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Tiimir
Tindal
nmDnichstäcke aufbewahrt haben, Sie bestanden aus 8 Dächern, von denen daserste erzählend, die andern dialogisch waren, und enthielten Spöttereien gegen diedogmatischen Philosophen. Die noch aus den «Lullen und Schriften des Timonvorhandenen Bruchstücke findet man in Langheinrich's Dissertationen „l)e '1'i»,o»ed>i>loArg,,I>c>" (Lpz. 1720 u. 1721) gesammelt. Die Alten rühmen seinen Fleiß,seine philosophischen Kenntnisse und den philosophischen Äleichmuth, womit erauf Alles herabsah, was die Menge in Bewunderung, Unruhe, Betrübniß undSchrecken si tzt.
T i m >i r (d. i. Eisen), auch Timur-Beg oder Timur-Leng , d. i. der lahmeTimur, weil er hinkte, gewöhnlich Ta Merlan genannt, ein berühmter ErobererAsiens , geb. um da^I. 1336. Er sel'.st leitete seine Abkunft von Dschingis-Khgn (s. d.) her; nach Andern war er der Sohn eines Hirten, nach A. ein mongo-lischer Emir. Als die mongolische Dynastie von Dschagatai in Verfall geriech,bemächtigte sich T. der obersten Gewalt, machte Samarkand (s. d.) zum Haupt;sitze seines neuen Reiches, eroberte nach und nach Persie», das ganze Mittelasien und 1308 Hindostan, von dem Indus bis zur Mündung des Ganges . Blut undVerwüstung bezeichneten seine Siege; indeß breitete sich sein Ruhm aus. Dahersuchten die Fürsten Kleinasiens , die der osmaniscke Sultan Bajazeih I., der seitdem Siege bei Nilopolis(1306) auch Europa in Schlecken sehte, unterjocht hakte,bei ihm Beistand und schuh. Sofort überzog T. Bajazeth's Staaten in Klein-asien mit einem mächtigen Heere, Bajcueth hob die Belagerung von Konstan-tinopel auf und ging ihm entgegen. Die Schlacht am 20. Juli 1402 in der Ebenevon Ancyra, dem heutigen Angora, in Nakolien, entschied. Bajazckh'ü Heer wardgänzlich geschlagen, und er selbst auf der Flucht gefangen. T. ließ ihn in einer ver-gitterten Sänfte (Kafes genannt) von 2 Pferden tragen; daher das Märchen vomeisernen Käsig. T. verwüstete hierauf die oSmanischen Staaten. Dadurch wardder Untergang des schon sehr geschwächten griechischen Küiserlhums aufgehalten;denn auch T. starb, als er sich zu einem Zuge gegen Ehina rüstete, 1405 ini 69. I.s. Alters. Nach seinem Tode ward sein Reich durch innere Unruhen erschüttert undzerfiel in mehre Theile. Einer seiner Nachkommen, Babur (Baker), eroberte1498—1510 Hindostan und ward der Stifter des Reichs des Großmoguls. (Vgl.Mongolen.) T- war ein außerordentlicher Mann. Er schätzte die Wissenschaf-ten und halte selbst gelehrte Kenntnisse, wie dies auch seine Institutionen (s.äiangb s, „da V!I! st,.' sij,»cni,^) beweisen. Ein Deutscher aus München , Na-mens Schiltberger , war bei ihm Geheimschreiber. (S. s. Schrift: „Schiltbergerder vil Wunders erfahren hatt'si Ulm 1473, Fol.) T-'s Eroberungssucht undGrausamkeit kannten keine Grenzen. Ein besonderes Vergnügen gewährte esihm, große Haufen von abgehauenen Kopsen besiegter Feinde vor sich aufschichtenzu lassen.
T i n c t u r, eigentlich eine scharfe Flüssigkeit, welche aus einem Körper dieKraft nebst der Farbe ausgezogen und selbst dadurch gefärbt worden ist. In derMedicin ein flüssiger, und zwar ganz dünner Extract (zum Unterschiede von Elixir,Essenz:c.), dessen Grundlage Wasser, Wein oder Spiritus ist. In der Wappen-kunst nennt man die Farbe, womit das Feld eines Wappens oder auch die Figurenjn demselben gefärbt werden, ebenfalls Tinctur.
Tindal (Matthews), ein scharfsinniger englischer Rechtsgelehrter undSchriftsteller, der im Anfange des 18. Jahrh, durch seine Angriffe gegen die posi-tive christliche Religion Aufsehen machte. Er war der Sohn eines Predigers, 1655zu Bear Ferrcrs in Devonshue geb., studnte in Oxford die Rechtswissenschaftenund trat zur kathol. Kirche über, um sich die Gnade Jakobs U. zu erwerben. Eingroßer Feind der engl, Geistlichkeit, griff er ihre Rechte und Freiheiten iiuSchriftenan, Bei Hose war er sehr beliebt und leistete der Krone überaus wichtige Dienste.