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Tino Tippo Saheb
Weil er von derselben eine große Pension bekam, die er auch zeitlebens behielt, sokehrte er unter Wilhelms > »>, Regierung wieder in den Schoß der engl. Kirche zurrück. Jener König sowol als Georg l. und ll. bezeigten sich uugeniein gnädig gergen ihn. Später zeigte er sich als sogenannter Freidenker, Er wollte aus der Zurlänglichkeit der natürlichen Religion erst die Unnöthigkeit und dann den Ungrundder göttlichen Offenbarung beweisen. Dies that er in s. unvollendet gebliebenenHauptwerke: „Das Christenthum, so alt wie die Welt" („Giiinli-iiiit) a-i »lck
in» tlic areiiNoii z >,r Nr .1 ,e>>>il>liv^ti<ui <>!' liw reli^icin ,ii luiturc",
London 1530, nachher in sehr häufigen Aufl.; deutsch nebst Foster'S Widerlegungvon I. C. Schmidt, dem wertheimischen Bibelübersetzer, Franks, und Leipz. 1741 ),Doch muß man annehmen, daß T-'ö Angriffe mehr gegen die außerwesenklichen Zu-sahe der christlichen Rrligion als gegen das Wesen derselben gerichtet sein sollten,Er erkannte an, daß das Christenthum, befreit von den Zusätzen, welche durchPolitik, Irrthum und Zeitverhältniffe hinzugekommen, die heiligste Religion sei,deren wesentliche Lehren sich als den Willen eines unendlich weisen und gütigen Got-tes ankündigten. Was 1750 als Fortsetzung des Werks erschien, ist unecht. JenesBuch wurde von den Deistcn begierig gelegen und steht bei den engl. Deisten nochi» solchem Ansehen, daß man es als ihre Bibel betrachten kann, T, starb zu Ox-ford , als Senior des CollegiuniS aller Seelen, 1733,
Tino (die alte Tenos), eine von den Crkladen im griech. Archipel, 4 f^M^20,000 Einw,, reich an Seid^, Früchten, Getreide. Im Alterthum lag bei derHauptst. Tenos ei» Tempel des Neptun in einem uralten heil, Walde, eine der äl-testen Freistätten Griechenlands . Hier haben die Primaten 1825 eine hellenischeSchule gegründet. Aucb werden hier griechische Trauerspiele aufgeführt, z. D,„Marc Bolsaris" und „Mcgakleü",
Tinte, f. Di» te.
T i » t 0 r e t t 0 . Unter diesem Beinamen ist der venetianische Maler Gia-como Robusti berühmt, ein fruchtbarer und feuriger Historienmaler, geb. zu Vene-dig 1512, gest. 1504. Sein Vater war ein Färber, wovon er jenen Beinamenbekam. Titian wurde T.'S Lehrer, und als dieser ihn aus Eifersucht verabschiedete,suchte er seines Lehrers Colorit mit M.Angelo'S Manier im Zeichnen zu verbinden.Seine Schnelligkeit im Arbeite» aber machte, daß er hinter Beiden zurückblieb.Ferner suchte er eifrig glänzende Licht- und Schattensarbe auf, die ihn oft von demWabren abzogen. Er malte viel für seine Vaterstadt; unter Andern! auch einjüngstes Gericht und die Anbetung des goldenen Kalbes, eine heil. Agnes, einen heil,Rochus, eine Kreuzigung, welche Agostino Carraeci gestochen hat, Sein Portraitist in dem Museum des Louvre befindlich. Dcursche Galerien, z, B. Wien, Dres-den , Pomiiiersfelden, besitzen Vieles von ihm. Auch seine Schwester Maria warMalerin; sein Sohn Domcnico kani ihm nicht gleich.
TippoSahcb (Tippo Laib), Sultan von Mvsore, ein Sohn HyderAli'S (s. d.), geb. 1751, bestieg den Thron am 10. Dec. 1782. Nach demWunsche seines sterbenden Vaters hatte er den Briten unversöhnlichen Haß geschwo-ren ; daher setzte er den Krieg gegen sie fort, bis er ihn, weil der von den Franzosengeleistete schwache Beistand vermöge des pariser Friedens von 1783 aufgehörthatte, und die Maratten auf die Seite der Engländer getreten waren, durch denFrieden zu Mangalore (11. März 1784) ohne Nachtheil endigte. Sein Reichhatte damals einen Flächenraum von 4600 s^jM. und trug 20 Mill. Thlr.^ährl.Einkünfte. Das Land war trefflich angebaut, gut bevölkert, und das Volk, ob-gleich ein Hindustamm, mit der mohammedanischen Regierung zufrieden. Alleinbald zeigte sich T. fanatisch unduldsam. Er ließ Brammen, die ihren Glaubennicht verläugnen wollten, halb todt prügeln oder mit Gewalt beschneiden; erließ den Christen in Kanara und Myscre die Kirchen einäschern und behandelte sie