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Elfter Band. T bis V.
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Thiersiücke Thieß

Wie groß und allgemein die Achtung, Liebe und Dankbarkeit der Griechen für ihnwar, erfuhr er am deutlichsten durch den Empfang, welcher ihm 1814 in Wien während des Congresses von den bedeutendste» Männern der Nation zu Theilwurde. Dort bildete sich damals auch die Hetairie der Muscnfrcunde, besondersdurch den Grafen Capodistrias, und München wurde in der Folge der Ort derGeschäftsführung und Cassenverwaltnng dieser ursprünglich rein literarischen Ver-bindung. An den nachhangen politischen Entwürfen und Unternehmungen derHetairie hat T. ke ncn Antheil gehabt; als aber der Aufstand in der Moldau undWalachei, vielleicht zu früh und zu einer ungünstigen Zeit eingreifend in den lang;samen, aber sichern Gang geisnger Entknechtung, das Signal zur BefreiungGriechenlands gab, da wollte T. durch Errichtung einer deutschen Leg'vn derBun-tesgencss? jenes großen Kamp'es werden. Aber seine staatsbürgerlichen Pflichtenhn.denen die Ausführung ticses P'anes. Er lebt gegenwärtig zu München inglücklichen amtlichen und häuslichen Verhältnissen. Seine Schrift:Über gelehrteSchulen" (Stuttg. 1826 27, 2 Bde.), bezieht sich besonders auf Baiern . I»n3. Bde. (b. Cona, 1830) hat sich T. sowol ,.scher den angeblichen Iesuitismus d-zbairischcn (von ihm und Schelling unter Vorsitz des Ministers v. Schenk enlwo.'nen) Schulplaa.s vom 8. Febr. 1829" erklärt, als auchüber den Zustand derUniversität Tubmgen seit dem 18. Jan. 1829" ein kräftiges Wort für die wissen-schaftliche Lehrfreiheit gesagt. 29.

Thierstücke sind malerische Darstellungen des Thiercharakters an verschie-denen Classen der Thiere, und zwar solche, in welchen das Thier nicht als unterge-ordneter Gegenstand, sondern als Hauptgegenstand vorkommt, z. B. weidende Heer-den. Der Thiercharakter kann in Ruhe und Bewegung dargestellt werden, ja er kannin beiden Fällen selbst wiederum der Allegorie dienen, wenn menschliche Handlungen,wie in der Äsopischen Fabel, dadurch versinnlicht werden. Bei der Thiermalerei über-haupt sind nicht nurBildung, sondern auch charakteristische Stellung, Bewegung unddie in dem Thiere vorherrschenden Triebe, Begierden und Neigungen wichtig. Diesebesonders an wilden Thieren beobachten zu können, hat der Maler selten Gelegen-heit, daher muß auch in diesen« Gebiete die Einbildungskraft unterstützend wirken.Die größten Thierstücke sind meist die Darstellungen von Thierkämpfen und Jag-den, welche aber, wenn sie ein wahres Wohlgefallen errege» sollen, nicht das gemar-terte Thier, sondern nur das Thier in seinen natürlichen Kraftäußerungen darstellenmüssen. In solchen Stücken waren Rubens urd Martin de Vos , und noch mehrFranz Sneydcrs ausgezeichnet. In Darstellung des Thiercharakters im ruhigenZustande sind die Roos, Weeninp u. A. berühmt.

Thieß (Johann Otto), 1). der Theo!., war am 15. Aug. 1762 zu Ham-burg geb., wo er das Iohanneum besuchte und als Schüler schon theologische Lite-ratur und Kirchenzefthichte für sich studirte. In Helmstädt, wo Henke, Corpzov,Delthusen, Wideburg und Bruns seine Lehrer waren, beschloß er seine akademi-sche Laufbahn mit einer AbhandlungI>e >I:,ti!,aei intopuimi,-, inler-

pol.imlo non cvriuplu", welche von Henke das Lob erhielt, daß fievon großerBelesenheit zeuge. D e Muße, wckche ihm das 1783 angetretene Amt eines Nach-M'<agSpredigerS an der Paulskirche oufdem Hamburger Berge gestattete, benutzteer nicht nur zum Studium der Patristck, sondern auch zu schriftstellerischen Ar-beiten. Von 1785 an «rar er akademischer Lehrer zu Kiel, erhielt 1790 von Gießen die theologische Doc'orwürde und verlebte seine letzten Jahre im Ruhestände zuBordesholm bei Kiel , wo er am 7. Jan. 1810 starb. Er gehörte zu den freisinni-gen Theoloaen, weßhalb er manchen Kampf zu bestehen hatte. In einer kleinenSchrift:Der Sturz des Ansehens Moses zieht nicht nothwendig den Sturz desChristenthums nach sich" (1783), nahm er sich des von dem bekannten Eiferer,Melchior Götze in Hamburg , angefochtenen Döderlein (s. d.) an. Seine übrigen