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Theresia (Maria)
dieselbe zu keilen, zu beschränken oder nachzuahmen habe. Der dritte Abschnitt han-dclt von der Auffindung der Bestimmungsgründe für ein zu wählendes Heilverfah-ren, oder von den Anzeigen und Gegenanzeigen, wie man diese (Gründe in den ärzt-lichen Schulen nennt. Der vierte Abschnitt stellt gewisse allgemeine Verfahrungü-arten auf, welche auf verschiedenem Wege gewisse allgemeine Heilzwecke verfolgen,lind deßhalb Fundamentalmeihoden des Heilgeschäfies genannt werden, so z. D.die zusammenziehende, erweichende, stärkende, enizüntungowidrige, reizende, be-ruhigende, nährende, ausleerende, auflösende, ableitende, umändernde Heilme-thode, und gibt zugleich die Mittel an, welche zur Erreichung dieser Zwecke anzu-wenden sind. Auf diese Art leitet die allgemeine Therapie wissenschaftlich in die be-sondere, welche einzelne Krankheitsformcn behandeln lehrt, ein, ebensowie diesebesondere Therapie einführen soll in das eigentliche Geschäft des Arztes, in die Be-handlung des individuellen Falles; diese aber kann, wie jede Kunst, UM'durch Aus-übung, nur am Krankenbette selbst erlernt werden; die Anleiiung dazu gibt dieKlinik. 16.
Theresia (Maria), Königin von Ungarn und Böhmen, Erzherzogin zuÖstreich und gekrönte deutsche Kaiserin, die Tochter Kaiser Karls V I., war zu Wien 1717 geb. Von ihrem Vater (1718) durch die pragmatische Sanction (s. d.)zur Thronfolgen» bestimmt und 1736 mit dem Herzoge Franz Stephan vonrhringen vermählt, welcher 1757, vermöge des Friedens von Wien (3.L)ct. 17B),Großherzog von Toscana wurde, bestieg sie den Tag »ach Karls Tode (21. Lct,1746) den Thron von Ungarn, Böhmen und Östreich und erklärte 21. Nov.)ihi en Gemahl zum Mitregenten. Sie fand die Monarchie erschöpft, das Volk miß-vergnügt, die Schatzkammer leer, und das Heer, mit Ausschluß dessen, was irItalien befindlich war, nur 30,666 Mann stark. Da machte der Kurfürst KarAlbrecht von Baiern, von Frankreich unterstützt, Ansprüche an die östr. Erblandeund die Kurfürsten von Kölln und Pfalz wollten gleichfalls T.'s Erbfolge nicht a--erkennen. Karl Albrecht von Baiern stammte nämlich von Anna, der älter» Tod-ter Ferdinands I., ab, der durch s Testament bestimmt hatte, daß un ErlöschuigS-salle des östr. Mannsstammes die Thronfolge von Böhmen und Östreich auf OneTöchter und deren Erbe» übergehen sollte. Indeß erklärten sich Preußen, Oolenund Lachsen, Rußland , die Generalstaaten und England für die Königin. NurFrankreich zögerte mit einer deutlichen Erklärung. Gerade in diesem Zusto-te derUnruhe des östr. Hofes erneuerte Friedrich II. seine Ansprüche auf 4 schlesiche Für-stenthunier, und erbot sich, wenn er sie erhielte, die junge Königin gegen ch'eFeindezu vertheidigen. Zugleich rückte er den 23. Dcc. 1740 mit einem Heeren Schle-sien ein. M. T. war über diese» Schritt des Königs ebenso erstaunt as entrüstet,und Friedrichs Anträge wurden sämmtlich verworfen. Unterdessen wuchte der Kö-nig in Schlesien , wo ihn die Protestant. Einw., die unter Östreichs Hrrschast sehrgedrückt waren, mit Jubel empfingen, schnelle Fortschritte. Mit großer Entschlos-senheit verweigerte die Königin von Ungarn , obgleich sie nirgends einen Bundes-genossen fand, jede Nachgiebigkeit, und versammelte in Mähren ein Heer unterdem Generalfeldmarschall Neipperg. Allein der Mangel an Magazinen und dieschlechten Wege hinderten Neipperg, ihätig zu wirken. Die Östreichcr wurden beiMolwitz (10. Apr. 1741) geschlagen. Nun unterhandelte im Namen Frankreichs der Marschall von Belle-Isle mit dem Könige von Preußen zu Molwitz über dieAuflösung der östr. Monarchie. Denn auch Philipp V., König von Spanien ,machte, als iiiännlichcr Habsburg, vermögeFamilienverträge von 1617, Ansprücheauf die Thronfolge in Östreich; Karl Emanuel, König von Sardinien , ein Nach-komme von Katharina, zweiter Tochter Philipps II., verlangte Mailand ; Au-gust III. machte, ungeachtet des von ihm soeben erst mit M. T. geschlossenenVertrags, wegen seiner Gemahlin, Josephs I. ältesten Tochter, ähnliche Foterun-Eviivcrsiiliviis-rez'icvn. Bd. XI. 12