arkaud's „Vnv-ixe ca-

I.xm>>> >>»,-. <>,- lz>>>n»-", Paris 1810.) Die im Tufsteingebirge von Capo diMontebei Neapel befindlichen Katakomben bestehen aus unterirdischen Gängen, Sälen,Gemächern, Basiliken und Rötenden, die sich 2Migl>en weit erstrecken. Überallerblickt man Sarghöblen (!,i<mi>) und Knochen. Celano hat sie 16-18 beschrieben.Sie entstanden wahrscheinlich aus den Steingruben, die den Tuf zum Gemäuerder Städte Paläopolis und Neapolis hergaben, und dienten nachher zu Begräbniß-grüften für die christliche Gemeinde. Die pariser Katakomben find weitläu-fige unterirdische Gänge, zu denen man aus den Gebäuden an der Westseite der1',.n i i,ne ,1','nldr hinabsteigt. Schon der Name, den man diesem Labyrinthe vonHöhlen und Gängen, nach der Ähnlichkeit mit den Frei - und Friedensstärken derbedrängten Christen unter Neapel und Rom gegeben hat, belehrt über die Bestim-mung, die es seit 1786 erhielt. Ursprünglich waren diese Gänge die Steinbrüche,aus welchen die Werkstücke zum Aufbau der Gebäude der Hauptstadt zu Tage ge-fördert wurden. Die Last der darüber stehenden Häuser machte ihre Stützung noth-wendig, und als die Todtenstätten der aufgehobenen Kirchen von Paris und dieGoktesäcker 1786 geräumt wurden, beschloß die Regierung, die dort gefundenenGebeine in diese Gänge, die dazu geweiht wurden, niederzulegen. Zehn Generatio-nen wurden in ihren Resten hier vereinigt, und 8 Mal so groß als die Menschen-menge , die sich über diese Stelle wegbewegt, ist diese unterirdische Bevölkerung.Mit Wachsstöcken in den Händen steigt man 90 Fuß tief in eine Welt hinab, überwelche die pariser Polizei ebenso sorgfältig wacht als über die rauschende und ver-schlungene oben darüber. Man tritt in den Gang, wo noch Zwe, neben einandergehen können. Ein schwarzer Strich an den Felsstücken, welche die Decke bilden,bezeichnet den Weg, der bei der Menge sich kreuzender Nebengänge ohne diese Hülfeoder ohne Führer schwer zurückzufinden sein möchte. Denn die Ebene von Mont-rouge unk die große Vorstadt St.-IacgueS, sowie St.-Germain, nach Manchenselbst das Flußbett der Seine, sind so unterwühlt. Der Plan des Hafens vonMahon , den ein geschickter Soldat aus der Erinnerung hier in den Feierstunden derArbeit aus dem Stoffe der Steinbrüche getreu nachgebildet hat, gehört zu denSehenswürdigkeiten dieses Theils jener Unterwelt. Endlich tritt man ru der Halle,wo die Inschrift, die einst über dem Eingänge zum Kirchhofe St.-Sulvice stand:„IIu, uitiu xx-tu? rrgnir-uiiiit bcataiu rx»pcptu»Io.>>", auf das Reich deSTodes vorbereitet. Schmale Wege zwischen Wänden von Todte,iknochen, Kam-mern, in denen Mausoleen, Altäre, Candelabers von Menschengebeinen aufgerich-tet, die mit Schädeln und Schenkelknochen festonnirt, nur hier und da durch nichtallzuglücklich gewählte Inschriften aus ältern und neuern Schriftstellern unterbro-chen, erregen den düstern Eindruck, der beim Anblick der Zerstörung der menschlichenGestalt selbst den Leichtsinnigsten ergreift. Müde dieser gräßlichen Verzierungennaht man sich einer einfachen Capelle, ohne alle Menschengebeine, mit einem Altar