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Neunter Band. R bis Schu.
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Rußland (neuere Geschichte) SOI

verloren gingen. Es war der Krieg der polnischen Partei mit der Partei des fal-schen DemetriuS '), welcher erst 1613 durch die Thronbesteigung Michaels Fcdo-rowitsch, und durch die Friedensschlüsse zu Stolbowa mit Schweden 1617 und zuDivelina mit Polen 1618 beendigt wurde.

III. Neuere (beschichte. Die Russen wählten Michael, einen Sohndes Metropoliten von Rostoff und nachmaligen Patriarchen Philarek, dessen Fami-lienname Feodor Nikitowitsch (Sohn von Nikira) Romanoff war, 1613 zumZar mit unumschränkter, Erblicher (Gewalt. Er hatte Viele Parteien, und auchdie Schweden, welche unter ihrem Anführer de la Gardie einen Einfall in Ruß-land gethan hatten, gegen sich; aber er siegte über alle Schwierigkeiten, stellte zumTheil die alten Verhältnisse Rußlands wieder her und regierte ziemlich ruhig bis1646. Unter s. Sohne Alexej wurde der letzte falsche DemetriuS 1663 enthauptet.Hn diese Zeit fällt der Anfang der Türkenkriege. Seit 1472, also nach der Zeit dermongolischen Herrschaft, waren die osmanischen Türken Nachbarn der Russen ge-worden, und 200 I. nachher entstand 1671 der Krieg mit ihnen wegen der Ukraine und wurde bis 1681 auch unter Feodor Alepjewitsch fortgesetzt. Alexej (st. 1676)und s. Sohn Feodor III. (st. 1682) erwarben sich Verdienste um die innere Aus-bildung des Reichs. Jener errichtete einige Seiden- und Leinenmanufacturcnund die ersten Posten. Unter ihm hörte die Einfuhr fremden Biers und Brannt-weins auf. Er ließ Eisen- und Kupferbergwerke anlegen, den Schiffbau Verbessernund die Nordküste Asiens beschissen. Er sammelte die llloschenije, die noch jetztgesetzliches Ansehen hat, und demüthigte den Stolz des Patriarchen. Feodor abervernichtete die Ansprüche des Adels auf den erblichen Besitz der Hähern Stellen, in-dem er die Geschlechtsregister desselben verbrennen ließ, und ernannte s. unmündigenHalbbruderPeter, mitVorbeigehung des schwachen Iwan, zum Thronfolger. Zwarbrachte s. Schwester Sophia es durch die Strjekzi dahin, daß Beide zu Zaren aus-gerufen wurden und sie selbst die Regentschaft erhielt; allein 1680 ward sie in einKloster gesteckt, und Peter I. regierte, weil Iwan ihm die Verwaltung überließ,allein. Rußland erstreckte sich von Archangel bis Asow, war aber noch getrenntvon dei'L)stsee. Die Bewohner dieses weite» Landstrichs machten jedoch Eine Nationaus, und fanden darin eine mächtige Stütze gegen ihre feindlichen Nachbarn;Sprache und Religion vollendeten die Einheit. Peter wurde für Rußland , wasPhilipp für Macedonien gewesen war; die Macedonier wurden Hellenen, die Rus-sen Europäer . Über die Geschichte s. Schöpfung: europäisches Heerwesen; Erobe-rung AsowS und der Ostseeprovinzen; Erbauung von Petersburg und Kronstadt ;Umgestaltung des Innern :c. s. d. A. Peter 1 . Durch den Erwerb der Ostseeküstetrat Rußland in die Reihe der europäischen Mächte, und hielt, indem es sich an dieSpitze der nordischen Staaten stellte, späterhin dem westl. und südl. Staatensy-steme das Gleichgewicht. Der Tag bei Poltawa (8. Juli 1700) entschied über denNorden; Schwedens Übermacht warzcrstört. Unter harten Bedingungen schloß dasvom 20jähr.Kampfe erschöpfte Schweden den Frieden zu Nvstadt (lO.Sept. 1721).So ging Rußland, in s. Heere und in s. neuen Hauptstadt dem übrige» Europa gleichgestellt, aus dem Kampfe als Kaiserthum hervor und beschichte mit s. eignenFlotte siegreich die Ostsee. Peters Entwürfe gegen die Pforte, 'Pursten und Po-len wurden erst in der Folge ganz ausgeführt. Seine Gemahlin und Nachfolgerin,Katharina 1. , regierte (172527), unter Menzikoff's Leitung nur aus das In-nere bedacht, ohne auf die auswärt. DerhältnisseRücksicht zu nehme». Unter ihrem

*) Der ächte DemetriuS, Iwan; II. jüngerer Sohn und Fcodors Bruder, soll vomTkrvarauber Boris Khvdunoff ermordet worden sein: eine durch neuere Forschungensehr ungewiß gemachte Sage, die icdvch Karamst» als erwiesen annimmt. Der ermor-bete DemetriuS ist in Rußland ein Lirchenhciligcr. S. des Eap. Margcret ,,l?-«-,r «tu

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