Band 
Elfter Band. T bis V.
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Tiinon 263

heben, und fing bereits an, den Tyrannen zu spielen. Vergebens waren alle Vor-stellungen T.'S, und er beftblosi endlich, die Freiheit seiner Mitbürger, wenn essein müßte, selbst mit dem Tode seines Bruders ;u erkaufen. Er ging mit einigenBewaffneten zu ihm, und da auch jetzt Timophanes trotzig allen Bitten widerstand,todteren ihn jene, während T. abseits stand und das Haupt verhüllte. «Lo frohman war, des Tyrannen los zu sein, so behielt doch bei den Meiste» der Gedankedes Brudermordes etwas Gehässiges. T. selbst machte sich heftige Vorwürfe überdas Geschehene und bestrafte sich durch eine freiwillige Verbannung aus der Vater-stadt. 20 Jahre nachher, als die Syrakuser Korinih um Hülfe gegen den Tvran-nen DionyfiuS d. Iüng. baten, rief man ihn zurück und stellte ihn an die spitzeder HülfSschar. T. war siegreich, nöthigte den Dionysius, SvrakuS zu verlassen,und zwang auch die Carkkäginenser, ibrer Herrschaft übe.- Sicilien zu entsagen(ungefähr 340 v. Chr.). Nachdem er so die Freiheit wiederhergestellt, die-Enl-flohencn und Vertriebenen zurückgerufen und statt der von dem Zwingherrn ange-legten festen Burgen öffentliche Gebäude harte erbauen lassen, gab er den Bür-gern eine neue, bessere und fest gegründete Verfassung; darauf legte er die ganzeihm anvertraute Gewalt, die er leicht hätte l.Haupte» können, freiwillig niederund zog sich in das Privatleben zurück. Sein Lohn war die allgemeine Achtungder iLicrlianer, unter denen er seine noch übrigen Tage anspruchlos verlebte. Sienani.wn ihn laut ihren Wohlthäter, ihren Vater, keine Sache von Wichtigkeitwurde beschlossen, ohne ihn erst um seine Meinung befragt zu haben, und dieseallgemeine kindliche Ehrfurcht blieb ihm bis zum Tode, der in einem hohen Altererfolgte. Eine zahllose Menge aus allen Städten folgte seiner Leiche, und jährlichward ihm eine Todteufeier veranstaltet. So lebte und starb T., einer der größtenund edelsten Männer, nicht nur des griechischen Volkes, sondern aller Völker undaller Zeiten.

Timon, der Name zweier berühmten Griechen. Der erste, ein Athenienser,zur Zeit des peloponnesischen Krieges, über dessen Menschenhaß das Urtheil höchstverschieden war, lebte zu einer Zeit, wo das Sittcnverderbniß erst anfing und nochmit den alten einfachen mitten kämpfte. T-, der mit vielem Witz eine strengeRechtschaffenheit verband, ward theils durch den schwarzen Undank einiger Mit-bürger, theils durch die schnellen Fortschritte des SittenvcrderbeuS auf das äußersteerbittert, und zeigte in allen s. Reden und Handlungen eine finstere Gemüthsart.Gleich dem Sokrates und dem Diogenes stritt er für die Tugend, aber mit demSchwerte des beißendsten Spottes und der übelsten Laune, und schadete gerade da-durch der guten Sache. Der Titel eines Menschenfeindes, den er durch sein Betra-gen sich zuzog, brachte ihn um allen Einfluß. Aristophanes sagt von ihm: er seimit einer Dornhecke umgeben, durch die Niemand bis zu ihm gelangen könne;jedermann verabscheue ihn und halte ihn für einen Sprößling der Furien. Zn ei-ner andern Stelle aber sagt er:Dieser Sohn der Furien stößt unaufhörlich Ver-wünschungen gegen Bösewichter aus". Daraus erhellt zwar, gegen welche Men-schen T.'s Haß gerichtet war; nur daß er alle Menschen für Bösewichter hielt.Lucian's witziger Dialog:Timon", handelt von ihm. Der Andre d. N., derPhilosoph und Arzt Timon, aus Phlius geb., der berühmteste Schülerund Freund des Pvrrho, folglich ein eifriger Anhänger der skeptischen Philosophie,lebte zur Zeit des Königs Antigonus von Macedonien und des PtolemäuS Phila-delphus um die 127. Olympiade. Er tadelte, daß die Dogmatiker beliebigen Vor-aussetzungen folgen, wie die, daß wir durch Vorstellungen die Dinge erkennen, wiesie lind, und behauptet daher eine Unentschiedenheit des Urtheils, welche allein dieGemüthsruhe sichere. Man schreibt ihm auch 30 Lustspiele und 60 Trauerspiele zu.Zndeß hat sich von seinen zahlreichen Arbeiten Nichts erhalten; was besonders mHinsicht seiner Silken zu bedauern ist, von denen uns D<»gen«S La-ruuS, Lucian re.