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Elfter Band. T bis V.
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Tirol

hörige gefüllte Grafschaft, ist eins der merkwürdigsten Ander Deutschlands , fr-ivol wegen seiner natürlichen Beschaffenheit (man könnte es die deutsche Schweiz nennen) als auch wegen seiner Bewohner, die sich durch Redlichkeit und Offenher-zigkeit, durch unerschütterliche Treue gegen ihren Landesfürsten und, wie alleBerg-dewohner, eine seltene Vaterlandsliebe auszeichnen. Tirol grenzt (Mit Einschluß derVorarlbergischen Herrschaften, s. d.) an Baiern, Ostreich, Illyrien , daslombardisch-venetianische Königreich, Helvetica und den Bodensee . Nach diesemUmfange hat es 516T s^M. mit 762,050 Einw. in 22 Städten, 36 Marktfleckenund 3150 Dörfern. Die Gebirge nehmen H des Ganzen ein, und man kann dasLand als eine Fortsetzung der Schweiz ansehen. Denn man findet hier ebensohohe Gebirge mit ewigem -Lchnee bedeckt, zwischen denselben die schrecklichsten Ab«gründe mit donnernden Wasserfallen, Eisfelder, Gletscher, hier Ferner genannt,und eben solche verwüstende Schnee-, Stein- und Sandlavinen, hier Lahnen ge-nannt, wie in der Schweiz . Die GebirgSnatur ist in Tirol ebenso wild und ebensoreizend wie in der Schweiz, nur fehlen die großen Seeg mit ihren herrliche» An-sichten. Die tiroler Gebirge, welche größtentheils das Land von Westen gegenOsten durchziehen, sind eine Fortsetzung der rhätischen Alpen und treten aus demschweizerischen Eanton Bündten mit dem Innflusse in das Land. Sie bestehentheils aus Granit, theils aus Urkalk. Wie der Gotthard in der Schweiz , so bil-det in Tirol der Brenner die größte, aber nicht die höchste Gebirgsmasse, indem ersich nur 6360 Fuß erhebt. Die höchste Berge befinden sich theils ,m Öhthale,theils an der westlichen Grenze des Landes. Der OrteleS, oder die Ortelsspitze,der höchste Berg nicht nur Deutschlands, sondern auch einer der höchsten Europas ,indem er nur wenig dem Montblanc nachgibt, ist 14,416, nach Andern 12,200wiener Fuß hoch, und wurde 1801 zum ersten Mal, von dem passeyrer Gemsenjä-ger, Joseph Pichler, nach oft wiederholten verunglückten Versuchen erstiegen. Nur4 Minuten konnte er sich mit seinen Begleitern dort erhalten. Die meisten Bergein dieser Gegend sind mit ewigem Eis und iLchnee bedeckt. Dem Ortcles fast anHöbe gleich, aber noch ziemlich unbekannt, sind die Alpen und Gletscher im Ötz-thale. Obgleich sich aus dem Otzthale ungeheure Gebirge in die Wolken erheben,so ist doch das Thal selbst über LieMeeresfläche noch beträchtlich erhöht. Je wei-ter man in das Thal kommt, desto weniger zeigen sich Spuren von Degetatoin.Endlich scheint alles Leben aufzuhören, und bei dem großenFerner, der nördlichden Inn und südlich die Etsch beherrscht, erblickt man nichts als blendendenSchnee und ewiges Eis. Überhaupt laufen die Ferner vom Ursprung« der Etsch quer durch das Land bis an das Zillerthal, beinahe in einem ununterbrochenenZusammenhange. Wo die Alpen Tirol verlassen und sich nach Osten in dasjetzige Königreich Illyrien und in das vormalige Salzbnrgische hineinziehen, wosich als Grenzstein zwischen Tirol, Salzburg und Kärnrhen der Großglock-»er bis zu 12,754 Fuß erhebt, erhalten sie andre Namen und setzen als no-> ische und karnische Alpe» ihren Zug fort. Außer diese» hohe» Alpengebirgen hatTirol auch niedrigere und fruchtbarere Berge, welche schöne Thäler einschließen,Mitterberge heißen und die Alpenkette umgeben. Diese großen Gebirgsmassen ge-ben mehren Flüssen ihren Ursprung: dahin gehören der Lech (der im Vorarlberg entspringt, die Etsch, Eisak, Isar, Sill, Drave, Sarca und Brenta . DerInn , welcher gleichfalls Tirol durchstießt, hat seinen Ursprung nicht im Landeselbst, sondern in der Schweiz. Der Rhein berührt nur die Grenzen des vorark-bergischen Kreises. Unter den Seen sind der Boden- und der Gardasce zubemerken, die aber nur an den Grenzen Tirols sich befinden. Das Klima istsehr verschieden. In den obern oder nördlichen Thälern ist die Luft stets rauhund kalt. Im Pusterthale hält der Winter streng und lange an. Dagegen aber ist