Band 
Sechster Band. K bis L.
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LucloS

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Lacrctelle (Pierre Louis)

die Lösung in den heißen Dumpfen des Weingeistes oder Alkohols am vollkommen-sten gelingt, aber man muß sich dazu eines luftdicht verschließbaren Gefäßes vonstarkem Kupferblech bedienen, worin man den Kopal, mittelst einer schicklichenVorrichtung, über den Weingeist aufhängt und dann das Gefäß über Kohlenfeuererhitzt. Gläser springen dabei leicht. — Die ätherischen Ölfirnisse nennt man auchTerpcnthinsirniss', weil Terpenthinöl oder Terpentingeist das gewöhnliche Lösungs-mittel für die dazu gewählten Harze ist. Sandarak z. D. und Mastir, im Terpen-thinöl gelöst, gibt den gewöhnlichsten Tcrpenthinfirniß, dessen man sich zum Lackirender Spielsachen, z. B. der Puppenköpfe, Thierfiguren u. dgl. bedient. — Übrigensist die einer Lackirung zu gebende Farbe ein willkürlich zu wählendes Verschöne-rungsmittel, das, unter Umständen, auch entbehrlich ist. Denn aufGeräthe z. B.,die aus Holzarten von Werth verfertigt sind, trägt man den klaren, durchsichtigenLack ohne Farbe auf. Will man aber eine farbige Lackirung, so kann man sich jederFarbe dazu bedienen, die sonst auch zum Anstreichen gebraucht und zum Auftragmit Leim - oder Gummiwasser angerieben wird. Die Farbe wird entweder mit demLacke vermischt oder zuvor ohne Lack aufgetragen, welcher Auftrag dann, nach demTrocknen und Abschleifen desselben, lackirt wird. — Jede gute Lackirung erfodertmehre Aufträge, wovon jedem besonders die gehörige Zeit zum Abtrocknen gelassenwerden muß, und cS erfodert das kunügemäße Auftragen des Lacks viel Übung, umdie nöthige Ebenheit und Gleichförmigkeit dabei zu beobachten.— Sehr belehrendist die „Vollständ. Anleit. zur Lackirkunst, oder genaue Beschreib, der besten Fir-nisse und Lackfirnisse, allerhand Beizen auf Holz, Elfenbein, Knochen rc., Berei-tung verschiedener Farben zum Malen rc.", von Ehr. Fr. G. Thon (3. umgearb.Ausg., Ilmenau 1825).

Laclos (Ehauderlos de), Verf. des berüchtigten Romans „Tos li.Won,ck-inxereuses" (dieser furchtbare Sittenspiegel jener Zeit erschien zuerst 1782), geb.zu AmienSl741, war vor der Revolution franz. Artillerieofsicier und Secretair desHerzogs von DrleanS. L. galt in seiner Jugend für einen der geistreichsten und lie-benswürdigsten Männer; und es ist wol nur feindselige Verleumdung, daß er sichin seinem Roman in dem Vicomte v. Valmont selbst geschildert habe. Andre rüh-men, wenigstens in einer spätern Lebenszeit, die Einfachheit, Redlichkeit und Gur-müthigkeit s. Charakters. Er gehörte zu den Häuptern der sogen. Orleans 'schenPartei, wobei er von der Ansicht ausging, daß Dvnastien, gegen welche Revolutio-nen gerichtet gewesen, sich nicht dazu eignen, die Grundsätze derselben in der Nationzu consolidiren. In den Proceß über die Tage vom 5. und 6. Oct. verwickelt, folgteer dem Herzoge von -OrleanS nach London . Nach der Rückkehr desKönigS von Va-rennes suchte L. im Iakobinerclubb die Gründung der Republik zu bewirken, in-dem er annahm, daß sie vorübergehend zur Erhebung des Hauses Orleans auf denfranz. Thron führen werde. Beim Ausbruche des Kriegs wurde L. dem alten Luck-ner als Beistand zugegeben. Nach dem Sturze des Hauses OrleanS verschwandauch L. von der Bühne. Man konnte sich nicht erklären, wie RobeSpierre ihnals den erklärtesten Anhänger dieses geächtete» Hauses verschonen könne, und so er-fand man die Fabel, daß L. diesem Volkstribun seine Reden entwerfe. Endlich warder verhaftet; er arbeitete im Gefängnisse treffliche Plane für dasGeschühwesen aus,erhielt aber erst nach dem g.Thermidor seine Freiheit. Alan ernannte ihn zumGe-neralsecretair des HppothekenwesenS; der erste Consul stellte ihn wieder als Brigade-general bei der Artillerie an; L. diente in Deutschland und in Italien . Hier starb erin Tarent den 5. Oct. 1803.

L a c r e t e l l e. Zwei Brüder, als Schriftsteller rühmlich bekannt, aber inGrundsätzen einander entgegen. 1) Pierre Louis L., der Ältere (gewöbnlich1.. -um! genannt), geb. 1751 zu Metz , wo sein Vater Advocat war, starb den5. Sept. 1824 zuParis. Durch des Generaladvocaten Servan Meisterwerke zum