Band 
Elfter Band. T bis V.
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Tizian

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ligen >o. Zliin Unterschiede von Bürgerlichen ); Ehrentitel (als: Durchlaucht, Ex-,ccllcnz ic.) und ?^n>tStitcl Ratb, Professor, Supermkendont rc,), diese abcr wiederi» wirkliche (von der eigentlichen Bedienung) oder in Titularen, die die bloßeBenennung, ohne das Anit, haben (z. B. wirkliche Rathe Tinilarrärhe ic.).Daß in der bürgerlichen Gesellschaft, wo nun einmal eine allgemeine Gleichheitnicht stattfinden kann, auch Unterscheidungen der Art beobachtet werden muffen,wird kein Vernünftiger läugncu; daß aber die Titulomanie oder die Sucht,sich mit besondern Ehrenbenennungen (Titeln) anreden zu lassen, nach und nach ')den höchste» und lächerlichsten Grad erreicht hat, ist eine Wahrheit, von der mansich täglich überzeugen muß, und e? wäre wol überflüssig, noch etwas darüber hin-zuzufügen, da man in öffentlichen Blätter» (namentlich demReichs"-, jetztAll-gemeinen Anzeiger") und auf dem Theater (z. B. Kotzcbuc in denDeutschenKleinstädtern") die Lächerlichkeit einer solche» Titelwmh genug bloßgestellt hat.Denn übrige»« l egierende Herren in ihrem Titel oft Länder mit aufführen lassen,die ganz andre Besitzer haben, fo rührt dies theils von ehemaligen Ansprüchen, diesie oder ihre Vorfahren zu haben vermcint oder wirklich gehabt haben, her, obgleichvielleicht »>e dieselben geltendgeniacht werden, theils ist es bloß sogen. Wtyl undL)bfervanz, solche Titel beizulnhatten. (S. übrigens Allerchristlichstc, Apo-stolische und Katholische Majestät, Ceremonie!, Großbritan-nien u. a.) 2) Die Aufschrift, Rubrik eines Buches, Bildes oder ander» Wer-kes, das man dadurch von ander» unterscheiden will. 8) Ein gesetzlicher Grund,aus welchem Jemandem ein Recht oder der Besitz einer Sache zusteht; im kanoni-schen Rechte die Einkünfte oder Güter, welche zum Unterhalte der Geistlichen dienen(ursprünglich gewisse den Geistlichen angewiesene Sitze, wo sie ihr Amt ausübten),lind in den mittlern Zeiten eine Würde, ein geistliches Amt, das Jemand beklei-dete. Endlich 4) die Aufschrift der einzelne» Capitel in dein (änrgmz juri->, na-mentlich in den Institutionen, Pantcktcn und dein Coder.

T i t i a n (Tiziano Vcrcelli), unter den großen Dealern Italiens einer der be-rühmtesten. 1-171 (nach A, 1-lbO) zu Capo del Cadore in den Alpen von Friaul geb., wart er, weil er früh Beweise von Talent zu den zeichnenden Künsten gege-ben, nach Venedig gesandt, und Giovanni Bellini'S Schüler. Er machte bewun-dernswürdige fortschritt-, und die Nachahmung des WtplS seines Lehrers gelangihm so vollkommen, daß Beider Werke kaum -unterschiede» werten konnten. DieseManier war aber steif und trocken. Als der junge Künstler später die Werke Gior-gione's gesehen hatte, in denen mehr Freiheit und Eleganz herrschte, nahm er sichdiese zum Muster. Weine Fertigkeit ging so weit, daß er bald dem Giorgionealcich that, und dieser aus Eifersucht darüber alle Verbindung mit ihm aufhob.Auglcich vernachlässigte T. auch andre Gegenstände des menschlichen Wissensnicht; namentlich übte er m seiner Jugend die Dichtkunst mit so glücklichem Er-folge, daß er für einen der besten damals lebenden Dichter galt. Indessen widmeteer sich bald ausschließlich der Malerkunst und brachte es in der Landschafts-, Por-trait- und Gcschichtsmalerei zu seltener Vollkommenheit. Mit einer genauen,treuen Beobachtung der Natur, einer fast nie erreichten Schattirung und Farben-gebung, verband er bei allen Veränderungen seiner Manier eine ausgezeichnete,

*) Von der lächerlichen Tiiclsiichk aus dem 17. Jahrh, mag ein Beispiel zur Er-bauung der Leser genug sein. Ein gewisser 51. Seeger zu Willenberg ließ sich malen,und zwar unter einem Crucinr stehend, wo dann aus seinem Munde die Worte nachdem Heiland hinausgingen: ,,Ooaüne cko»» (ätwisi«, «>»->« me't" (Herr Zczu, liebstdu »lich t"), und aus dem Munde Jesu kamen nun folgende Titulaturen herab:<As.

nissime, Aotnttsrime sigue I1uvli»5ime Oomine lVIsA. 8eeg«r, IZectoo 8cliolseWfttenbengenzi'z meoiliisiine staue stiLNiisims, amchno amo te! (ZU Dentist) UM

gefäbr:Hochedler, Hochachtbarer, Hochgelehrter Herr Sceger, Hochwürdiaerund Hochverdienter Reetsr der Schule zu Wittenberg , la, ich liebe dich!")