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Tirot
in.den südlichen, vornehmlich in den trientischen Alpentbälern im Sommer dieHitze oft so heftig, das die Einwohner genöthigt sind, während dieser Monate iniGebirge kühle und frische Wohnungen zu suchen. Unter den Winden istderSirocco,auch Fön genannt, seiner Wirkungen wegen merkwürdig. Er ermattet den Körper,treibt das Blut nach dem Kopfe und erzeugt öfteres und heftiges Erbrechen. Die-ser Wind pflegt gegen das Ende des Sommers, und vonüglich im Herbste, oft mitlingemeiner Schnelligkeit den Schnee im Gebirge auftulösen, daher gemeiniglich indieser Zeit die Wildbäche anschwellen und verheerende Überschwemmungen verursa-chen. — Da der grössere Theil des Landes aus Bergen und Helfen besteht, die jedesAnbaues unfähig sind, und selbst die Thäler meistens Felsenboden haben und mehrzu Weiden als Zu Ackerfeldern taugen, so muss der Tiroler viel Mühe und Fleiß an-wenden, um sein weniges Ackerland i» gehörigem Stanke zu erhalten. Der Haupt-sitz des Getreidebaues ist im Vingstgau-, im Pusterthal und im sterzziger Distrwte;man baut außer dem gewöhnlichen Getreide auch Buchweizen (hierPlenten genannt)und Mais; indessen reicht-der jährliche Fruchtertrag bei weitem nicht hin, das Be-dürfniß des Landes zu befriedigen. Von größerer Wichtigkeit ist die Viehzucht, in-dem die Natur die besten Futterkräuter hervorbringt. Auch der Flachs- lind Hanf-bau wird stark betrieben, und in den wälschen Grenzbezii ken witck viel Taback ge-zogen. Ein Hauxterzeugniß ist der Wein, hauptsächlich im Etschthale und in denwelschen Consilien, wovon jährlich 80,000 Eimer ausgeführt werden; nur hält ensich nicht lange und muß bald vertrunken werden. Auch die Obstbaumzncht gibt demTiroler einen beträchtlichen Gewinn. Die Äpfel des Innthales werden'weit versen-det, und von Botzen geht ebenfalls eine Menge Obst, theils frisch, theils gedörrt,außer Landes. Die Apfel aus der Gegend von Mera» gehen bis Petersburg . DasGericht Bohen liefert jährlich -18,000, das Gericht Riva 30,000 Stück Citronen,welche theils in das nördliche Tirol, theils ins Ausland verführt werden. Überhauptreifen in den südlicheil Gegenden die edelsten Früchte, mit welchen ein ansehnlicherHgndel inS Ausland getrieben wird. Es gibt treffliche Paradiesapfel, Granat-apfel, Feigen, Pignolen, Quitten, Pomeranzen, Manteln und Kastanien imÜberfluß. Auch fehlt eS dem Lande nicht an Waldungen. Außer der bedeutendenRindviehzucht, welche nach schweizer Art betrieben wird, der Schaf-, Ziegen-undPferdezucht, beschäftigt der Seidenbau viele taufend Menschen. A» Wiltpret undan wildem Geflügel ist kein Maiigel; es gibt Gemsen, Murmelthiere, W'enig Stein-böcke. Von Mineralien findet man etwas Gold, Silber, Kupfer, Blei, Eisen,Quecksilber, Salz, Alaun, Salpeter, Galmei, der vorzüglich geschätzt wird. Vi-triol, Marmor, Alabaster, Steinkohlen, Ocher, Farben, mineralische Bäder undGesundbrunnen . Der Bergbau beschäftigt daher viele Menschen. — Unter denFabrikanstalten sind die Seidenfabriken die wichtigsten. Der Hauptsitz der Seiden-spinnerei und Färberei ist Roveredo und dessen Umgebung; hier findef man die mei-sten und größten Maschinen zur ersten Zubereitung der-Leide; die weitere Verarbei-rung'derselben geschieht dann an verschiedenen Orten, zum Theil außer Landes, wo-hin die hier gewonnene Seide gebracht wird. Die zweite Fabrikation ist dieMetall-waarenerzeugung, indessen ungleich mehr als die vorige beschränkt; dann folgt anWichtigkeit und Ausdehnung die Lederbereitung, dann die LSiüwAö'rei, vorzüglichim Pustcrthale, im Dintschgau, im Etschthale ic. Auch gibftesTNousselin - undDattistsabriken, eine Cattunfabrik, eine Tuchfabrik, Darmsaiten-, Tabacksfa-briken. Außerdem werden Gefthmeidewaare» in Stubap, und"künstliche Blu^'men, sowie Holzwaren im Thale Gardeiia (Gröden ) verfertigt. Baumwollen-spinnerei und Strickerei gibt es in Schwatz und Vorarlberg ; Spitzenklöppeln anmehren Orten; Tisch- und Fußdeckenweberei im Pusterthale. Mit den meistendieser Natur- und Kunsierzeugmsse wird ein lebhafter Handel ins Ausland getrie-