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Louise Ulrika (Königin v. Schweden )
Provinzen und »vor, wie die Bürgerin, ihres Gatten treue Begleiterin. Die Hul-digungen der Völker nahm sie mit freundlicher, würdevoller Güte auf, die unver-schuldeten Unglücklichen fanden in ihr eine Wohlthäterin, welche still und anspruch-loS ihr Elend milderte. Vertrauensvoll nahte ihr das ungekannte Verdienst, undLouise erwarb ihm Anerkennung und Belohnung. Ihren hellen Blicken blieb nichtsverborgen; allenthalben gelang es ihr, das Gute zu fördern und das Schöne zuverherrlichen. Der Adel ihrer schönen Seele zeigte sich bei jeder Veranlassung, unddie allgemeine Verehrung stieg von Tag zu Tag. 1806 rief der Krieg den Königins Feld; die Gemahlin folgte ihm auch dieses Mal nach Thüringen . Nach demunglücklichen 14. Qct. begab sie sich nach Königsberg, und von dort nach Memel .Alle Leiden, die ein unglückliches Verhänguiß über sie häufte, trug sie mit einemMuthe, mit einer Ergebung, die wahre Frömmigkeit und ein reines Bewußtseindem Dulder verleihen. Am 16. Jan. 1808 kehrte das königliche Ehepaar von Me-niel nach Königsberg zurück, und von hier aus unternahm es ani 2?. Dec. d. I.eine Reise nach Petersburg zum Besuche der kaiserl. Familie. Am 23. Dec. 1809hatte Berlin die Freude, dar edle Herrscherpaar wiederzusehen. Schön und im blü-henden Glänze der Gesundheit erschien die geliebte Landesmutter unter der jauchzen-den Menge. Aber der Schein täuschte. Am 25. Juni 1810 reiste sie nach Stre-ich zu einem Besuche bei ihrem Vater. Auf den, Lustschlosse desselben, Hohenzie-fch, ward sie am 30. Juni von einer Brustkrankheit überfallen, an welcher sie am19. Juli, Morgens um 9 Uhr, in den Armen ihres königlichen Gemahls verschied.Wenige Augenblicke vor ihrer Auflösung fing sie an dieselbe zu ahnen, und alsder Übergang in eine andre Welt sich ihr nahte, da flehte sie nur die ewige Liebe anum einen kurzen Todeskamps. Als ihre Leiche am 27. Juli nach Berlin eingeholtwurde, und als die Beisetzung in der Sakristei in der Domkirche am 30. Juli er-folgte, da sprach der allgemeine Schmerz laut für den Werth der Frühverklärten.Am Morgen des 19.Dec. wurden die theuern Überreste in dein einfach geschmack-vollen Grabmale, welches der König im Schloßgarten zu Tharlottenburg hatte er-bauen lassen, bestattet. Hier sieht man ihr Denkmal und ihre Statue von Rauch(s. d.). Louisens edles Thun als Königin, Gattin und Mutter wird fortleben,wenn längst ihr Grabmal von der Zeit zertrümmert ist. Sie war den Edeln desweiblichen Geschlechts ein stillleuchtendes, sicheres Vorbild. Ihrem Andenken ist dieLouisenstiftung geweiht. In der Schrift der Frau v. Berg, welche 1814 unterdem einfachen Titel „Louise die Königin" in Berlin erschien, lernt man die königl.Frau durch ihre Briefe aus der verhängnisvollen Zeit von 1806 und 1807 unddurch die Erzählung ihrer auch im Unglück königlichen Haltung und ihres großsinni-gen Betragens bei der Zusammenkunft mit Napoleon zu Tilsit, ganz kennen undwürdigen. Vieles in diesem rauhen Herrscher und Emporkömmlinge wird die käl-tere Nachwelt ruhiger beurtheilen, als wir es konnten; aber seine Lästerungen derKönigin in seinen Bulletins, und sein Übermuth zu Tilsit, der königlichen Frau ge-genüber, wird immer streng gerichtet werden.
LouiseUl ika, Königin v. Schweden , T. des Königs Friedr. Wilh. I. v.Preußen, geb. d. 24. Juli 1720, vermählt zu Berlin d. 17. Juli 1744, starb d. 16.Juli 1782. Männlicher Verstand, einnehmende Beredtsamkeit, vorzügliche Liebe zuden Wissenschaften und eine auch im Tode unerschütterte Geisteüstärke charakterisi-ren diese Fürstin. Seit dem Tode ihresGemahls, desKönigS AdolfFriedrich (1751— 71), lebte sie so abgeschieden von derWelt, daß sie selten bei Hofe erschien, wegenMißverständnissen mit dem Thronfolger. Ihr Leibgedinge betrug 133.000 Thlr.Species. Damit verschönerte sie ihre Paläste, unterstützte Industrie, Künste undWissenschaften, auch die Armenhäuser. Gleich ihrem Bruder wollte sie die Seiden-zucht nach dem hohen Norden ziehen, und Linnd unterstützte nach Kräften die Ak-klimausationsideen seiner Monarchin. 1753 stiftete sie die schwedische Akademie der