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Tippo Saheb
mit solcher Härte, dafi über 70,000 auswanderten. Darauf grfffer, obgleichsein Versuch, durch eine glänzende Gesandtschaft (1787) Frankreich Zum Kriegegegen England zu bewegen, mißlungen war, einen Verbündeten der Briten, denRajah von Travankore, den einzigen noch unabhängigen Naiven-Fürsten auf derKüste Malabar, unter einem nichtigen Vorwande an. Nun schloffen die Britengegen T. einen Bund mit den Maratten und dem Subah von Dekan. Schon1700 und 170) eroberten sie mehre feste Plätze in Mysore . 1702 drangen ihreHeerführer, Lord Cornwallis und Abercrombie, bis gegen Seringapatam vor, er-stürmten das Lager des Sultans und belagerten ihn in seiner Hauptstadt. Nunbat T. um Frieden, der d. 21, Febr. 1792 zu Stande kani. Er zahlte den Ver-bündeten als Kriegskosten 33 Mill, Rupien und trat ihnen die kleinere Hälfte sei-ner Staaten ab, nebst den Grenzfesiungen und den Gebirgspässen; davon erhiel-ten die M'ratten 300, der Nizam 612 und die Engländer 552 IHM., welchetheils zit Madras, theils zu Bombay geschlagen wurden. T. konnte diesen Verlustnicht verschmerzen, Er suchte daher die indischen Mächte, namentlich den Königvon Kandahar, Zeman Shah, die Maratten und den Nizam gegen England auf-zuwiegeln, welches ihm jedoch nicht gelang. Auch schloß er mit dem franz. Caper-capitain Ripaud, der zufällig (1796) in seine Staaten gekommen war, einen ge-heimen Bund mit Frankreich gegen England ab und schickte einen Gesandten nachIsle de France , um die Überschiffung des franz. Hülfsheeres zu betreiben. Derfranz. Gouverneur wollte nun zwar dm Vertrag, ohne erst die Vollmacht dazu ausFrankreich erhalten zu haben, nicht unterzeichnen; roch foderte er die Einw. der In-sel durch eine gedruckte Proclamation auf, in die Dienste des Sultans zu treten.Dadurch gvurde T.'S Geheimnis; den Engländern kund. Von Bonavarte'S An-kunft in Agvpren unterrichtet, dachten sie sich die Kriegsrüstungen des Sultans da-mit ini Zusammenhange, sowie dessen geheime Unterhandlungen mit den indi-schen Fürsten. Da er nun auf ihre Anfragen nur ausweichende oder gar keineAntwort gab und d. 7. Febr. 1799 seinen General Du Bac über Tranguebar andas franz. Directorjum abreisen ließ, auch die verlangte Einstellung der Rüstungenund die Wegschaffung der Franzosen aus seinen Staaten verweigerte, so beschlos-sen sie dem Angriffe ihres unveifföhnlichen Feindes zuvorzukommen, und erklärtend. 22. Febr, nebst ihren Verbündeten, den Maratten und dem Nizam, dem Sul-tan den Krieg. Beide Bundesgenossen brauchten jedoch wegen innerer Unruhenibre Truppen selbst; daher die Briten den Kampfallein bestanden. 2 Heere, dasöstliche von Bombay unter Stuart und das westliche unter Harris, rückten in T.'SLänder ein, schlugen den Sultan in 2 Treffen, den 4. und 6. März, worauf er sichin seine Festung Seringapatam flüchtete. ' Vor diesem Platze vereinigten sich den14. April die beiden britischen Heere; am 22. sing die Belagerung an, undam 4. Mai ward das für unüberwindlich gehaltene Seringapatam mir Sturm ero-bert. Der Sultan fiel auf dem Walle mitten im Kampfgewühl. Sir Artbur Wel-lesley (Wellington ) wurde zum Gouverneur der Stadt ernannt. Aus Politik theil-ten die Briten das Reich Mnsore mit ihren Bundesgenossen, obgleich sie den Auf-wand der Kriegskosten fast allein bestritten hatte». Die Maratten erhielten 228,der Subah von Dekan 480, die Engländer 764 j^jM., wovon 324 UM. »ebstder Hauptst. Seringapatam zu Bombay, 440 aber zu Madras geschlagen wur-den. Den Rest von 1190 IHM. erhielt, als britischer Vasall, der in dem Staats-gefängnisse befindliche junge Rajah Kisna, der einzige 5jährige Sohn des 1796in T.'S Gefangenschaft verstorbenen letzten Rajah, dem das alte Mysore als Erb-cigenthum seiner Familie gehört hatte. Auf seine Kosten halt die PräsidentschaftMadras in den mysorischen Festungen ein TorpS Truppen als Garnison, und beieintretenden Kriegen der ostindischen Compagnie muß er einen Theil der Kriegsko-sten tragen. T.'S Nachkommenschaft, aus 13 Söhnen und vielen Töchtern be-