46 Tarokspiel TarquiniuS (Lucius)
in den wichtigsten LebenSverhältniffen, und ihre Darstellungsgabe ist nicht ohneKraft, wie u. A. ihr Roman „Thorilde" (Leipz. 1816) beweist. Daß sie die höhernund die höchsten Angelegenheiten des Menschenlebens würdig darzustellen weiß, siehtman in ihren „Lilien" (1821). Mit großer Sorgfalt hat sie die Charaktere gezeich-nct; Gedanken und Ereignisse erklären sich gegenseit'g; der Styl ist correct, dieSprache gebildet. Diese Borzüge besitzt auch F. T. 'g nach dem Engl. bearbeiteterRoman: „Sir Richard Falconer und William" (Leipz. 1825, 2 Thle.), und dieSammlung unter d. T. „Reseda" (Leipz. 1827, 2 Thle.). Auch gab sie eine „Aus-wahl aus ihren Schriften" (Leipz. 1829 sg.) in mehren Bänden heraus.
Tarokspiel, vielleicht das angehendste, aber auch das schwierigste undverwickeltste aller Kartenspiele, das mit 78 Blättern gespielt und von den dazu gehö-rigen 22 Trümpfen oder Taroks benennt wird, deren wichtigster der Sküs (von «x-c,i«r abstammend) ist. Wenn das Tarokspiel, wie nian behauptet, eine Erfindungder Araber, und von ihnen nach Spanien, durch die Kreuzzüge nach Italien u. s. w.gebracht worden ist, sodaß die franz. und deutschen Karten und daraus begründetenSpiele nur in Nationalgewohnheiten auszusuchen sind, so dürfte vielleicht das Tarok-spiel seinem morgenländischen Ursprünge am getreuesten geblieben sein. Die Ab-weichung der Tarokkarte von der gewöhnlichen französischen beruht auf jenen 22Taroks und auf 4, zwischen Dame und Buben innestehcnden Cavals (Reiter-bildern). *e.
Tarpeja war die Tochter des Spurius Tarpejus, eines Römers, dem indem Kriege des RomuluS mit den Sabinern die Behauptung einer Burg auf dersüdl. Seite des capitolinischen Berges anvertraut war. Sie ließ sich voin Tatius ,dem Heerführer der Sabiner, bestechen, ihm ein geheimes Thor in diese Burg zueröffnen, und einer Sage nach erhielt jene Seile des Berges davon den Namen'l .ni pejuz INOIIS. Bekanntlich wurden bei den Römern Verbrecher von dem tar-pejischen Felsen (saxum targejum, ,u>»z t.irpeja) herabgestürzt. Oft be-drohten die Volkstribunen Personen vorn ersten Range mit dieser Strafe, die auchzu Horaz's Zeiten noch nicht abgeschafft war. Tiberius ließ sie noch an deni Wex-tus MariuS vollziehen.
TarquiniuS (Lucius), der Ältere (PriscuS), der 5. König der Rö-mer, Sohn eines korinthischen Kaufmanns, Dcmaraküs, hieß in Tarquinii, *)einer ctrurischen Stadt, wo er geboren war, Lucumo. Er vermählte sich daselbst mitder ebenso reichen und vornehmen als stolzen Tanaquil, die ihn bewog, nach Rom zu ziehen, wo er sich Lucius TarquiniuS nannte. Als Nacbfolger des Ancus Mar-tins regierte er vom I. Roms 138—175, o^- r von 617 — 578 vor Chr. Ervermehrte die Zahl der Senatoren und der Ritter und erweiterte durch seine beständi-gen Kriege mit den Lateinern, Sabinern und Etruskern die römische Macht. Veitden von diesen Völkern eroberten Schätzen verschönerte er die Stadt Rom , ließ siemit einer Mauer versehen, gründete das Capitol, führte die Triumphaufzüge und a.Gegenstände des Luxus ein und legte den Grund zu den T.nnpeln des Jupiter , derJuno und der Minerva. Er hatte seine Tochter mit Servius Tullius verheirathet,
*1 Im I. 1827 eröffnete man in der Nachbarschaft der jetzt päxstk Stadt Corner»(Sitz eines Bischofs) die Hyxogäen oder Grabgewölbe der alten mächtigen Stadt derHetrusker, Tarquinii. Bar. v. Stackelberg und Pros. Tbürmer (in Dresden ) zeich-neten die darin erhaltenen farbigen Wandgemälde ab <47 Stcindrucktafcln mit 225 Fi-guren sollen bei Cvita u. d. T. „Älteste Denkmäler der Malerei, oder Wandgemälde ausden Hnpvgäcn von Tarquinii" erscheinen). Von den Tdermen dieser Stadt war 1829der 3. Theilausgegraben, sowie Mosaik-Bruchstücke, geflügelte Kinder, Nereiden, großeVasen mit Gemälden u. dgl- m- Auch fand man 3 ctrnskische Tempel mit Zellen, undwichtige Inschriften aus dem 2. Jahrkunderle des röm. Kaisern,ums. 1830' eröffneteman ein altes, großes Denkmal, das man für eine emiskische Pyramide hält- Tarquiniiwar unter den Römern eine Cvlvnie und Municipalstadt.