Band 
Elfter Band. T bis V.
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Teufet

statt der Tänftinge thun, vor ihrer Taufe dem Teufel und seinen Werken feierlichentsagen, sondern die (Geistlichen auch den Teufel durch eine förmliche Beschivö-runsi aUS dem Täuflinge austreiben inußten. (Vgl. E r o r c i S m u S. ) Nun kanider (Glaube an das Dasein und die Gewalt des Teufels in genauen Zusammenhangmit dem Vertheil der Kirche, und da ein Feind, den sie, d. h. die Geistlichkeit,du-ch Beschwörungssermeln und Kreitteszeichen zu bändigen '.'erstand, schon umihrer Ehre willen nicht gering geachtet werden durfte, wurden die Beschreibungenvon seinem Einstufte auf die Menschen immer fürchterlicher. Natürlich konnte beisstchen Vorstellungen nur derjenige Christ, welcher dem bösen Feinde siegreich woVerstanden, auf die Ehre der Heiligsprechung Anftnich machen; darum muiiteauch bei der kanonischen Untersuchung der Würdigkeit eine-- zur Heiligsprechungempsoh'enen Seligen, als'.'inklägergegen tiefen Eandidaten, ein sogenannter Teil-,felsadvocat (s. d.) auftreten, um Gegengründe. welche die Heiligsprechunghindern konnten, vor dem päpstl. Gerichte in bester Form Rechtens am und auszu-führen. Angenehm war cS überdies, an dem Teufel eine» gefährlichen Verführerzu haben, dem man die Schuld der eignen bösen Gelliste zuschreiben konnte. DasHeer der Drdcnsleute, und wer sich sonst durch besondere Heiligkeit hervorthunwollte, lebte mit ihm in stetem Kampfe; eine Menge geheimer Unthaten kamenzu Gunsten der unbekannten Thäter auf seine Rechnung, zu heiligen und unheiligenZwecken wurde seine Gestalt geborgt, um die Schwachen durch Spukgeschichtenzu schrecken, und die heidnische Zeit lebte wieder aus, um mit Elfen, Feen,Elementarg.'istern und Hefen das ungeheure Reich seiner Wirksamkeit auszufal-len. So finden wir denn im Mittelalter den Teufel unter den Hauptpunktendes religiösen Glaubens; der Glaube an seine weit verbreitete Herrschaft erzeugtdie grausamen Herenprocesise. Auch der Poesie wird er ein fruchtbares Element>hret Schöpfungen, ei» Thema zn tausend Variationen, dem Betrug eine stehende,in vielen Gestalten brauchbare Maske, und dem Aberglauben ein Held, dessen über-menschliche Größe in den verdienten Abscheu Achtung und Staunen mischt. Da-her brachte man ihn auf die Bühne und führte ihn in festlichen Aufzügen undgeistlichen Komödien vor. Mit Hörnern, Schwanz und Bockssüßen ausgestattet,mußie er die lustige Person spielen und z» großer Erbauung der Gläubigen denSpaß gewöhnlich mit seinem Rucken bezahlen: ein Schicksal, das den Ausdruck:Armer Teufel, in die Sprache des gemeinen Lebens brachte. In dieser Trachtund Rolle legre der Teufel das grauenvolle, gestaltlose Wesen, hinter dem der Aber-glaube früherer Zahrhuuderie sei» Bild verborgen harte, ab und verwandelte nebin einen durchtriebenen, launigen Seh..lk, dem iwar nicht zu trauen, aber dochbisweilen ei» Schwank, eine kleine Neckerei zu verstatte» war. So lebte er ingroßer Berühmtheit und leidlichem Vernehmen mit dem Volke, während die Heili-gen gegen ihn zu Felde lagen, die Gelehrte» sich anstrengten, sein Gebiet auszu-messen und seinen Wirkungen nachzuforschen, und die Richter, auszukundschaften,wer etwa mit ihm im Bunde sei. (Vgl. Hefe.) Noch zur Zeit der Reformationgalt der Teufel viel; Luther bestand selbst heftige Kämpfe mit ihm, und die er-neuerte Bekanntschaft mit der Bibel, die Noth der Gläubigen, die Gräuel derReligionskriege und die Verfolgungen gaben ihm seine vorige Furchtbarkeit wieder.Grausame Hefkuproccsse bewiesen im 11. Jahrh., wie fest »och alle Stände vonder zauberischen Einwirkung des Teufels auf die Menschen überzeugt waren. Jeweiter aber im 18. Jahrh, die Naturwisisenschaft zur Erkenntniß der wahre» Grün-de und Erscheinungen vordrang, welche man in der Vorzeit höllischen Zauberkräftenzugeschrieben hatte, je mehr die Philosophie den Selbsttäuschungen der Geisterse-her und TeufelSübcrwinder und den innern Ursachen der sünklichen Regungen, diesonst der Teufel allein entzündet haben sollte, auf die Spur kam, desto leichterward es der gesunden Vernunft, das Außerordentliche und Böse im Menschenleben