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Lanjuinais
Tage. wo er diese Nachricht in Göttingen erhielt (18. Aug. 1803), in der Absicht,das Äußerste bei Krusenstern selbst zu versuchen, nach Kopenhagen ab, wo diebeiden zur Reise bestimmten «chiffe sich, wie er erfahren hatte, 8 Tage lang auf-hallen würden, war so glücklich, mit Krusenstern hier zusammenzutreffen und vondem nach Japan bestimmten Gesandten Resanoff, der hierüber zu entscheiden hakte,die Erlaubniß zur Mitreise zu erhallen. L. verließ 1805 in Kamtschatka die Gesell-schaft und endigte seine Reise, von den Aleuten und Amerika aus, zu Lande durchSibirien . Die Beschreibung derselben ist in 2 Bdn., 4., 1812 erschienen. In derFolge machte er sich durch EolonisationSplane in Brasilien bekannt, Seine Coloniekam jedoch nicht zu Stande, die kaikeil. Regierung in Rio übernahm die Ansiede-lung der von L. 1822 dahin geführten Ausgewanderten. H. v. L. kehrte dann nachPetersburg zurück, bereiste 1823 das Ilraloebege, ging wieder nach Brasilien undmachte von 1825 bis 1829 eine nakurhistorische Reise in die bisher noch unbekann-ten Provinzen des Innern von Südamerika , wo ihn der Botaniker Riedel, derAstronom Ruszoff, der Landschastmaler RugendaS und ein sranz. NaturforscherMonetr-ez begleiteten.
Lanjuinais (Jean Deni«, Graf v.), Pair von Frankreich, Mitgl. d. k.Akad. der Inschriften und schonen Wissenschaften, 38 I. hindurch ei» standhafterVerfechter fre-sinniger Institutionen, geb. den 12. März 1153 zu Rennes vonbürgerlichen Ältern, wurde 1111 daselbst Advocat, 1112 l>. der Rechte, 1115Pros. des kanon. Rechts, 1119 Rath der bretagnischen Stände, 1189 Mttgl. des3. gesundes in der constituir. Versammlung, später des Convents. Er war derErste, welcher in dem den Reichsständen 1189 übergebenen Berichte von der Lageder Dinge in seiner Provinz (Bretagne ) ein treues Bild der Bedrückungen vonSeilen des Adels entwarf und folgende Punkte als allgemeine Volkswünsche aus-sprach: Die Abschaffung aller Feudalrechke, die Abschaffung des Adels und dieEinführung einer repräsentativen, constitutionnelle» Monarchie, indem er zugleichim Namen seiner Committenttn, der Senechauss- von Rennes , sich erbot, die densel-ben von Alters her zuständige Befreiung von manchen Abgaben und andre Gerecht-same, als dem allgemeinen Wohl zuwiderlaufende Privilegien, aufzugeben. MitMuth und Kraft widersetzte er sich in der Folge den Anmaßungen der Privilegirtenund den Umtrieben Mirabeau'S ; ebenso fest aber auch später den wilden Ausschwei-fungen der Bergpartei. Sein Streben ging nach conflitutionneller Freiheit, und ersprach, als die Republik erklärt und Ludwig X VI. angeklagt worden war, ebensowarm für die Rechte dieses Fürsten , wie früher und später für die Rechte des Volks.Verfolgt von den Maratisten, selbst in den Sitzungen des TonventS von den Blut-menschen bedroht *), ffoh er endlich nach Rennes , wo er, proscribirt von den Jako-binern, 18 Monate verborgen lebte. Er dankte hier seine Erhaltung der auf-opfernden Liebe seiner Gattin und der Treue eines Dienstmädchens, Julie Poirier,deren dabei bewiesenen Heldenmuth später Legouve in dem Gedichte: „älistiie stesteminez", gefeiert hat. Nach dem Sturze der Schreckensmenschen nahm L. seinenPlatz im Eonvent von N-uem ein. Bald darauf wurde er Präsident d,S EonventS,Mir derselben Festigkeit blieb er seinen Grundsätzen treu, als Bonapai le seine He, r-
*) LlS in der Nacht vom t. znin r. Juni I79Z eine Korde Pikenmänner den Eon-vent bestürmte und mir Kanonen umlagerte, behauptete L. allein mit Geistesgröße seinesenatoriscbe Würde. Mir Festigkeit erklärte er, der Eonvcur sei jetzt nickt frei. Wah-rend er mit Nachdruck sprach, dielt idm einer von den Rebellen eine Pistole vor die6 kirn. L. blieb standdafr auf der Rediierbnlme. Der Mensch nahm die Pistole weg,L. fuhr nnerschüttert fort nnd rief das Volk auf zum Gehorsam gegen das Gesetz. „WennIhr diesen Muth nicht besitzt", schloß er, „so in es um die Freiheit gethan. Ick loheFrankreich vom Bürgerkrieg zerfleischen; rch sehe )aS Ungeheuer der Omanir oder derTvrannei über Kugel von Ruine» und Leichnamen anrücken, Euch nach und nach dieEinen durch die Ändern verschlingen und der Republik ihr Grab bereiten".