sind als vor der Revolution. Über 50,800 Einw. verfertigen seidene, goldeneund silberne Tressen, Sammet, seidene Strümpfe, Bänder rc. Ehemals w»r-den wöchentlich an 24,000 Pf. Seide in Lyon verbraucht, und jährlich für 5 Mill.Livrev Gaze und Flor verfertigt. Die Stickerei allein beschäftigte 0000 Perso-nen. 1726 — 39 waren daselbst 30,000 Weberstühle vorhanden, kurz vor derRevolution noch 15,000; 1788 beschäftigten noch 9335 Stühle 58,600 Men-schen; 1803 aber standen von 7000 dergl. 5447 gänzlich still. 1819 zählteman in den Seidenfabriken 18,000 Stühle. Seitdem stehen mehre Tausendestill, und der Arbeitslohn ist um 40 Proc. gesunken. Die große Fabrik von ge-walkten Hüten, welche täglich 8 —10,000 Hüte verfertigte, beschäftigte ehemals8000 Menschen. In neuern Zeiten ist die Fabrication der seidenen Lhawls einwichtiger Erwerbszweig für Lyon geworden. Auch verfertigt man viele Bijoute-rie- und Wuincailleriewaaren, künstliche Blumen und mehre chemische Producte.Die sonst so berühmte Stickerei ist jetzt ganz im Verfalle. Indeß ist der Handelmit diesen Fabrikaten, deßgl. der Speditionshandel noch immer lebhaft, beson-ders in das Innere Frankreichs, nach der Schweiz, Italien und Deutschland .Die Rhone ist beständig mit Schiffen bedeckt, die theils ins südliche Frankreich fahren, theils von da zurückkommen. Lyon hat mehr wie jede andre Stadt durchdie Revolution gelitten. Es waren viele Königlichgesinnte daselbst. Im Mai1793 wurde die jakobinische Municipalität abgesetzt, und die Stadt weigertesich, dem Nationalconvent j" gehorchen; dafür ward sie belagert und ausge-hungert und mußte sich am 10. Oct. an die Jakobiner auf Gnade und Un-gnade ergeben. Die für schuldig Geachteten wurden in Haufen zu Hundertenmit Kartätschen niedergeschossen. N. F. Cochard und F. I. Rabanis kündig-ten 1829 eine „llist. >le 1a rille lle l^on" an.
LyoIInet (Pierre), Naturforscher, geb. den 21. Juli 1707 zu Mastricht,stammte aus einer franz. Priesterfamilie, welche durch religiöse Verfolgungen ausLothringen vertrieben worden war. Bei ungemeiner Wprachkenniniß hatte erauch in den bildenden Künsten große Fortschritte gemacht. Man hat ein Meister-stück von ihm, ein Basrelief in Bupbaum, welches Apollo und die neun Musenvorstellt. Er widmete sich der RechtSgelehrsamkeit, lebte als ausübender Advocatund ward kann zu einem der Wtaatssecrekaire Hollands und zum geschworenenÜbersetzer für die franz. und lat. Sprache erwählt. Jetzt c:wachte sein leidenschaft-licher Hang für die Naturgeschichte, besonders für Insektenkunde. Zuerst be-schrieb er die Insekten, welche sich in der Nähe vom Haag befinden, dann legte ereine Muschelsammlung an, welche die reichste in Europa ward. Sein prachtvollgedruckter „l'raitü inuilomigu« <Ie «üx'iiille gui rxuge l.1 5:>ulc" (anatomischeAbhandl. über die Weidenraupe, Haag 1740, 4.) und die „lliswim üe-i puUzx-sck>an ilonuu" (Geschichte der Polypen der süßen Gewässer), welche letztere er inVereinigung mit Trembley herausgab, haben seinen Ruhm gegründet. L., derbis dahin die Kupferstecherkunst gar nicht ausübte, hat zu erstem» Werke die 8letzten Platten gestochen, die den 5 ersten von Wandelaar nichts nachgeben.L. starb im Haag am 10. Jan. 1789.
Lyra , das älteste besaitete Instrument bei den Ägyptern und Griechen.Die Lvra der Erstem, welche für die älteste gehalten wird, soll vom ägyptischenHermes entdeckt worden sein. Als der Nil nach einer Überschwemmung in seinUfer zurückgetreten war, blieben auf dem Lande eine Menge Thiere liegen, u. a.eine Schildkröte, Leren Fleisch zum Theil verfault, zum Theil von der Wonne ver-trocknet war, sodaß nichts als die durch liefe Vertrocknung ausgespannten unddadurch klingend gewordenen Wehnen und Spannadern unter der Schale übrig ge-blieben waren. Hermes stieß zufällig mit dem Fuße an die Schale dieser Schild-kröte und wurde durch den Klang so überrascht, daß er auf den Gedanken gerieth,