Band 
Sechster Band. K bis L.
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466 Laufgräben Laune

nung über das Herzogthum, nebst Sitz und Stimme im Reichsfürstenrathe; dieAufhebung der kciserl. Sequestration des ebenfalls zur lauenburgischrn Erbschaftgehörigen Landes Hadeln verzögerte sich bis 1'31. Mit den übrigen hanöverschenStaaten kam Lauenburg 1803 unter franz. Herrschaft und kehrte 1813 zu seineralten Verfassung zurück, wurde aber (laut Patents vom 16. Juli 1816), mit Aus-,schluß des Landes Hadeln, am Ausflüsse der Elbe, des schmalen Landstriches amlinken Elbufer und des auf dem rechten Ufer des Flusses abgesondert liegenden Am-,res Neuhaus, an Preußen, und von diesem an Dänemark abgetreten, dabei jedochdie Beibehaltung aller Rechte und Privilegien des Landes, sowie die Übernahmeder Landesschulden zur Bedingung gemacht. Das jetzige dänische Herzogth. Lauen-burg (19 s)M, 35,000 Einw. nachNicmann: 22 OM., 4 königl. Amterund 22 adel. Gerichte) liegt auf dem rechten Elbufer und wird von dem König-reiche Hanover, den Herzoglhümern Mecklenburg und Holstein, dem Fürstenth.Lübeck und dem Gebiete der freien Städte Hamburg und Lübeck begrenzt. Viehzuchtund Ackerbau, nebst Fracht- und Schiffsverkehr, sind der Reichthum des Landes,welches Holländereien hat, wie Mecklenburg. Der Möllner-, der Raheburger-und der Schallsee, sowie die Elbe, Bille, Stecknih und Wagnih gewähren demLande vielfache Vortheile; die Waldungen insbesondere beträchtliche Ausfuhr vonBau- und Brennholz. In dem Sachfenwalde sind eine Tuchmanufactur und 2Kupfermühlen. Auch sind die Torfstiche ergiebig. Der in der Stadt Lauenburg zuentrichtende Zoll auf der Elbe und von der Schifffahrt auf derStecknitz nach Lübeck soll jährlich an 50,000 Thlr. einbringen. Ohne diesen betragen die Einkünfte jährl.gegen 140,000 Thlr.; die Landesschuld, für welche die Ritter- und die Landschafthaftet, betrug im I. 1816 235,665 Thlr. Die Hauptst. Raheburg hängt durcheine 400 Schritt lange Brücke mit dem festen Lande zusammen. (Ein kleiner Theilder Stadt, die Domkirche und der sogen. Palmberg, gehören zu dem mecklenburg-strelitzische» Fürstenthume Ratzeburg.) L. ist auch der Sitz der Landesbehörden.Nach der vom Könige von Dänemark bestätigten Verfassung haben am LandtageTheil 22 Gutsbesitzer und die 3 Städte, jede mit einerStimme. Die freien Landleuteinlll Dörfern, denen zwei Drittel des Landes gehören, werden nicht repiäfenlirt.

Laufgräben (u^>r»cl>«8, tmiirliä,-,) sind im Allgemeinen alle Werke,die zum Angriff einer Festung dienen, daher auch die Laufgräben eröffnen, die Be-lagerung (s. d.) eigentlich beginnen heißt. Man zieht nämlich 3 5 Fuß riefe,1012 Fuß breite Gräben, und wirft die dadurch gewonnene Erde nach der Fe-stung hinauf, um dadurch Schutz gegen die von dort kommenden Kugeln zu erhal-ten. Um nicht der Länge nach bestrichen zu werden, führt man die Laufgräben so,daß ihre Verlängerung außerhalb der Festungswerke vorbeistreicht. Dadurch ent-steht die-Form eines Zickzacks. Bei der Belagerung von Harfleur 1449 wurdensie von den Franzosen zuerst angewendet. Die Idee findet sich schon bei den Alten.(Vgl. Sappe.) Zuweilen geht aber der Belagerte bis zu dem Punkt, auf dendiese Verlängerung trifft, mit Gegenlaufgräben (cunlreazrj'roaliei) vor und legtdort Batterien an. ?.

Laugen salze, s. Alkali.

L a u » (Friedrich), s. Schulz.

Laun e. Das alte deutsche Wort Laune, sagt Garve, kommt wahrschein-lich von tun.-, her und weist auf solche Gtmmhsstimmungen hin, die entweder sowandelbar als der Mond sind, oder unter seinem Einflüsse flehen, weil man siesonst nicht zu erklären weiß. Hierin ist wenigstens die älteste und allgemeinste Be-deutung des Wortes Laune ausgesprochen, nach welcher es eine zufällige, unerklär-liche, eigensinnige und vorübergehende Stimmung des Gemüths in seinem denken-den sowol als empfindenden Theile bedeutet. Denn sie ist zwei andern Arten derScclenzustände und der Seelenthätigkeiten entgegengesetzt, solchen, die sich aus be-