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Neunter Band. R bis Schu.
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888 Romanze

der gegenwärtigen Franzosen, welchen der Einfluß des andern Princips in der Poe-sie und vornehmlich der deutschen und englischen, fühlbar wird. Bei ihnen flute»wir seht Parreien, welche das Elastische, d. h. das nach den Vorbildern der griech.Poesie sür die sranz. Nation Gedichtete, gegen Das, was sie das Romantische nen-ne», in alleiniger Herrschaft zu behaupten suchen; und Andere, welche eine Aus-nahme jenes Princips in die sranz. Literatur für Fortschritt und Bedürfniß halte».Jene meinen, daß sich die romantische Literatur durch Vernachlässigung der vonden Alten beobachteten Regeln, durch größern Umfang der Dichtungen, durchbunte, verwirrende Mannigfaltigkeit und eine bis zum Ekeln wahw Schilderungder Leidenschaften und Affecre charakterisier, und betrachten so das Romantischetheils nur von seiner negativen Seite, theils schon in seiner Verzerrung; währenddie jüngern poetische» Talente sich immer mehr von den als classisch befolgten Re-geln losmachen. AlsDumaS'S romaut. SchauspielII- »> , 1!!." 1829 in Paris allgemeinen Beifall fand, bewog Haß und Eifersucht die sogen. ,Vnwnr,-i <ch>».igne->«In lu eonxuli«! !i.->>,( . (mit Ausnahme Delavigne's, Lebrun's, Sciibe's und Sou-met'S) zu dem auffallenden Schritte, daß sie in einer l ettre rennte ->» l!c>i gegendie Aufführung romantischer Schauspiele auf dein hlmät,«' lrune« r Porst« Ilunzcnmachten. Derselbe Antagonismus der romantischen und der classischen Schulehat auch in Italien sich gezeigt. Indeß beschreiben die Gegner des Romantische»diese Gattung nur in ihrer Ausartung. So Diennet, dieser Meister in derEpistel, wenn er in seinerluntrc u»x älnsrs sur les roinautignoL" (Paris 1824) sagt:

,,li est la mel.incolie ct la invstlclte,

li est I utlect-uion >Ie !i> ninveie ;

li'est un mnncle ich al gii'on volt rlans les nNiiZes

Taut, jusguüii sentiiix-iii. n v pzrle gu en ini.sges.

li est un je ne s.iis ,z»nl «Innt r>n est ti uns^ori«' , ,

lit «noins on le cnin^in-nil, plus on est enelninte". oi-i-r.

Romanze, die eigentliche DichkungSart der romantischen Poesie. Wiedas Romantische zwischen griechischem und nordischem Geiste in der Mitte sieht,so scheint die Romanze die Frucht zu sein, welche epische Poesie in dem südlichenEuropa im schönen Zeitalter des RuterchumS allein bringen konnte und wirklich ge-bracht hat. Wenn nordische Poesie in einzelne große, ungeheure Sagen zusam-mengeht, wenn das griech. Epos fast einng in dem großen aber einfachen Cyklusdes trojanischen Kriegs sich bewegt und überall eine edle, würdige Einfall im Rathder Dlymposbewohner wie im Schlachtgercükl der Helden vor Troja offenbart: soist die romantische Epik in unzähligen kleinen Blukben und Blumen aufgegangen,durchgängig mit lyrischen, Ausdruck, und das der Grund des unendlichen Reich-thums an Romanzen. Das größte Epos des Südens bleibt immer des Ariosto herr-licher Blumengarten; aber ist er etwas Andres als eine köstliche Perlenschnur derlieblichsten Romanzen, sinnvoll und künstlich angereiht? Und selbst Taffo's .Be-freites Jerusalem" löst sich in eine Reihe schöner kleiner epischer Dichtungen auf,durch welche sich nur der rothe Faden der Verehrung für das herzoglicheHauS, dasihn beschützte, hindurchzieht. Dies gibt uns, glauben wir, die beste Theorie derRomanze. Sie ist episch (un weiter» Sinne des Worts), aber zwischen dem Hel-dengedicht Homer's und den nordische» Sagendramen in der Mitte liegend. Listeverhält sich auf der einen Seite zu dem Heldengedicht wie die Novelle zum Ro-mane, auf der andern Seite hat sie das Gedrängte, Rasche der dramatischen Dar-stellung und ist ganz aus der Individualität der romantischen Bildung hervorge-gangen, mit welcher sie auch den Ursprung ihrer Benennung gemein hat. Zurein und hell, zu licht und fröhlich ist die Romantik, als daß sie zu dem Ernsteund dem Ungeherrern der nordischen Poesie sich erheben könnte; aber auch zu sehraus Genuß berechnet, zu sinnlich, zu bunt und gaukelnd, als daß sie die idealffche