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Reformirte Kirche
liche Kirchenverbesserung zu fordern, trieb auch in der Schweiz , in den Nieder;landen, in England und Frankreich mehre ausgezeichnete Gelehrte und Geistliche»im Wesentlichen auf dasselbe Ziel, aber mit nationalen Eigenthümlichkeiten, hinzu-arbeiten. Unter den Schweizern ragten besonders Ulrich Zwingliund Zoh.Öko-lampadius (s. d.) hervor. Jener hatte schon, da er noch Prediger zu Glarus und Emsiedeln war, durch fleißiges Lesen der heil. Schrift eine höhere Erleuchtunggewonnen, an letzterm Ort auch schon gegen mehre Mißbräuche in der Kirche ge-eifert, und setzte dies, als er nach Zürich berufen Word n, wo bereits mehre Geist-liche das Volk für eine mehr biblische Lehre empfänglich gemacht hatten, fleißig fort.Er hatte Freude an Luther's Wirken, empfahl auch dessen Werke, las sie aber selbstnicht, um selbständiger zu bleiben und nicht durch eines Menschen Ansehen seineÜberzeugung bestimmen zu lassen. Als nun 1519 ein Geistesverwandter Tezel's,der Franciscanermönch Beruh. Samson, mit gleicher Unverschämtheit den Ablaß in der Scbwei; predigte und gen Zürich kam, wohin Zwingst eben gezogen war,eiferte dieser heftig gegen den Unfug, und der Rath von Zürich billigte seinen Eiferdergestalt, daß Samson gar nicht in die Stadt gelassen ward. Selbst sein geist-licher Oberer, der Bischof von Konstanz und dessen Dicar, genehmigten seine Pre-digt gegen den Ablaßkram, traten ihm aber heftig entgegen, als er bald weiter gingin den nothwendigen Reformen. Vergebens bemühte sich ein päpstlicher NunciuSdiese Zu unterdrücken, unk vergebens sprachen warnend und drohend auch die Eid-genossen dagegen. Furchtlos, fest entschlossen, auf seine gute Sache gestützt undfortdauernd durch den Züricher Rath begünstigt, ging Zwingst seinen Gang fort,predigte evangel. Lehre und stellte viele Mißbrauche im Gottesdienste ab, rascher alsLuther . Schon hatte er eigenmächtig Vieles geändert, als er 1523 einen entschei-denden Schritt that, da er 61 deutsche Lehrsätze, in denen er seine Lehre aussprach,dem Rathe von Zürich übergab, welche von Letzkerm mit einer Einladung zu einerDisputation, dir den 29. Jan. gehalten werten, und in der Zwingst seine i^ätzevertheidigen sollte, bekanntgemacht wurden. Nur wenige Eidgenossen sendetenAbgeordnete zu diesem Religionsgespräch, doch war die Versammlung zahlreich.Zwingli'S Angriffs- und Vcrrheidigungskamps gewann den Sieg. Der Rath undviele der zahlreich anwesenden Bürger wurden für seine Lehre gewonnen und einerdurchgreifender» Reformation noch geneigter. Mit ungestümer Hast ward nun dasAlte, Gute? und Böses zugleich, vernichtet; es ward ganz eigentlich hier Alles neu;Vieles, was an sich unschuldig, vielleicht nur durch Mißbrauch entstellt war, selbstvieles Erbauliche unterlag der Neueruugslust. Als die Altäre, die Taufsteine, dieBilder (letztere fast überall mit wahrer ZerstörungSwukh) aus den Kirchen verdrängt,selbst die Musik und der Orgelklang aus denselben verwiesen waren, da erst glaubteman die Kirchen und den Gottesdienst recht erbaulich gemacht zu haben. Wider sogewaltsame Neuerungen erklärten sich nun stärker die Eidgenossen auf dem Bun-destage zu Luzern am 26. Jan. 1524, droheten Zürich selbst von dem Bundesrathauszuschließen und ließen durch Abgeordnete die Rückkehr zur alten Ordnung drin-gend empfehlen. Doch vertheidigte Zürich standhaft und kühn die Neuerungen inder Lehre und in den Gebräuchen, und bald erklärte sich auch vor allen übrigen Eid-genossen, muthig und fest entschlossen, das kleine Mühlhausen für die evangel. Lehreund die Abstellung der alten Mißbräuche. — Gleichzeitig hatte Wolfgang FabriciusCapiio (Köflin) in Basel die Reformation eingeleitet, und nacbdem er von don nachMainz berufen worden, seit 1523 Ökolampadius, mit Luther's Lehre vertraut,sein Werk fortgesetzt, eine Zeit lang von dem aus Frankreich gefiüchteten Farck un-terstützt, der 1524, vom Rathe zu Basel veranlaßt, auch eine öffentliche Disputa-tion zur Vertheidigung der evangel. Lehre hielt. Zn demselben Jahre waren auchin Schaffhausen die ersten Reformationsversuche gemacht worden; seit 1525 wardauch Bern denselben geneigter, und selbst die eifrigen kathol. Canlone fingm an