Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
731
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Luftkreis Luftröhre 731

Zuckerraffinerie in Prag . Hier ward 1824 das neue für 1000 Bewohner einge-richtete StrafhauS so gebaut, daß die Heükammern im Erdgeschoß alle Stockwerkejeder Linie heizen sollen. (Der von dem Forffmeister Binge zu Rendsburg in Hol-stein erfundene und von ihm angepriesene Kalofactor oder Luftwärmer ist nichts alsein Kasten von Eisenblech, welcher den zugleich mit dem Rauche aus den Ofen, eh-ren entweichenden Wärmestoff auffängt, und dadurch die Stubcnluft erwärmt,bevor der Ofen selbst warm geworden ist.)

Luftkreis, s. Atmosphäre und Dünste.

Luftpumpe (,1i>tlü> I'iicuuuiticu), in der weitesten Bedeutung eine Ma-schine, mittelst welcher man die in einem Raume eingeschlossene Luft entwederverdünnen oder verdichten kann. Im letztere, Falle heißt sie Druckpumpe, im ersternSäugpumpe. Gewöhnlich wird unter Luftpumpe die letztere Art verstanden. Die-ses Kunstwerk, welches mehr als jedes andre zur Vervollkommnung der physikali-schen Wissenschaften beigetragen hat, wurde um 1650 von Otto v. Guerike (s. d.)erfunden. Vorher bediente man sich zu jenen Versuchen der Torricelli 'schen Röbren.Die wesentlichen Stücke einer Luftpumpe sind der Stiefel, ein hohler starker Cylin-der von Messing oder aus Metall. In diesen paßt dcr Stämpel, welcher durcheine Zugstange mit einem Handgriffe in dem Stiefel auf- und niedergezogen werdenkann. Der Boden des Stiefels steht mit einer Röhre in Verbindung, welche indas Gefäß geleitet wird, aus welchem die Luft ausgepumpt werden soll. Wird nunder Stämpel vom Boden des Stiefels in die Höhe gezogen, so müßte eigentlich,weil er überall luftdicht in den Stiefel einpaßt, ein luftleerer Raum in lehterm ent-liehen. Allein durch die hineingehende Röhre strömt vermöge der ausdehnendenKraft der Luft, die überall das gestörte Gleichgewicht herzustellen strebt, ein Luft-strom aus dem Gefäße herbei. Damit nun bei dem Zurückstoßen des StämpelSdiese eingedrungen? Luft nicht wieder in das Gesäß zurückgetrieben werde, sonderneinen andern Ausweg nehmen müsse, sind in der im Boden befindlichen Röhre einoder zwei Ventile angebracht, wovon sich das eine im Boden des Sti fels, das an-dre im Stämpel befindet, beide aber sich aufwärts a snen. Das Gesäß, dess n mansich bedient, um die Luft aus demselben zu pumpen, ist am schicklichsten eine glä-serne Glocke. Diese steht auf einem horizontalliegenden, in der Mitte durchbohrtenmessingenen Teller, unter welchem die mit dem Stiefel verbundene, aufwärts ge-krümmte Röhre nach der Glocke geht. Es braucht nicht erinnert zu werden, daßAlles völlig luftdicht sein müsse. Die Einrichtung der Luftpumpe hat nach und nachbeträchtliche Verbesserungen erhalten; doch sind wir noch weit davon entfernt, der-selben die erwünschte Vollkommenheit gegeben zu haben, stellt man ein Barome-ter unter die luftleere Glocke, so fällt das Quecksilber, ein offenbarer Beweis vondem Drucke der Luft; eine schlaffe, fest zugebundene Thierblase mit etwas atmosphä-rischer Luft schwillt unter der Glocke auf, sobald die Luft verdünnt wird, und fälltbeim Hinzulassen derselben in ihren vorigen L7tand zurück; der Heber hört auf zulaufen, die Säugpumpe gibt kein Wasser mehr; Taucher, welche im Wasser inder atmosphärischen Lust sinken, schwimmen bei verdünnter Luft; Wasser brauchtnur mäßig erhitzt zu werden, um sogleich zu sieden und in völlig durchsichtigen, ela-stischen Dämpfen aufzusteigen; Hol; gibt eine Menge Luft von sich und sinkt dannim Wasser unter: ein Beweis, daß die mit ihm verbundene Luft es über dem Was-ser erhielt; das beste Feuerzeug gibt unter der Glocke mit verdünnter Luft keine Fun-ken; Schießpulver entzündet sich nicht; ein brennendes Licht erlischt; alle warm-blütige Thiere sterben sogleich, kaltblütige hingegen, z. B. Frösche, erholen sich,wenn bald Luft hinzugelassen wird. S. Brander's „Kurze Beschreibung einer klei-nen Luftpumpe, nebst Anweisung zu Versuchen" (Augsb. 1771).

Luftröhre heißt derjenige im thierischen Körper befindliche, aus Häutenund Knorpeln zusammengesetzte Canal, der sich vom Schlunde bis in die Lungenerstreckt und überhaupt aus drei Stücken, dem Luftröhrenkopfe (Kehlkopse), der