862 TridentinischeS Concilium
mögen angeschlagen, und kam nach dem unter Serums Tulkniü eingefi'ihrten Cen-sus auf. Die 8. fand nur in außerordentlichen und dringenden Fallen statt und»rar an keine Regel gebunden, ward oft freiwillig gegeben, und manchmal wiederzurückbezahlt. — Jetzt gebraucht man das Wort Tribut hauptsächlich von sol-chen Abgaben, welche die bezwungenen Volker an den Sieger zahlen. Figürlichnennt man auch Tribut, was Einer von dem Andern als Schuldigkeit fodert,z. B. Tribut der Ehre, Tribut der Dankbarkeit.
TridentinischeS Eonciliu m. Was auf den Concilien zu Kon-stanz und Basel für die Kirchenverbesserung beabsichtigt worden war, hatte die Po-litik der Päpste nicht zur Ausführung kommen lassen. PiuS I I. verbot 1460 jedeApellation an ein allgemeines Concilium, und Julius II. erneuerte dieses Verbot1512 auf einer Synode zu Rom . Gleichwol konnte die kachol. Christenheit dieBefriedigung ihres lauten Verlangens nach gründlicher Reformation der Kirche nurvon eineni allgemeinen, freien, d. h. von Papst unk Fürsten unabhängigen, Con-cilium hoffen, und im Laufe der deutschen Reformation gaben selbst die Protestant.Fürsten ihre Bereitwilligkeit zum Frieden der Kirche oft durch die Federung einessolchen Conciliums zu erkennen. Am eifrigsten betrieb es Kaiser Karl V. Er hattewährend seiner Regierung kein wirksameres Mittel, Zugleich den Papst zu schreckenund die Protestanten hinzuhalten, und so beider Parteien Meister zu bleiben, alsdaß er ein Concilium auf deutschem Boden beharrlich von jenem federte, und esdiesen verhieß; denn während der Papst die Untersuchungen, die dabei zur Sprachekommen konnten, mir Recht als die gefährlichste Klippe seines Ansehens fürchtete,durften die deutschen Protestanten, aus Rücksicht gegen ihre kathol. Mitstände, sichwenigstens nicht weigern, eine Vertröstung anzunehmen, die eigentlich nur nochfür Letztere Bedeutung hatte. Karl kündigte auf dem Reichstage zu Augsburg 1530den Ständen das Concilium feierlich an, und um wenigstens zu veichüte», daß eres nicht auch selbst ausschriebe, mußte man in Rom Anstalten dazu treffen. Da-her setzte es Clemens Vli. noch in demselben I. unbestimmt, und sein NachfolgerPaul III. zum '21. Mai 1581 nach Mantua an. Wegen der nicht zu bewilligen-den Bedingungen des Herzogs von Mantua wurde daraus Vicenza und der 1. Mai1538, worauf, weil dahin kerne Prälaten kamen, wieder Aufschub, erst bis Ostern1530, und, da weder Frankreich noch Deutschland den Ort genehmigten, gar auf»nbeüimmte Zeit folgte. Vom regenSburgcr Reichsabschiede 1541 gedrängt, setztePaul c? aufs Neue zum 1. Nov. 1542, und um doch seine Bereitwilligkeit zurWahl einer deutschen Statt zu zeigen, nach Trient an. Seine Legaten kamen den22. Nov. wirklich daselbst an, aber ein neuer Krieg des Kaisers mit Frankreich gabVeranlassung zu abermaliger Verschiebung auf gelegenere Zeit. Diese glaubte derPapst mitte» unter Karls Rüstungen gegen die Protestanten gefunden zu haben,und schrieb das Concilium um, 15. März 15,5 aus. Die Cardinäle Del Monte,Cervino della Crore und PoluS langten zu rechter Zeit als präsidirende Legaten zuTrient an, weil aber zu wenig Bischöfe (20) und Gesandten nachkamen, vertriebman sich die Zeit mir Rangstreitigkeiten und Spazierfahrten; der Sommer ver-strich, während die Prälaten ab - und zufuhren, bis endlich auf Befehl des Papstesam 13. Dec. 15-t5 die tridentinische allgemeineKirchenversammlung (äigi-ruriiiutaovcumeuic'.i et ^onoi.ili« 5v>>'i>Iu5 I > uleuliuri. jn^is-uleiitilnui w^ttis apnsta-lioi,, nannte er sie in seinen, Breve) mit der ersten Sitzung von 25 Bischöfen undeinigen andern Prälaten feierlich eröffnet wurde. Zn den darauffolgenden vertrau-lichen Besprechungen traf man die Einrichtung, daß Ausschüsse von Bischöfen undDoctoren der Theologie die zu verhandelnden Gegenstände bearbeiten und vorberei-ten, in Particular- und Generalzusammcnkünfren (nicht öffentlichen Sitzungender Väter), dann die entworfenen Decrete und Kanones zur Beratbschlagiuig unddurch Mehrheit der Stil »neu (nicht nach den Nationen, wie zu Konstanz, son-