1K6 Thenard Theodicee
Themse erstreckt sich über London hinauf bis Kingston, es können daher mit dersel-be» große und schwer beladeneSchiffe bis an die Londonbrücke kommen. UnterhalbLondon, nach der Mündung des Stroms zu liegen die Städte Greenwich , mit demvortrefflich eingerichteten Hospital für 1500 invalide Seeleute; Deptford u. Wool -wich, mitDocken zum Bau der Kriegsschiffe und mit vielen Magazinen vonKriegS-vorräthen; Olravesand, wo die Schiffe gewöhnlich noch frische Lebensmittel undgebrannte Wasser einnehmen, ehe sie in See gehen. Bei Gravesand ist ein Fort, wodie vorbeigehenden Schiffe wegen der Durchsuchung anhalten müssen; gegenüberliegt ein andres Fort, Tilburp. Die Einfahrt in die Themse ist nicht besonders ver-theidigt; daher konnte der kühne Holland . Admiral te Runter den 8. Juni 1661 bisChatam mit seiner Flotte segeln und dort viele Kriegs- und andre Scbiffe verbren-nen, wodurch der Friede zu Breda bewirkt wurde. Der Ausfluß dcrThemse unweitdei'Sradt Sheerneß auf der kleinen Pinsel Shepev heißt die große Nore; hier ver-sammeln sich gewöhnlich die Ost- und Westindicnsahrer, ehe sie ihre Reise antreten.
>— Merkwürdig ist der auf Ackien unternommene, von einem Franzosen Brunel an-gelegte Tunnel, ei» gewölbter doppelter Fahr- undFußweg, der unter dcrThemsevon einem User rum andern geführt wei ten soll. Er war fast zur Hälfte vollendet,als der Strom einbrach. Dies geschah später noch einige Male. Man verstopftedas Bett und i einigte die Valerie. Der Bau hat bereits über 200,000 Pf. St. ge-kostet und stockte 1828 wegen Mangel an Fonds.
Th > nard (Louis Jacques, Baron), Ritter der Ehrenlegion , ein berühmterChemiker Frankreichs, ist zu Nogent-sur-Seine cmi 4. Mai 1111 geb. Frühzeitigkam er nach Paris , widmete sich dem Studium der Chemie mit dem größten Eifer,und ward schon im 20. Jahre an das polytechnische Institut als Repetent der Che-mie berufen. Seine umfassenden Kenntnisse, seine »»ermüdete Thätigkeit erwarbenihm 6 sichre später ci»en Lehrstuhl am s'.oUsgo W ><?<-. Wichtige Arbeiten, diechemische Analvse betreffend, und »übliche Entdeckungen veranlaßten seine Ernen-nung zum Mitgliede des sranz. Instituts an Fourcrov'S Stelle, — Ein seltenesTalent besitzt T. in der Kunst des Eppe.rimentirens. Oft sanken vorgebliche Ent-deckungen, die sich mit großem Geräusch ankündigten, in ihr Nichts zurück, wennT. in seinem treffliche» Laboratorium sie einer ruhigen Prüfung unterwarf. DieWerke dieses Gelehrten sind folgende! 1) „!lecl>k>,:l>o<i pl^^ioo-cinnnizno^" (2Bde., 1816); hier sind viele schätzbare Bemerkungen über die Volta'sche Säule,die neucntdeckte» Metalle Potassium und Sodium, über die Flußspathsäure u. s. w.2) „I iuiiä >!e ulnniie ülönicntairo, tbcnichu«' et pialigix" (4 Bde., 1818;5. A. Paris 1821, übersetz! von Fcchner, Leipz. 1825 fg., 6 Bde?. 3) Verschie-deneMemoircn in den „änn.ilc!, <>o ebinne" und in den Sammlungen der LocictoAuch istT. Mitarbeiter des „.louinal <le zck'vrüjiic". Bei Gelegenheitder Krönung Karls X. erhielt T, den Baronstitel.
Theodicee, Theodicäe (griechisch), die Rechtfertigung derGotkheit wegender Einrichtung der Welt hinsichtlich der Freiheit des menschlichen Willens und desUrsprungs des Bösen. Das Wort ist unschicklich gewählt, insofern Gott keinerVertheidigung bedarf; eü ist vielmehr eine Vertheidigung des Theismus gegen denAtheismus, welche Leibnitz zuerst im größte,' Umfange unternommen hat, indem er1110 in sranz. Sprache s. „Versuch einer Theodicee über die Güte Gottes, die Frei-heit des Menschen und den Ursprung des Bösen" herausgab. Er sehte das Böse ineine Einschränkung oder Mangel an Vollkommenheit, die aus der ursprünglichenUnvollkommcnheit des Geschöpfes entspringe, und nicht in Gottes Willen, sondernin den ewigen Hd,ee» des göttlichen Verstandes, die allen Willensacten Gottes vor-hergehen, ihren Ärund habe. l'jbrigens führt er darin den Satz aus, daß Gott un-ter allen möglichen Welten, die er hätte schaffen können, die beste gewählt habe, undlaß diese die unsrige sei. Dies wurde der Optimismus genannt und war bis in