Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
599
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Lindwurm

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Lingrret

mus mit der 1806 in Holland eingetretenen Regierungsform. Strik hatte eineRepublik ohne einen Statthalter oder König gehofft; er ließ sich daher 1810 mitseiner Familie in Manheim nieder. Sein Haus war dort wieder der Sammelplatzder besten Gesellschaft, und obgleich Strik seine politischen Ansichten sehr geänderthatte, fand der gebildete Franzose dennoch wie der gebildete Russe einen freundlichenEmpfang. Bon Manheim aus machte Strik 1819 eine Reise nach Italien , woer das Jahr darauf in Bologna an einem Fieber starb. — Strik hatte ein lebhaftesGefühl und eine regbare, sinnliche Auffassung, daher sein Talent für Poesie; alleinda es ihm an Phantasie fehlte, ward er schwülstig und breit. Seine äußern Ver-hältnisse hatten ihn nie genöthigt, als Schriftsteller etwas Außerordentliches zuleisten, um Beifall zu erwerben, deßhalb strebte er nicht nach Vollendung. Seinegroße Leichtigkeit im Dichte» war zum Theil eine Folge der Sorglosigkeit, mir wel-cher er in fremden Sprachen reimte, zum Theil begünstigte sie der Charakter feinerMuttersprache, die so viel Biegsamkeit als Reichthum besitzt und der deutschen soleicht nachsingt. Unter seinem Namen erschienen ein Paar schön gedruckte Bändeholländischer Gedichte, denen einige französische zugegeben sind. Außerdem übersetzteer einige Trauerspiele deSAlsieri ins Deutsche und dichtete einige holländische histori-sche Trauerspiele, von denen er eins: „Dlden Barneveld", in deutscher und hollän-discher Sprache ganz ausarbeitete, aber nie in Druck gab. Er theilte sich seinenFreunden gern mit, hörte ihren Tadel mit verständiger Fassung an, hatte aber nichtBeharrlichkeit genug, um feine Arbeiten zu feilen, oder auch nicht genug Geschmacks-bildung, um ihre Bemerkungen anwendbar zu finden; aber nie verließ ihn bei sol-chen Erörterungen sein gutmüthiges Wesen.

Lindwurm, ein erdichtetes Ungeheuer, welches in den alten Ritterge-schichten eine Rolle spielt, wie der Drache, der Vogel Greif u. s. w. Es wird alseine Gattung von Drachen oder auch als eine große vierfüßlge, geflügelte Echlangebeschrieben. Der Ritter St.-Georg soll einen Lindwurm erlegt haben, und wirddeßwegen immer mit demselben abgebildet.

Lingam, das Symbol der allgemeinen schaffenden und zeugenden Kraft,den Indiern und Ägvptern heilig. (S. Indische Mythologie.)

Linguet (Simon Nicolas Heinrich), geb. 1736 zu Rheims, woreinVater, früher Pros. am Collegium Beauvais , in Folge der jansenistischen Strei-tigkeiten in einer Art von Exil lebte, was L. zu dem Bonmot Veranlassung gab,„er sei unter den Auspicien eines Irttre <lv eur-lirn geboren", studirte zu Paris indemselben Collegium, an welchem sein Vater einst lehrte, die Rechte, und erwarbsich 1751 die drei ersten Preise. Dieses verschaffte ihm die Gunst des in Paris sich aufhaltenden Herzogs von Zweibrücken , der ihn in sein Land und dann aufeine Reise nach Polen mitnahm. L. kehrte bald in sein Vaterland zurück undging, da der Krieg zwischen Frankreich und Portugal ausbrach, mit dem Prinzen v.Bauvau als Secrelair nach Spanien . Hierdurch wurde er mit der spanischenSprache und Literatur vertraut und gab, während seines Aufenthalts in Madrid ,Übersetz, von einigen Stellen Calderon S und Lope'S de Vega heraus, bei seinerZurückkunft nach Frankreich überfein erstes GeschichtSwerk („IIGoiro <lu siealucl'cklexui-ilre"), welches er dem König StanislauS Leüczinski dedicirte. Hierauferwarb er sich als Rechtsgelehrter durch seine mit gründlicher Kenntniß des Fachsgepaarte glänzende Beredtsamkeit einen großen Ruf, aber auch zugleich durch dieKühnheit seiner Ideen und die Schärfe seiner Zunge zahllose Feinde. Besondersnachteilig wurde ihm sein polemisches Verhältniß mit d'Alembert , der zu jenerZeit gleichsam der Beherrscher der Akademie war. L. wünschte aufgenommenzu werden, und d'Alembert zeigte sich bereit, sein Verlangen zu unterstützen;bald aber wurden sie über einige Foderungen uneins, die d'Alembert machte, undder abgewiesene L. bekämpfte nun mit Witz und Scharfsinn seine täglich sich mch-