Band 
Sechster Band. K bis L.
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Louvre

dir Grenzen Frankreichs durch eine Wüste sicher zu stellen und zu verhindern, daßder Feind aus "en Grenzstädten keine Waffenplätze mache, ließ L. in den MonatenJa», und Febr. 1689 die Pfalz in eine Einöde verwandeln. Heidelberq, Man;heim, Worms, Speier und viele andre Städte, nebst einer großen Zahl Dörfer,wurden ausgeplündert und verbrannt. In Speier entweihten die franz. Soldatendie Gräber der salischen Kaiser. Sie raubten die silbernen Särge, streuten dieReste der Todten umher und trieben mit den Schädeln der Kaiser ihren Spott.Frau v. Mainkcnon machte den König auf diese Gräuel aufmerksam. Ludwig un-tersagte daher dem Minister, welcher auch Trier verbrennen wollte, diese Barbarei.Zwei Tage darauf schlug L. diese Maßregel aufs Neue vor und sagte zum Könige,weil ihn ohne Zweifel ein zu zartes Gewissen hindere, in die Zerstörung von Trier einzuwilligen, so habe er, da Krieg und Mitleid sich nicht vertrügen, um dem Ge-wissen des Königs jede Unruhe zu ersparen, es auf sich allein genommen und denEilboten zur Vollz-ehung der Befehle bereits abgesandt. Diese Kühnheit reizte denZorn des Königs so sehr, daß er die Feuerzange vom Kamin nahm und auf denMinister losschlagen wollte. Frau v. Maintenon warf sich zwischen Beide, »nd L.verließ in größter Bestürzung das Zimmer. Der König rief ihn zurück und befahlihm mit funkelnden Augen: „Senden Sie sogleich einen Courier ab, der zu rech-ter Zeit eintreffe; wird auch nur ein Haus verbrannt, so haftet Ihr Kops dafür".Der erste Courier war aber noch nicht abgegangen. Bald darauf reizte der Mini-ster den König aufs Neue durch Widerspruch so, daß dieser nach dem Stocke griff.Dies untergrub die Gesundheit des ehrsüchtigen Mannes, und er starb zu Versailles d. 16. Juli 16dl. Der König bedauerte feinenDerlust nicht; er schien sogar froh,von diesem lästigen Minister befreit zu sein, und ließ dem König Jakob II. Stuartauf dessen Beileidsbezeugungen antworten: „Um unsere Angelegenheiten wird esdarum nicht weniger gut stehen". Nach Duclos's treffendem Urtheil muß man iuL.,diesem Gründer des Despotismus der StaatSsecretaire, zwei Leiten unterscheiden.Als Minister war er in der Leitung des Kriegswesens einzig; als Bürger war erein Ungeheuer. Er hat den Staat seiner Ehrsucht, seinem Unmuthe und jederkleinen Aufwallung seiner Eigenliebe aufgeopfert. Über L.'S häusliches Leben läßtsich wmig sagen. Er war ganz Minister. Seine Ämter waren einträglich. ErKaufte die Herrschaft Mendon und verwandte auf die Anlagen daselbst mehre Mil-lionen. Der König gab der Witwe für Meukon 900,000 Livres und Choisv. X.

Louvre, der alte königl. Palast zu Paris , ani nördlichen Ufer der -Leine,ein prächtiges, erst unter Napoleon vollendetes, vierseitiges Gebäude, mit einemHofe in der Mitte. Der Ursprung seines Namens und die Zeit seiner erste» Er-bauung sind unbekannt. Man weiß nur, daß Philipp August (1214) ein Fortund ein StaatSgefängniß daselbst anlegte, daß Karl V. (1364 — 80) das Gebäudeverschönerte und seine Bibliothek, sowie seine Schatzkammer dahin brachte, und daßFranz I. (1528) denjenigen Theil des Schlosses errichtete, welcher jetzt das alteLouvre heißt. Heinrich I V. legte den Grund zu der prachtvollen Galerie, welchedas Louvre an der Lüdseite mit den Tusterien verbindet; Ludwig Xlll. erbautedas Mittelgebäude, und Ludwig XlV., nach den Angaben des dadurch berühmtgewordenen Arztes Perrault , die prächtige Fa, ade gegen Osten, nebst der Colon-nade des Louvre, noch jetzt das vollendetste Werk der Baukunst in ganz Frankreich .Später wählte Ludwig Xl V. das von ihm erbaute Schloß zu Versailles zu seinemAufenthalte. Nachdem Napoleon das Schloß der Tuilerien bezogen hatte, singer an, der oben erwähnten Galerie gegenüber eine zweite Galerie erbauen zu lassen,mittelst welcher die beiden Paläste ein großes Ganzes, mit einem länglich vierecki-gen Hofe in der Mitte würden gebildet haben, die aber bei seiner Thronentietzungerst auf eine Länge von 95 Klaftern vollendet war und seitdem nicht fortgesetzt ist.Seit der Revolution befindet sich in dem untern Geschosse des Louvre dir Antiken -