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Elfter Band. T bis V.
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Tirailleurg

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Tiraboschi

stehend, sowie seine» Jeanen und andern weiblichen Verwandten, ward die FestungVellore im Earnatic nun Wohnorte, und eine jährliche, von den Engländern zuzahlende Pension von "20,000 Rupien angewiesen. Tippo Saheb war an seinemUnglücke selbst Schuld. Er harte seine alten Minister und Dfsiciere verstehen undwar mit Schmeichlern umgeben; vorzüglich traute er seinen franz. Rathgebern.Diese leidenschaftliche Verblendung abgerechnet, war er einer von den großen undkühnen Köpfen, welche die Natur nur selten hervorbringt. Tief durchdachte Pla-ne, kühne Unternehmungen, kluge Ausführung, Mäßigung im Glücke zeichnetenihn aus. Er umfaßte mit einem Blicke die verschiedensten (Gegenstände der Staats-verwaltung und des Kriegs, und bewies bei den erster» ebenso viel Politik alsbei den letzter» List und Verschlagenheit. Krieg und Schlachten waren die Lieb-lingSgegenstände seines Nachdenkens. Seine schätzbare Bibliothek, sowie sein Ti-ger, der einen britischen Dfsieier zerreißt, ein Automat, an welchem sich T. oftnach der Tafel belustigte, ist jetzt in dem Versamiiilungchause der ostintischen Ge-sellschaft zu London aufgestellt.

Tiraboschi (Girolamo), dieser gelehrte italienische Literator, geb. 1731zu Bergamo , belast treffliche Gabe» des Geistes und Herzens. Wißbegierde und»»ermüdeter Fleiß zeichneten ihn schon in früber Jugend aus, als sein Vater ihn,11 Jahre alt, in das Iesuitencolleginm von Monza brachte, wo er zwar des Un-terrichts geschickter Lehrer genoß, zugleich aber auch eine solche Neigung für dengeistlichen Stand gewann, daß er seinem Vater die Einwilligung abdrang, im 15.Jahre zu Genua das Noviziat antreten zu dürfen. Nach den gewöhnlichen 2 Jah-ren desselben erhielt er die Bestimmung, 5 Zahl e in Mailand, dann in Novara , Un-terricht in den niedern Schulen zu ertheilen. Späterhin bestieg er, da ihn besondersdie schönen Künste anzogen, den Lehrstuhl der Rhetorik zu Ma.land aus der Univer-sität Brera . In diesem Amte that er sich nicht nur als Lehrer, sondern auch alsSchriftsteller hervor. Mehre Werke von tiefer Forschung und musterhafter Gedie-genheit erwarben ihm den Ruf als Bibliothekar bei dem Herzoge Franz U I. vonModena . T. benutzte die ansehnlichen likerai ischen Hülfsmittel, welche ihm jetztzu Gebote standen, zur Ausarbeitung s. berühmte» ,,d>ior>!i lciii i.iliira !>,-, welche nach und nach in 14 Bdn. erschien. Dieses WeiH das an umfas-sender Gelehrsamkeit, an Genauigkeit, an Vollständigkeit und zugleich an Sorgfaltdes Strls in keiner Literatur seines Gleichen hat, reicht von den Anfängen wissen-schaftlicher Bildung in Italien bis 1700 und setzt durch die Masse und den Werthseines Inhalts um so mehr in Erstaunen, als es in dem kurzen Zeiträume von 10Jahren zu Stande gebracht wurde, während welcher dcrVerf. auch noch Zeit fand,gleichsam zur Erholung, andreWerke auszuarbeiten, die in ihrer Air ebenfalls höchstausgezeichnet sind, z. B. dieI-ililioie, n kosten «-so". T.'S übrige Werke, literari-schen, historischen und theologischen Inhalts, übergehen wir. Er starb zu Modena 1794, ein zu frühes Dpfer seines rastlosen Fleißes.

Tiraden nennt man eine lange Reihe von Worten über einen und denselbenGegenstand, einen Wortschwall über Dinge, welche weit kürzer vorgetragen wer-den könnten, ausgeschmückte Gemeinplätze. Wahrscheinlich rührt die Benennungvon dem ital. KmistauSdrucke in der Musik: 'I7,ni.-,. her, welcher sonst eine ReiheNoten von einerlei Gattung, die, stufenweise hinauf-oder hinabgehend, aufeinan-derfolgen , bezeichnete. Auch ist dieser Ausdruck in der Tanzkunst üblich.

Tirailleurs nennt man seit dein franz. Revolutionskriege Infanteristen,welche bestimmt sind, weniger in geschlossenen Reihen als vielmehr zerstreut, je 2und 2 einander unterstützend, zu fechten und überhaupt nach derFechtart der leichtenTruppen den Colonnen und Liiüentruppen in ihren Bewegungen voranzugehen.Das eigentliche Tirailleurgefecht ist gleichwol sehr systematisch geordnet und un-terscheidet sich hierdurch von dem ehemaligen Plankern. Die TirailleurS haben ihre