Band 
Elfter Band. T bis V.
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Tempel

nern, wo die Götterbilder >o. standen, blieb als ein den Augen der Menge unerreich-bares Heiligthum (Adyton) vom »ordern Raume abgesondert und war nur denobersten Priestern zugänglich; Geheimnisse und Dunkel mußte die Stätte um-hüllen, wo die Götter ihre Nähe offenbarten. Im Tempel verwalteten diePriesterregelmäßig den Gottesdienst mit seinen Mysterien; Laien kamen nur an gewissenFesten in feierlichen Umzügen hinein, die Versammlungen der Andäcbtigen wur-den vor den Tempeln gehalten, da ihr Inneres nirgends groß genug war, um dieMenge des Volks zu fassen. Die Vielgötterei vervielfältigte die Anzahl der Tem-pel, deren Überreste aus dem classischen Boten der gebildeten Völker des Alter-thums noch jetzt Zeugen ihrer Religion und Cultur sind. Zu Asien , wo die Anzahlder Tempel verhältnismäßig geringer war als bei den Griechen und Römern, hatteoft die Kraft, Kunst und Wohlhabenheit ganzer Nationen sich an dem Baue eineseinzigen erschöpft. So fanden die Hebräer, die als Anhänger der Lehre von demEinigen Gott nicht mehre Stätten der Verehrung desselben dulde» konnten, denVereinigungspunkt ihrer Religionsübung und Vaterlantsliebe an ihrem National-heiligthume zu Jerusalem . Den ersten Tcnipel baute ihnen Salon s auf dem BergeMoria in Jerusalem mit Hülse phönizischer Meister, ein steinernes, rechteckigesGebäude von 60 Ellen Länge, 20 Ellen Breite und 30 Ellen Höhe, an 3 Seitenmit Corridors oderSeitenzimmern umschlossen, welche in 3 Stockwerken überein-ander aufstiegen und zur Bewahrung von Schätzen und Geräthschafken des Tem-pels dienten, ander vorder» offenen Seite mit einer 10Ellen breiten Vorhalle ge-ziert, welche von 2 ehernen Säulen, Jachin und Boas (Festigkeit und Stärke),getragen ward. Das Innere theilte sich in den Hinterraum von 20 Ellen Länge,welcher das Allerheiligste hieß, die Bundeslade enthielt und durch einen Vorhangvon dem 40 Ellen langen Vorderraum oder deni Heiligen geschieden war, worin diegoldenen Leuchter, der Schaubrottisch und derRäucheraltar standen. Beide Räu-me waren an den Wänden, das Allerheiligste auch am Boden und an der Decke,kunstreich mit Holzwerk getäfelt. Dieses durfte nur von dem Hohenpriester, dasHeilige nur von zum Tempeldienst bestimmten Pri,stein betreten werden. DasTempelhauS umgab ein innerer Vorhof mit dem Brandopferaltar, dem Reini-gungsbccken und andern Geräthschaften, weil hier die Priester schlachten, opfernund beten mußten; Säulengänge zwischen ehernen Thoren schieden diesen Priester-hof von dem äußern für das Volk, den wieder eine Mauer umschloß. (Vgl. Hirt'STempel Salomonis", Berl. 1809. und Joh. Fr. v. Meyer'SBilwldcutun-gen", Fkf. a. M. 1812.) An der Stelle dieses durch die Assyrer zerstörten ei stenTempels bauten die aus der babylonischen Gefangenschaft zurückgekehrten jüdische»Stämme unter Serubabel einen zweiten von derselbe» Form, doch mit geringererPracht. Herodes d. Gr. baute ihn nach einem größer» Maßstabe um und umgabihn mit 4 terrassenförmig aufsteigenden Vorhöfen. Der untere derselben, 500 Ellenins Gevierte, war auf 3 Seiten von doppelten, auf der 4. südlichen von dreifachenSäulengänge» umringt und hieß der Heidenvorhof, weil darin Menschen vonallen Nationen beten durften. Diesen schied eine sehr höbe Mauer von dem 135Ellen ins Gevierte fassenden, höher stehende» Vorhof bei Weiber, wo die jüdischenFrauen sich zur Andacht versammelten. Den da stieg man auf 15 Stufen zu demwieder mit Säulengängen eingeschlossenen großen Vorhof des Tempelhauses selbst,von dessen Länge vorn 11 Ellen, mit einer Breite von 155 Ellen, als Vorhof derjüdischen Männer, durch ein Gitter von dem innersten Priestervorhof abgesondertwaren. In dessen Mitte stand das TempelhauS von weißem Marmor mit reicherVergoldung, 100 Ellen lang und hoch, 60 Ellen breit, mit einer 100 Ellen breitenVorhalle und 3 Stockwerken Seitenzimmer, wie bei dem ersten Tempel. Diesemwaren die Geräthschaften und Maße des Innern gleich, nur die Höhe verdoppeltund das Allerheiligste leer. Gemächer zu Dorrüthen und Versammlungen füllten