Band 
Sechster Band. K bis L.
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Kotzebue (Otto von) Krähn

ZeitschriftDie Biene"), zu bekämpfen. Da unter solchen Umständen seinepolitischen Äußerungen die Aufmerksamkeit in einem höher» «Krade erregt hatten,so schien er bei der Wendung der polit. Angelegenheiten Europas 1813 ganz derMann, um die den Franzosen so ungünstige Stimmung der Volker zu unterhalten.Zum SkaatSraih erhoben, folgte er dem russ. Hauptquartiere und gab in Berlin ein russisch -deutsches DolkSblait heraus. 1814 ging er als russ. Generalkonsul inden preuß. Staaten nach Königsberg , wo er, nebst mehren polit. Flugschriften, grö-ßcrn und kleinern Lustspielen, auch eine sehr einseitigeGeschichte des deutschenReichs" (Leipz. 1814, 1. Bd.) geschrieben hat. 1816 wurde er als Staatsrathbei dem Departement der auswärt. Angelegenheiten in Petersburg angestellt underhielt 18N mit einem Iahrgehalte von 15,000 Rubeln den Auftrag, sich nachDeutschland zu begeben, um über den Zustand der Literatur und der öffentlichenMeinung Berichte an den Kaiser unmittelbar einzusenden. Er that dies in Wei-mar, später in Manheim , und schrieb zugleich einLiterarisches Wochenblatt", inwelchem er sich zum Richter über alle Schriften aus allen Fächern, die ihm ncn-nenswerkh schienen, auswarf, zugleich aber über Politik und Zeitgeist höchst ein-seitig absprach. Ihm warenDeutschland und die neue Zeit fremd geworden. SeinSpott über liberale Ideen und über dasVerlangen derVölker nach ständische» Ver-fassungen, Preßfreiheik u. s. w. fand bei einer gewissen Classe von Lesern Beifall,erregte aber auch gegen ihn den Unwillen Vieler, und man glaubte in dem durch denVolksfreund" von Ludwig Wieland bekannt gewordenen französischen Bulletin,welches K. an den Kaiser Alexander über die politische Literatur der Deutschen eingesandt, eine leichtsinnige und in diesem Falle strafbare Flüchtigkeit zu bemerken,mit welcher er Stellen aus Schriften auLgehoben und französisch übersetzt hatte,ohne den Sinn der Verfasser, deren politische Ansichten er verketzerte, zu treffen. K. kannte damals kein Heil für die Völker als in der Benutzung der Gnadeder Fürsten, und der Zustand Europas vor der franz. Revolution war ihm der Ty-pus des höchsten Völkerglücks. Dadurch reizte er einen schwärmerischen Jüngling,Sand (s. d.), bis zum Fanatismus; er siel unter den Dolchstichen desselben inManheim den 23. März 1819. K. war drei Mal verheirakhet und hinterliesi eine82jährige Mutter (die zu Weimar 1828 in einem Alter von 91 Jahren 1 Mon.gest. ist) und 13 Kinder. Sein größtes Verdienst besteht in seinen witzigenLustspielen und bürgerlichen Dramen. Die Zabl s. Schauspiele beläust sicyauf 98. Nach seinem Tode erschien noch der 23. Bd. derselben. Dazu kom-men aber noch dieKleinstädter" in dem 18. Iahrg. s.Almanachs". Vieleseiner drücke sind aber schon durch die augenblickliche Beziebung, welche siehatten, veraltet und von der Bühne verschwunden. S.Das Leben Augustvon Kotzebue'S, nach s. Schriften und authent. Mittheil." lLeipz. 1819).

Kotzebue (Ottov.), des Vorigen Sohn. Capüain der- russ. Marine, tratim Aug. 1814 auf Kosten des Grafen Rumjänzoff mit dem Schiffe Rurik eine Reiseum die Welt an, kam 1818 zurück, und sein Bericht über dieselbe erschien 1821 inWeimar . Schon früher hatte er als Seecadet unter Krusenstern eine Reise um dieWelt gemacht. 1821 unternahm er eine dritte Reise um die Welt als Befehlshabereines kais. Kriegsschiffs, entdeckte in der Südsee 2 Inseln, erreichte im Juni 1824Kamtschatka und kehrte im Juli 1826 nach Kronstadt zurück. Sein Begleiter, II.Eschholz, gab in London e. Beschreibung d. Reise (2Bde. ni.Kpf.), er selbst aber dieBeschreib, dieser 2. Expedition (St.-Petersb. 1829, in 2 Ddn.) heraus.

K r a h n, K r a n, K r a h n i g, G r a n, ein Hebezeug, Lasten in dieHöhe z» ziehen, welche nicht unmittelbar unter die Welle gebracht werden können. Esbesteht aus einem aufwärts gerichteten Balken, über welchen ein andrer Balken(Krahnbalken) dergestalt gelegt ist, daß die ganze Maschine nach allen Seiten ge-wendet werden kann. Oben ist eine Rolle angebracht, über welche das Zugseil