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Elfter Band. T bis V.
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Taulcr

Bekehrung der Heiden und in der Bedienung der Christen, die keine Gemeindenbilden, durch reisende Prediger, verschafft ihnen immer größer» Anhang. DieBaptisten in England stifteten 1192 eme Missionsgesellschaft, welche jetzt 21MissivnSplätze in Ostindien und auf den Inseln mit 42 Missionnaire» unterhält.Die gelehrten Sprachforscher I>. Carey und 0. Marshman, welche mit Unter-stützung der großbritannischen Bibelgesellschaft die Übersetzung der Bibel in 1 le-bende orientalische sprachen besorgen und in ihrer Druckerei zu Serampore ge-genwärtig anS Licht stellen, sind baptistische Missionsprediger. Unter die Ab-kömmlinge der alten Wiedertäufer rechnet man endlich noch die DunkerS, wel-che in den nordamerik. Freistaaten Pennsylvanien und Maryland einige Brüder-schaften haben. Sie stammen von deutsche » Flüchtlingen ab. welche im 11. Jahrh,nach Nordamerika kamen. In Rücksicht der Taufe der Erwachsenen sind sie Dom-pelers (s. Dumpler) und stimmen mit den Baptisten überein, weiche» aberdarin von ihnen ab, daß sie, wie die allen Wiedertäufer, es für unerlaubt halten,Processe zu führen, Waffen zu tragen, zu fechten, zu schwören und Zinsen zu neh-men. Ihre Lehrsätze scheinen nicht bestimmt zu sein. Der Hauptpunkt ihresGlaubens ist die Meinung, daß die künftige Seligkeit nur durch Büßungen, Ent-sagungen und Selbstpeinigungen erworben werten kön/ie. In ihren Versamm-lungen, welche die Geschlechter täglich abgesondert und nur ein Mal wöchentlich amSabbath zusammen halten, darf Jeder laut beten und sprechen. Die besten Spre-cher halten Vortrüge. Ihr Gesang ist nach dem Zeugnisse des Reisenden Lian-court harmonisch und wohllautend, ihre Liturgie höchst einfach, ihr Wandel rein,ihr Gewerbfieiß bewundernswerth. Das Abendmahl hallen sie des Nachts undverbinden damit ein LiebeSmahl, wobei sie einander die Füße waschen, den Bru-derkuß und Handschlag geben. Wer sich verheirathet, gehört nicht mehr zu denvollkommenen Brütern und Schwestern, die gar keinen Umgang mit einanderhaben, sondern zu den Verwandten der Gemeinde, welche in benachbarten Ortenwohnen und ihre Kinder den Vollkommenen zur Erziehung überlassen, aber fort-fahre» , an den wöchentlichen Versammlungen der Gemeinte Theil zu nehmen.Aus dem ansehnlichen Vermögen der Gemeinde, das durch den Ertrag ihrer Ar-beiten wächst, erhalten die Verwandten wie die Vollkommenen ihren Unterhalt.So sind denn aus den Nachkommen der alten Wiedertäufer, die durch ihre Empö-rung gegen jede gesetzliche Ordnung, durch vorgebliche Offenbarungen undchiliasti-sche Schwärmereien die Welt umstürzen wollten, friedliche Christen geworden, diewegen ihrer bürgerlichen Tilgenden von jeder weisen Regierung gern geduldet wer-den, und statt des prophetischen Dünkels ihrer Vorfahren nur durch Siikenr.in-heit streben, eine Gemeinde Gottes zu sein. S. dieGeschichte der Wiedertäu-fer in Münster", von dem königl. Regier.-.Secr. Iochmus (Munster 1825.) 1..

Tauler (Johann), ein berühmter Mystiker des 14. Jahrh. Er war geb.1294 oder später zu Strasburg oder Köln , und trat sehr jung in den Dominica-nerorden. Hier riß er späterhin alle seine Zuhörer durch seine Predigten hin, diegrößtentheils nicht bloß der Ausdruck eines frommen Herzens sind, lind deren Wir-kung durch seinen musterhafte» Lebenswandel bei seinen Zuhörern noch erhöhtwurde, sondern die zugleich sein Verdienst um die Lehrsprache der Deutschen be-währen. Er schrieb seine Predigten ursprünglich lateinisch nieder, und hielt siedeutsch ; dies geht auch aus dem Titel der ältesten AuSg. derselben hervor (1498und 1580). Früher hatte er in seinen Predigten mehr mekapbvsische Betrachtun-gen vorgetragen; späterhin entsagte er auf Veranlassung eines frommen Schülersder Weltweisheit und redete ganz in der populairen Sprache eines frommen Her-zens. Seine Predigten sind oft in die neuere deutsche Sprache übergetragen wor-den. Auch hat T. Abhandlungen geschrieben, welche gleichfalls selten sind. Erstarb zu Strasburg 1361. Ioh. Arndt hat sein Leben beschrieben 1689.