Band 
Sechster Band. K bis L.
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Loudon

ging nun nach Wien , wo er von dem Großherzog Franz (nachherigem Gemahlvon Maria Theresia ) dieser vorgestellt und im Dec. 1142 zum Hauptmann unterdem Pandurencorps des Parteigängers Trenk ernannt wurde. Zn diesem rohenHaufen wohnte er dem Feldzuge in Baiern und am Rhein bei. Hier wurde er beiElsaßzabern (das einzige Mal in seinem Leben) schwer verwundet und gefangen.Nach seiner Auswechselung focht L. in dem zweiten schlesischen Kriege gegenFriedrich tl. in den Schlachten von Hohenfriedberg und Sorr. Nach geschlossenemFrieden zwang Trenk s unredliches Benehmen ihn, um seinen Abschied anzuhalten,worauf er nach Wien ging und durch die Vorlegung der von Trenk ii» Elsaß undBaiern erhaltenen Ordres bewies, daß der rachsüchtige Pandurenchef ihn verleum-det und die Gräuel in jenen Ländern selbst begangen batte, welche er ihm aufzubür-den suchte. Ein Zweikampf zwischen Loudon und Trenk ward durch des Letzter»Verhaftung abgewendet, der bekanntlich zur Gefangenschaft auf der Beste Spiel-berg verurkheilt wurde. L., außer Dienst und ohne Vermögen, lebte jetzt in Wien sehr kümmerlich und hatte nicht einmal so viel, um seinen Durst nach Kenntnißder höher» Kriegskunst durch Anschaffung einiger Bücher befriedigen zu können.Endlich verschafften ihm seine Freunde eine Majorsstelle unter dem an der türkisch -ungarischen Grenze stationirten Liccaner-Regimenle. L. vermählte sich daselbstmit der Tochter eines kroatischen OfsicierS, Klara v. Hagen , die ihm aber nie Kin-der gebar, und trat von der evangelischen zur kathok. Religion über. FünfHahrehatte er hier das Studium der Mathematik und milirairischen Geographie getrieben,als der siebenjährige Krieg ausbrach, und sein Unstern ihn noch einmal in eine trübeLage verwickelte. Der commandirende General in Kro«tien, Peiazzi, ein Mannvon gemeiner Gesinnung, das Talent hassend, konnte den ihn übersehenden Ma-jor nicht leiden und strich eigenmächtig den Namen Loudon von der Liste der Offi-ciere aus, d'e man von Wien aus zum Feldzuge beordert hatte. Diese Nichtswür-digkeit empörte den Krieger; er ging auf die Gefahr, der Verletzung der Subordi-nation angeklagt zu werden, nach Wien , sich zu beschweren, fand aber hier durchPetazzi s Berichte Alles gegen sich eingenommen. Schon lag der Befehl, ihn miteinem derben Verweise in seine Grenzpostirung zurückzusenden, zur Ausfertigungbereit, als sein alter Freund Hockstetten, der eben in Wien bei der Hof-u. Staats-kanzlei angestellt worden war, sich seiner bei dem Fürsten Kaunitz annahm und esdahin brachte, daß L. als Oberstlieutenant bei einer Abtheilung leichter Trup-pen, die die Bewegungen der Reichsarmee unterstützen sollte, angestellt wurde. Alsdem nachhcrigen Retter Ostreichs aus so mancher Gefahr diese Freudenkunde ge-bracht wurde, fand man ihn in einem elenden Dachstübchen. L. entging jedochdem Schicksal, in die zusammengesiickke Masse des deutschen Reichsheeres eingewebtzu werden, und kam zu der vom Feldmarschall Browne geführten Hauptaimee, dieso eben bei Lowositz von Friedrich geschlagen worden war. Bald zeichnete sich Lon-don als kühner Führer aus. Bet Telscben, Hirschfeld, in der prager Lchlacht undbei Verfolgung der Preußen nacb der Schlacht bei Kolin erwarb er sich die Aner-kennung der Obern und das unbedingte Vertrauen der Soldaten, die bald nur un-ter ihm siegen zu können glaubten. Hierauf unter dem Prinzen von Hildburghau-sen als Befehlshaber der Rnchsarmee angestellt, die sich mit der franz. unter Soubisevereinigte, hatte L. den Schmerz, den schmachvollen Überfall in Gotha durch Seid-lih und die Niederlage bei Roßbach mit ansehen zu müssen, ohne helfen zu können.Das ihm von Friedrich II. mit einem schmeichelhaften Schreiben übersandte Gene-ralspatent, welches die preuß. Husaren mit dem Courier, der e« von Wien brachte, weggekapert hatten, war in diesem Augenblicke dem Helden nur ein klei-ner Trost. 1158 erhielt Loudon für seinen Antheil an der Befreiung von Olmütz den Theresienorden und 3 Monate später das Großkreuz d. O. und die Ernennung-um Feldmarschalllieutenant. Wie er hierauf gegen Fouguet in den Engpässen von