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Elfter Band. T bis V.
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Termiten

genehmigende Zeichen ihre Einwilligung, aber Terminus wollte dem Beherrscherdes Olymp durchaus nicht weichen, und sein Altar mußte im Tempel des Jupiter stehen bleiben. Weil er jedoch nicht anders als unter freiem Himmel verehrtwerden durfte, so mußte man gerade über seinem Altare in dem Dache des Tem-pels eine Öffnung lajjen. Seine Widersetzlichkeit erklärte man als eine glücklicheVorbedeutung, sodaß RomS Grenzen nie durch feindliche Macht erschüttert undimmer fest und unbeweglich bleiben würden, wie denn auch der Gott zwar mit ei-nem menschlichen Haupte, aber ohne Arme und Beine abgebildet ward; dochalaubte man nicht, daß dadurch das Vorwärtsschreiten der Grenzen des römischenGebiets gehemmt werde. Man opferte dem Terminus anfangs nur Kuchen undFeltfrüchle, nachher auch Lämmer und junge Mutterschweine. Die Terminalienwaren das ihm jährlich geheiligte Fest, welches am 21. oder 23. Febr. gefeiertwurde. An diesem Tage ward ihm ein Altar von grünem Nasen gebaut, undwenn die Flamme daraufemporloderte, warf man Weihrauch hinein und besprengteden Altar nut dem Blute des Opferthieres. An den Grenzsteinen kamen die Nach-kuren zusammen und schmückten sie mit Blumenkränzen. Dann sang man beimfrohen Male Lieder zu Ehren des Gottes. Aber außer dieser Privatfeier gab eseine öffentliche Feier der Terminalien. Als Noms Gebiet noch klein war, kamendie angrenzenden Völker mit den Römern an der Grenze zusammen und feierten dasFest des Terminus. In der Folge ging dies bei den unaufhörlichen Erweiterungendes römischen Reichs nicht mehr an; man behielt aber die Sitte bei und brachtedem Terminus in einiger Entfernung von Rom , auf der Grenze des alten Gebie-tes, jährlich ei» öffentliche« Öpfer. Auch in Hinsicht der Zeit hatten die Termi-nalien ihre BDheutung, denn mit d. 23. Febr. war das römische Jahr geschloffen,und die übrigen Tage sah izian nur als Schalttage an. In juristischer Be-deutung heißt Terminus oder Termin ein Zeitpunkt, an welchem, oder ein Zeit-raum. innerhalb deffen Etwas geschehen muß (wrminnr n ,,n» und n,I >>n-!,i>).Daher tcrminns >><- cre lo r i»« ein Termin, von deffen Beobachtung ge-wisse Rechte und Verbindlichkeiten abhängen, sodaß Derjenige, welcher in diesemTermin diese Rechte und Verbindlichkeiten besaß, auch in der Folge im Besitz der-selben bleiben muß, er niag sie übrigens erlangt haben, wie er will. Pe rein-torisch heißt der Termin, nach deffen Ablauf Etwas nicht mehr zugelassen wird,entscheidender Termin. In logischer Bedeutung ist Terminus jeder Begriff,und tc-rn>ii>ns meclius der Mittelbegriff in einem mittelbaren Schluffe.

Termiten, eine merkwürdige Art von Insekten. Man nannte sie bis-her auch weiße Ameisen, Holzläuse, Verwüster. Jetzt werden sie u. d. N.: Termi-ten, als ein eignes Geschlecht in die 5. Ordnung unter die Insekten mit häutigenFlügeln gesetzt. Es gibt Männchen, Weibchen und Geschlechtslose. Von den5 verschiedenen Gattungen dieser Insekten, die man bis jetzt kennt, ist die ge-meine Termite, deren Vaterland Ostindien, Neuholland und Afrika innerhalb derWendekreise ist, die berühmteste. Das Männchen und die Geschlechtslosen glei-chen bei oberflächlicher Ansicht der Kopflaus; letztere auch in der Größe, wogegendie'mchen fast noch einmal so lang sind. Bei den Weibchen ist schon die na-türliche Größe viel beträchtlicher; zur Zeit der Befruchtung aber schwillt ihr Hin-terleib dermaßen an, daß das Thier eine Länge von 3 Zoll erlangt. Wahrschein-lich wird aber nur die Königin in einem Stocke befruchtet, und sie ist in diesemZustande so mit Eiern angefüllt, daß sie binnen 21 Stunden deren wol 80,008legt. Aus den Eiern entwickeln sich Maden, die nach einiger Zeit in den Nym-phenstand übergehen, worin sie bis auf die fehlenden Flügel dem vollkommenen In-sekt ziemlich gleichen. Einigen Nachrichten zu Folge gibt es in jedem LOtock aucheinen König, der wahrscheinlich allein die Königin befruchtet. Die Geschlechtslo-sen besorgen die Arbeit und Geschäfte. Ob sich die Männchen und Weibchen auch