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wenngleich kalte, Winde weben. Um die Pole selbst schneit es fast unaufhörlich,selbst im Sommer, und die Lchneemaffen sammeln sich dort zu ungeheuern Höhenan. Ungefähr 140—150 Meilen diesseits des Nordpols schneit es, wenigstens inmanchen Gegenden, im Juli und August nicht. Je mehr man sich der Linie zuwen-det, desto kürzer ist die Schneezeit. In Nortdeutschland kann man in der Regelannehmen, daß es im Mai, Juni, Juli, Aug. und Sept. nicht schneit; in Süd-deutschland , die hohen Gebirgsgegenden ausgenommen, fällt noch weniger Schnee;in Qberitalien ist er nicht selten, doch bleibt er seit n so lange liegen, daß Schlitten-bahn würde. Zu Neapel fällt in den Ebenen fast gar kein Ldchnee, und er thautgleich wieder weg. Näher gegen die Wendekreise hin, auf Malta und in Nord-afrika kennt man den Schnee nicht, und innerhalb der heißen Zone noch weniger.Jenseits des südl. Wendekreises fängt er schon etwas früher wieder an, und nachdem Südpole hin trifft man weit eher unaufhörliches Schneegestöber als gegen denNordpol zu. Hohe Berge, wie die Schweizeralpen, der Ätna , die Schneeberge inSüdafrika und selbst die Andes lind Tordüleras unter oder am Äquator in Süd-amerika hüben ewigen Schnee. — Der Schnee ist von wohlthätigem Einflüsse.Bei dem heftigsten Froste der Polargezenden bleibt die Temperatur schon 4 Fußunter der Oberfläche des Schnees immer die des anschauenden Eises. Alan siehtdaraus, welche Decke er dem Erdboden mit den darauf befindlichen Pflanzen ge-währt, und wie warm selbst die unter dem 0 — 8 Ellen hohen Schnee begrabenenHütten der Polarmenschen liegen müssen. Auch bei uns ist der Schnee in kaltenWintern eine nnenibehrlicheDecke; viele Gewächse gehe», wenn er fehlt, zu Grunde.Dagegen schadet er selbst den zartesten Gewächsen nicht, die gar keinen Frostertra-gen können. Sie liegen sicher darunter, und einige Pflanzen wachsen und blühensogar unter dieser Decke. Ebenso schützt der Schnee den thierischen Körper gegen diezerstörenden Wirkungen einer übermäßigen Kälte. Reisende, von der Kälte erstarrt,welche in den Echnee begraben wurde», lebten wieder auf, da sie an der freien Luftnie erwacht wären. Daher wühlen sich auch die Bewohnerder Polargegenden, wennsie vor Ermüdung oder derNacht wegen ihreWinterwoknungen nichterreichen kön-nen, so tiefals möglich in den Schnee ein, und setze» nach einigen Stunden erquicktihre Reise weiter fort. Der S chnee auf den Gebirgen ist ein UnterhaltungSmittelder Quellen. Irrig ist es, ihm eine besondere befruchtende Kraft beizulegen; errann den Pflanzen nur als Feuchtigkeit und als Decke gegen die Kälte nutzen. S.Lampadius's „Grundriß der Amiosphärologie" (Frciberg 1806).
Schneeberg , wohlgcbauteBergsiadt im erzgebirgischenKreisedesKönig-reichs Sachsen, auf einem Berge, unweit der Mulde, aus welcher ein Floßgrabenabgeleitet ist, worauf das Holz nach Ldchnecberg geflößt wird. Sie enthält 2 Kir-chen, darunter die Stadtkirche eine der schönsten >m Lande ist, 606 H. u. 5800 E.,welche vom Bergbau, von Verfertigung von Seiden- und Zwirnspihen, Blonden,Posamentir- und Drechsler arbeit, von Arzneiwaarenbereitung und Bierbrauerei le-ben, und Lpihenhandel treiben. Auch ist hier 0. Geitner'S Argentanfabrik. Essind hier der Sitz eines BergamtS, ein Gymnasium, mehre Bürgerschulen, worinzugleich das Spitzenklöppeln gelehrt wird, ei» Waisenhaus und ein Hospital. Auchist hier die Hauptniederlage des k. Blanfaibenwcrkes im Dorfe Schlema , welchesam Floßgraben in einiger Entfernung von der Stadt liegt. Drei Viertelstunden von«:chneeberg ist der Filztcich, der eine Stunde im Unifange hat, und aus welchemmehre Berggebäude zur Betreibung ihrer Künste die Aufschlazwaffer erhalten.1'83 zerriß das angelaufene Wasser den Damm des Teiches und richtete in 2 naheliegenden Dörfern einen großen Schaden an, wobei 18 Menschen umkamen. Manhat st-it diesem Vorfalle die besten Vorkehrungen getroffen, um ähnlichen Unfällenvorzubeugen. Gleich neben dem Filzte che sind Torssiechereien. «Lichneeberg wurde1441 erbaut, als man beim hiesigen fthr alten Bergbau neue reichhaltige Silber-