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Neunter Band. R bis Schu.
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Rost (Joh. Christoph) Rostock

nimmt ihn an den Gewachsen wahr, wo er sich wahrscheinlich aus zurückgebliebe-nen, an der Luft erhärteten und zu Staub gewordenen Psianzensästen erzeugt.

Rost (Iobann Christoph), ein Dichter und witziger Kopf, geb. 1117 zuL.-ipzig, wo s. Vater Kimer an der Thomaskirche war, siudirke die Rechte, widmetesich aber nachher den sogen, schonen Wissenschaften. 1742 ging er nach Berlin und gab dort s. „Schäfererzählunzen" heraus, in denen eine ergötzliche Leichtigk itund «chalkhasligke t nicht zu verkennen sind. In Leipzig , wohin er zurückkehrte,erschienen von ihm »Die gelernte Liebe", ein Scbäsertrama in 1 Aufzug, und„Das Vorspiel", ein sakyrffch episches Gedicht in 5 Ges, worin er schon damalss. vormaligen Lehrer Goisched angriff. Da er indeß keine sonderlichen Aussichtenvor sich fab, ging er abermals nach Berlin , schrieb hier die Haude-und Tpeiier'-sche politische Zeitung, kehrte aber bald nach Sachsen zurück und ward 1744«ecrelair und Bibliothekar des Grafen Brüht. Hier schrieb er, als Weiße's ko-mische Oper: „Der Teufel ist los", Gottscheds kunstrichkerlichen Ingrimm er-regte, s. bekannte „Epistel des Teuf-lS" gegen Gottsched , unstreitig s. witzigstesWerk, wiewol ziemlich kraftlos. 1760 wurde R. Obersteuersecretair zu D res-den und erwarb sich in diesem Amte allgemeine Achtung. Er starb 1765. Nochbesitzen wir von ihm Briefe und vermischte Gedichte, unter denen sich auch seineberüchtigte Erzählung: „Die schöne Nacht", befindet, ein Hochzeitgedicht, dasohne sein Vorwissen ins Publicum kam.

Rostock, eine der bedeutendem Handelsstädte an der deutschen Ostseekfiffeund die größte Statt (mit 17,400 Emw., unter denen kein Jude gelittm wird)in Mecklenburg, liegt in der Herrschaft Rostock an der Warnow, welche hier eineansehnliche Breite erhält und sich 2 Meilen nördlicher, bei dem Flecken Warne-münde, in die See ergießt. Sie ist in ihren 3 Theilen, der Alk-, Neu - undMittelstadt, im Garnen gut gebaut, und ihre alterkhümlichen Giebelhäuser,mit burgzinnenähnlicher Vorderseite, gewähren einen reinern Eindruck als manchedazwischen gestreute moderne Gebäude. R. hat 9 Kirchen, unter welchen dieMarienkirche mit den Gebeinen des Hugo GrotiuS sich auszeichnet. Unter denPlätze» zeichnet sich der ehemalige Hopf-nmarkt, jetzt Blücherep'atz, nicht sowoldurch Regelmäßigkeit als durch Blücher'S Standbild von Erz, eine Arbeit des äl-tern Schakow, aus, welches von den Fürsten und Ständen Mecklenburgs demberühmren Landsmanne 1819 hier errichtet ist. Es ist von emer schönen Garten-anlage und diese wiederum mit einem Gitterwerke von Gußeisen umgebe». Ro-stocks Lieehaf n ist zu Warnemünde ; aber auch hier können Schiffe von 8 — 10Fuß Tiefe emlau'en, größere muffen aufeiner unbeschühlen Rhede ihre Ladung er-leichtern, und selbst die Erhaltung dieser geringen Hafentiefe ist für die Stakt miteinem jährl. kochst bedeutenden Aufwande verbunden. Die Stadt ist mit Mauern,Wällen unk Gräben umgeben, ohne jedoch eine haltbare Festung zu sein; sie fuhrtmit mehr als 130 eignen Schiffen einen lebhaften Handel, der jedoch nur einSchattenbild ikrer mercantilischen Wichtigkeit in den mittlern Jahrh. ist. Auchhat sie mehre Fabriken, Zuckeiffedereien :c. und hält jährl. eine Messe. Ein uralterslawischer Ort, wurde Rostock 1161 von dem Dänenkönige Waldemar 1. erobertund mit s. berühmten Gößenbilde in Asche gelegt. Um 1170 durch den christl.Oboiriienfürsten Pribislav II. wiederhergestellt, zog s. günstige Handelslage baldeine starke deutsche Bevölkerung zusammen, und als Fürst Hstnrich Borvin 1.1218 ihm die Lttadtgerechligkeil verlieh, muß es bereits ungemischt deutsch undniit Municipaleinrichlungen versehen gewesen sein. Von 1237 — 1301 Residenzder Herren von Rostock , dann unter dänischer Hoh-'ir, ist die Stadt seit 1323mecklenburgisch und zwar seit 1695 der schwerinischen Linie allein zuständig ge-wesen. Mitglied der Hansa, fast von ihrem ersten Ausblühen an bis 1630, demTodesjahre der großem Verbindung, und eine lange Zeit in ihr unter den Städte»