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Elfter Band. T bis V.
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Thierischer Magnetismus Thiersch

scheint von der Stufe abzuhängen, auf welcher das Thier in der Sensibilität undIrritabilität steht. Je irritabler die Thiere werden, desto höher steigt ibr Wärme-grad, die Vögel besitzen den höchsten. Je selbständiger uno freier das Geschöpfüberhaupt ist, desto beständiger b°hauplet es sich auf demselben. Darum dauertder Mensch, dessen Wärme ungefähr 30 32" R. gleich ist, in jeder Zone aus;dLrum behauptet er auch in den verschiedensten Temp ratu,en des Mediums densel-ben Wärmegrad; ja es steigt sogar die Temperatur eines Thieres in einem kälternMedium, und sie sinkt in einem wärmern Medium zuerst um einige Grade. For-dyce undBladden hielten es in der Glühhitze au«, 2 Matchen in Frankreich ineinem Backofen, in dem Früchte dorrten, Wasser kochte, und der bis InO" R.erhitzt war. Es wird diese Erscheinung vermittelt durch die CapacsiäiSvei Mehrungoder durch das Vermögen, mehr Wärme in sich zu binden ; ferner durch Ncrm n-derung der eignen Wärmeerzeugung, lind endlich durch Erhöhung der Wärmc-ausleitungsprocesse im Schweiße. Nicht minder bekannt ist es, welch einen hohenKältegrad der Mensch aushalten kann, und es niag diese Erscheinung durch dieentgegengesetzten Momente vermittelt werden. Je höher auch in einzelnen Indi-viduen durch das Geschlecht, Alter und Temperament die Irritabilität geste gert ist,desto höher ist die Wärme; ja auch die einzelnen Theile besitzen nach demselben Ge-setze eine verschiedene Temperatur, und sie isi in der Gegend des Zwerchf ll«, wosich in diesem selbst, in dem Herzen, den großen Gefäßen und Lungen gleichsamder Hauptsitz der Irritabilität befindet, ani höchsten gesteigert. Endlich sehen wirauch, daß, wenn in einzelne» Zuständen die JrritaOilüät gesteigert ist, ein gleichesVerhältniß in der Warme eintrat. Vermehrte Bewegung der Gefäße, Muskelnoder Lungen erhöht die Wärme, wie die tägliche Erfahrung zeigt. Krankheiten,die in erhöhter Irritabilität bestehen, verursachen dasselbe, wie das Fieber und dieEntzündung beweisen. Dies berechtigt uns wol ju der Vermuthung, daß der nächsteGrund der thierischen Wärme in der Irritabilität zu suchen sei, auf deren «rätini-mung jedoch das Nervensystem einen besondern Einfluß hat. So beweisen die vonBrodie in der neuesten Zeit angestellten Versuche, daß dem Hirn ein solcher Einflußzuzuschreiben'sei. Er zerstörte nämlich das Hirn eines Kaninchens und unterhieltauf künstliche Weise die Respiration, und dessenungeachtet sank die Wärme desThieres in kurzer Zeit sehr bedeutend. ll. l'.

Thierischer Magnetismus, s. Magnetismus.

Tbierkle > s, s. Sternbilder, Zodiacus und Astronomie«!

Thierpflanzrn, s. Thier.

Thiersch (Friedrich 'Wilhelm), Hofrath und Pros. der clasts. Literatur ander Hochschule z» München , ist geb. den 17. Juni 1781 zu Kirchscheidungen beiFreiburg «n der Unstrut in Thüringen , wo sein Vater eine zahlreiche Familie vondem Ertrag einer Landwirkkictiafk ernährte. Durch einen Privatlehrer vorbereitet,besuchte er die naumburger Stadtschule, und von 17981801 Schulpsorte, woer sich unter Lange und Jlgen dem Studium der Alten mit Erfolg widmete. I»Leipzig , wo er seine akademische Laufbahn als Theolog größtentheils in Pcivat-studien zurücklegte, zog das classische Alterthum ihn durch Hermonn's Vorirägeund Schäfer'« Unterstützung so sehr an, daß er, nachdem er 1807 sein theologi-sches Examen in Dresden bestanden hatte, der Einladung zweier Liefländer nachGöttingen folgte und dort unter Herme seine Philolog. Arbeiten fortsetzte. Durchbesten Empfehlung wurde er Hülfslehrer am Gymnasium zu Göttingen und fühltehier beim Elementarunterricht in der griech. Sprache das Bedürfniß einer Gram-matik, deren Methode die Verbalformen aus ihren spätern Zusammenziehungenund Verkürzungen in ihre ursprünglichen Bestandtheile Zerlegte und so dem Ganzendes Sprachgebäudes Grund und Conseguenz verlieh. Angeregt von Herbait undDisien, vollendete er 1809 den ersten Versuch eines solchen Paradigma. Densel-