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Routiniers
Routiniers nennt man diejenigen Ärzte, welche bei der Ausübung ihrerKunst bloß eingelernte Regeln in Anwendung bringen, ohne sich um die liefere Be-gründung derselben zu bekümmern. Solche Regeln sind bald aus der rohesten Em-pirie, bald von irgend einem medicinischen Systeme entlehnt. Jedoch in d-m einensowie in dem andernFalle wird man finden, daß der Routinier entweder von sehr be-schränkten Geisteskräften ist, oder daß s. frühere wissenschaftliche Bildung in hohemGrade vernachlässigt worden war, oder endlich, daß beide Umstände vorhanden sind.In der Stufenfolge der Heilkünstler werden daher jederzeit die Routiniers den nie-drigsten Rang haben. Der Übergang vom Routinier zum Charlatan ist sehr ge-wöhnlich; beide Charaktere sind daher oft vereinigt. Alsdann aber bildet sich eineniedrige und sehr schädliche Individualität aus; der Routinier, der sich dafür er-kennt und weiter Nichts sein will, kann beim Mangel wirklich ausgebildeter Ärzteeine nützliche Rolle als Landarzt (wie z.B. in Daiern) spielen. Er wird in den Fäl-len, w.> seine Regel nicht ausreicht, einen andern Arzt zu Rathe ziehen, was begreif-lich der Charlatan im frechen Üb.rmukhe unterläßt.
Roveredo , Rovereith, 45° 55' 38" Br., 23° 40' 20" L., eine gut gebauteKreisstadt der gssülst. Grafschaft Tirol, liegt im Etschthale, da wo sich der kleineCeno in die Elsch ausmündet, an der Heerstraße von Trient nach Peschiera . Einfestee Schloß beherrscht die Umgegend und den Ort, der ungefähr "7200 Emw. zälsst,die sich größtentheils von Seidenspinnerei, Seidenfärberei und Seidenhandlung(vorzüglich Nähseide) ernähren. Außer mehren Ku chen, 3 Mönchsklöstern und ver-schiedenen Verwaltungseollegien- befinden sich zu Roveredo ein Gymnasium, eine
k. k. Akademie der Bedächtigen (N-fti -ipuuti, vom Caval. Vanetli 1150 gestiftet)und ein englisches Fräuleinstift. Der Ort ist militairssch wichtig, wie m>hre Ge-fechte beweisen, die in s. Nähe vorfielen, namentlich das am 3. und 4. Sepr. 1190zwischen Massina und ein m Theile des Wurmser'schen Heeres. Wuims-i's An-strengungen im Juli, der Lage der Dinge in Italien eine andre W ndung zu gebenund Mantüa zu retten, hauen keinen wettern Erfolg, als daß die Einschließungvon Manma ,auf kurze Zeit von Bonaparle aufgehoben wurde, wodurch dieser Fe-stung am 2. Aug. fg. einige Unterstützung zugeführt werten konnte: ein Vortheil,welchen die Ostreicher zu theuer erkauften, denn sie wurden bei Leonako, wo Bona-pai te am 3. Aug. den General O.uosdanowiisch, bei Castiglione, wo er am 5. Aug.den General Wurmser selbst schlug, u. a. a. O. blsiegt und nach Tirol zurückge-drängt. Hier nahm Wurmser südlich von Roveredo zu beiden Seilen der Elscheine feste Stellung, Italien noch immer bedrohend, indem er mit einem Theile seinerStreitkräfle wieder gegen die Drenta bisDassano vorrückte. Napoleon verkanntedie Wichtigkeit dieser Stellung keineswegs und säumte nicht, durch wohlbercchneteund überraschend kühne Gegenwirkungen die Plane des Feindes zu vernichten.Zuerst sein Augenmerk auf das östreich. Corps unter Davidowich bei Roveredo rich-tend, bewegte er rasch die Division Massina auf dem,rechten User derEisch überAlla und Serrävalle, die Division Vaubow auf dem linken Ufer dieses Flusses geg ndie östreich. Stellung beiSän-.Mai co, und ließ durch Augereau den Angriff unter-stützen. Nach hartnäckigem Widerstand überwältigte Vaubois den rechten Flügeldes östreich: verschanzten Logeis bei Mori, und Masisina brachte die Gegner beiSan-Marco zum Weichen. Im zweitägigen Kampfe gänzlich geschlagen, zogensich die östreich. Truppen topft r fechtend durch Roveredo , hielten sich eine Zot langjenseits des Orts in dem festen Schlosse Calliano , wurden jedoch auch daraus ver-trieben und zogen sich 3 Meilen hinter Trient zurück. Man schätzt ihren Verlustauf 5060 M. und 25 Kanonen. Dadurch ward den Franzosen unter Mssftnadie Einnahme voN Trient möglich; der östreich. Feldherr Wurmsr aber, welcherwährend de? Kämpfte bis Verona vorgedrungen war,' wurde von Bonäpaite am
l. und 8: Sept. an kör Bresila und bei Baffäno eingeholt- am S: ron s. Nach-