Band 
Neunter Band. R bis Schu.
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Raupach RautenglaS 43

tigt sich Hr. v. R. mit der Geschichte der drei letzten Jahrhunderte; er hat deßhalbmit komgl. Unterstützung einige Reisen nach Frankreich gemacht. 1826 erschien ;uLeipzig s. Schrift:Über die geschichtliche Entwickelung der Begriffe von Recht,Staat und Politik", und 1828 eine kleinere:Über die preuß. Städteordnung".1830fg.gab er einHistorisches Taschenbuch" heraus. Sein Bruder, Karlv .Räumer, geb. zu Wörlitz d. 9.Apr. 1783, Professor der Mineralogie in BreSlau ,seit 1819 in Halle, gab 1821 diese Stelle auf und schloß sich dem Ditrmar'schenErziehungsinstituie in Nürnberg an. 1827 wurde er zum Pros. der Naturgeschichtezu Erlangen ernannt. Er hat sich durch geognostische Schriften bekanntgemacht.

Raupach (Ernst Benjamin Salomo), dramatischer Dichter, geb. d. 21.Mai 1784 zu Straupih, einem Dorfe unweit Liegnitz in Schlesien , verlor s. Va-ter, der daselbst Prediger war, an s. 19. Geburtstage und kam hierauf nach Liegnitz ,wo er das Gymnasium besuchte, das unter der Leitung des geistreichen Pros. Wer-dermann stand. Zu Ostern 1891 bezog er die Universität Halle, um Theologie zustudiren. Nach beendigter Studienzeit ging er 1894 nach Petersburg , wo sich seinälterer Bruder, Johann Friedrich, schon seit 7 Z. befand. Die ersten zehn Jahres. Aufenthalts in Rußland verlebte er als Erzieher in Pi ivathäusern und bekam da-durch Gelegenheit, sich die Kenntniß der Landessprache zu erwerben. Nachdem erspäter anderthalb Jahre zu Petersburg privatisirt hatte, wurde er 1816 bei der da-sigen Universität als Ordinarius der Philosoph. Faculmt angestellt und verband imfolg. I.mit dem Lehrstuhle der deutschen Literatur den ungleich wichtigern der Ge-schichte. 1821 begann die bekannte Untersuchung, die über ihn und einige seinerCollegen verhängt wurde. Da das Ende derselben nicht abzusehen war, so verließer 1822 Rußland; später foderte und erhielt er s. Entlassung von der Universität. Seitder Zeit lebte er bald hier bald da in Deutschland, machte auch eine Reise nach Ita-lien. Seit einigen Jahren hat sein Talent in Berlin an einer ausgezeichneten BühneGelegenheit gefunden sich zu üben. Erschienen sind von ihm folgende dramatischeArbeiten:Timoleon",Lorenzo u. Eäcilia";Die Fürsten Chawansky" (1818und 1821);Die Ertennacht" (1829);Die Gefesselten" (1821);Die Köni-ginnen" (1822);DerLiebeZauberkreis"(1824);DieFreunde"(1825);DasMärchen ein Traum", undAch wäre es so!" (in Rochlitz's Mittheilungen"für 1822 und 1823):Isitor und Olga" (Lpz. 1826). FernerErzählendeDich-tungen" (1829);Hirsemenzel'S Briefe aus Italien " (1823) und mehre Beiträgezu Taschenbüchern. Alle diese Arbeiten sind, mir Ausnahme derBriefe aus Ita-lien " und einiger kleinern Sachen für Taschenbücher, 181929 entstanden, dochnicht in der Folge, in der sie erschienen sind. In s. neuesten TrauerspielRafaele "in 5 Acten (Hamb. 1829) hat er eine neugriechische Sage bearbeitet. R.'S erstedramatische Dichtungen erhielten vielen Beifall. Man fand darin neue und interes-sante Situationen, oft auch den kräftigen Ausdruck tiefer Leidenschaft und vorzüg-lich eine gedankenreiche, ebenso glänzende als hohe Dichtersprache und einen wohlge-fälligen, an Abwechselung reichen Versbau. Jedoch muß diese poetische Außenseiteoft den Mangel innern dramatischen Gehalts decken. Einige, z. B.Die FürstenChawansky", und vorzüglichJsidor und Olga", verfehlen selbst in derLühnen-darstellung ihre Wirkung nicht. In den spätern dramatischen Erzeugnissen hat derDichter Begriffe durch Handlung zu beleben versucht, wie zum Theil schon die Titeleiniger Stücke zeigen. InHirsemenzel'S Briefen" hat er uns eine Art von Lust-spiel aus dem Stegreif gegeben, das, von Venedig über das damals vom Congreßbelebte Verona nach Rom fortwandernd, überall seinen Stoff aus den nächsten Um-gebungen schöpft. Seine Lustspiele (Dramatische Werke komischer Gattung",Hamburg 1829) haben getheilten Beifall gefunden.

Raute, s. Rhombus.

RautenglaS, Polncder, ein auf einer Seite eben, auf der andern viel-eckig geschliffenes Glas, durch welche« sich dem Auge der dahinter stehende Gegen-