69 '
Lauft
fehl als Reserve zugewiesen ward. In diesem Verhältnisse nahm er an dem Siegevon Großbeeren insofern nur mittelbar Theil, als er aus dem linken Flügel desHeeres bei Blar.kenfelde die Angriffe des überlegenen 4. sranz. Corps (Dertrand)zurückwies. Wenn die Ergebnisse dieses Kampfes auch nicht besonders glänzendwaren, so sind sie doch als sehr wesentlich zu betrachten; denn ohne die ausharrendeVertheidigung jener Stellung wäre wenigstens ein so entscheidender Sieg beiBeeren nicht denkbar gewesen. Fast ebenso verhält cS sich mit s. Theilnahmean den« glorreichen Siege von Denncwitz; denn .nachdcm eine seiner Brigadenam 5. Sepk. bei Zahne der von Witteuberg voi dringenden Ney'schen Armee fe-sten Widerstand entgegengesetzt und dadurch des Feindes Meinung, er habe dieHauptmacht der Verbündeten vor sich, bestärkt hatte, mußte sein Corps, am fol-genden Tage vorwärts Iüterbogk aufgestellt, eine Zeit lang den überlegenen An-griff aushallet! und ward auch zurückgedrängt. Während dieses Kampfes war aberdas Bülow'sche Corps in des Feindes linker Flanke angekommen, das Gefechtwendete sich nun hauptsächlich gegen sie und ward auf die bekannte ruhmwürdigeWeise beendet. Tauenzien gerieth am Tage vorder, von einer Berathung mit demGen. Bülow zurückkehrend, r» die auf dem Marsche befindlichen feindlichenTruppen und rettete sich nur durch Geistesgegenwart, indem er sich für einen sranz.Gen. ausgab, vor der Gefangenschaft. Als sich nach der Schlacht vonDennewitz dieNordarmee der Elbe näherte, deckte der GrafT. ihren linken Flügel, und folgte ihrdann am 5. Oct. bei Roßlau über diesen Fluß. Da aber die schlksische und Nord-armee vereinigt ani 11. Dct. über die Saale gingen, um Bonaparte auszuwei-chen, ward sein Corps, um die Brücke bei Roßlau und zugleich Brandenburg ,besonders aber die Hauptstadt, zu decken, bei Dessau zurückgelassen. Als sich nunbald 2 sranz. Colonnen (das 4. und 7. CorpS) gegen Dessau und Wittenberg be-wegten, zog sich der Gen., nachdem er das Blockadecorps von Wittenbcrg aufge-nommen , über Z.rbst und Görzke nach Baumgartenbrück bei Potsdam , wo er inder Nacht zum 15. Ldet. ankam und, nicht wissend, daß bereits alle sranz. Corpswieder zur Schlacht bei Leipzig zurückberufen waren, zur Deckung der Haupt-stadt mehre Tage stehen blieb, die indessen zur Wiederherstellung der Beklei-dung der Truppen benutzt wurden. Wie nun die siegreichen Heere dem Rheine zueilten, ward ihm die Belagerung von Torgau und Wittenberg , sowie die Blo-ckade von Magdeburg übertragen. Elfteres ergab sich, nach lebhaft geführter Be-lagerung und Beschießung, am 26. Dec., und die Besatzung ward kriegSgefangen.Wittenberg , bis dahin eigentlich nur bkockirt, wurde nunmehr ernstlich belagertund in der Nacht zum 13. Zan. 1811 durch den Gen. v. Dobscbütz mit Sturm ge-nommen. T. ward mit dem Großkreuz des eisernen Kreuzes belohnt, und seinen«Familiennamen (bei der spätern Erhebung mehrer Heerführer in den Grafenstand)der Name Wittenberg hinzugefügt. Den Rest des Feldzugs füllt die Blockade vonMagdeburg aus, wo er ani 24. Mai 1814 einzog. Dort wird zum Andenken s.Feldherrnbinde aufbewahrt; er selbst wand sie um 2 Spieße von Landsturmmän-nern. 1815 erhielt der GrafT. das 6. preuß. Armeecorps, welches, nebst dem5. an der Elbe zurückgehalten, erst nach der Schlacht von Waterloo nach Frank-reich zog, und dort in die Bretagne verlegt wurde. Der König beschenkte ihnnach beendigtem Feldzuge mit einem ansehnlichen Grundbesitz an der Oder beiZüllichau und übertrug ihm den Befehl über das 3. Armeecorps. Er starb zuBerlin am 20. Febr . 1821.
Taufe. Die religiöse Bedeutung, welche die ursprünglich nur zur Ge-sundheitspflege vorgeschriebenen Abwaschungen in reinem Wasser (Lustrationen)bei den Morgenländern von Alters her hatten, gab das mosaische Gesetz auch den beiden Juden eingeführten Reinigungen, und schon der vorchristlichen Zeit wardjeder zum Iutenthum übergehende Heide nicht mitgeschnitten, sondern auch gc-