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fel ein und ließ sie am folgenden Tage bei einem öffentlichen Schauspiele neben sichsitzen. Seine Güte ging noch weiter, indem er der Mutter des Einen dieser Ver-schwörer, welche von Rom abwesend war, einen Boren schickte, um sie wegenjenes Ereignisses zu beruhigen, und sie versichern zu lassen, daß das Leben ihresSohnes in keiner Gefahr sei. Er hob die Gesetze auf, welche das durch Redenund Schriften gegen die Person und die Würde des Kaisers begangene Majestäts-verbrechen bestraften, und welche unter den vorigen Regierungen eine Quelle desUnglücks und Verderbens für viele der angesehensten Familien gewesen -riren.„Wenn ich unverdienterweise verunglimpft werde", sagte er, „so kann eine solcheBeschimpfung mich nicht beleidigen. Ist aber der Tadel gegründet, so würde eSgroße Tyrannei sein, Menschen für die Äußerung der Wahrheit zu strafen. Wasdie Beleidigungen meiner Vorfahren betrifft, so mögen diese, wenn sie Götter ge-worden sind, sich selbst rächen". Die Angeber der vorigen Regierun-
gen strafte T. vielleicht zu prahlerisch. Er verbannte nicht nur einige aus Rom ,sondern ließ andre auch an öffentlichen Plätzen peitschen und in den Amphitheaternauf eine schimpfliche Weise ausstellen. Sein Grundsatz war: „daß Niemand miß-vergnügt von seinem Fürsten scheiden müsse". Aber eben dieser Grundsatz, ver-glichen mit seinem bekannten Ausrufe nach einem Tage, an dem er keine Wohl-that erzeigt hakte: „Meine Freunde, ich habe einen Tag verloren!" erregt den Ge-danken, daß seine guten Handlungen häufiger in Gunstbezeigungen gegen Höflingeund ungestüme Bittsteller als in der Erfüllung der öffentlichen Pflichten bestan-den. Seine Gefälligkeit gegen das römische Volk, dem er es überließ zu bestim-men, wie viele und was für Kampsspiele auf dem Amphitheater gegeben werdensollten, wird schwerlich von Denen gelobt werden, welche die blutdürstigen Gesin-nungen des gemeinen Haufens in Erwägung ziehen. Seinem Streben nach derDolksgunst war es gleichfalls zuzuschreiben, daß er dem niedrigsten Pöbel die Theil-nahme an den prachtvollen warmen Bädern, die er errichtet hatte, gestattete. ZurFreude der Römer, die einen erblichen Haß gegen alle fremde Wouveraine hatten,schickteer, obgleich ungern, die Königin Berenice zurück, und diese Handlung ver-dient um so mehr Lob, da sie seinem Herzen schmerzhaft war. Die vorzüglich-sten öffentlichen Ereignisse während seiner Regierung waren der große Ausbruch desVesuvs, wodurch Herculanum, Pompeji , Stabiä u. a. Städte begraben wurden,und eine Feuersbrunst, welcher eine schreckliche Pest folgte. Mit der rührendstenGüte suchte T. das öffentliche Elend zu lindern und den Leidenden auf alle Weisezu helfen. Aber die Wirksamkeit dieses trefflichen Kaisers sollte nur kurze Zeitdauern. Auf einer Reise nach der Landschaft der Sabiner ward er von einem todt-liehen Fieber ergriffen. Seinen frühen Tod beklagend, blickte er gen Himmel undsagte: „Ich habe mir aus meinem Leben Nichts vorzuwerfen, als eine einzigeHandlung". Welche es war, äußerte er nicht. Er starb im I. n. Chr. 81 aufeben dem Landgute, wo sein Vater gestorben war, im 41. I. seines Alters, undnach einer Regierung von 1 Jahr und 0 Monaten, keine männliche Nachkommenhinterlassend. Sem Tod ward zu Rom als ein allgemeines Unglück beweint, under von den Römern, welche Ehre ihren Kaisern gewöhnlich widerfuhr, unter dieGötter verseht. Daß ein längeres Leben seinen, Ruhm vielleicht nicht Vortheilhaftgewesen wäre, darf man wegen der Lenksamkeit seines Gemüths und seines Hangeszur Verschwendung wol annehmen. Als Kaiser kann man ihn mir den Trajaüenund Antoninen freilich nicht in eine Reihe stellen; doch ist er immer unter den Be-herrschern Roms eine erfreuliche Erscheinung.
Tiv 0 li, am Teverone, merkwürdig durch classische Erinnerungen und seineschöne Natur, ist der Hauptort eines DijirictS in der Campagna di Roma, imKirchenstaate, mit 5500 Einw. Berühmt ist der 60 Fuß hohe Waffersal! desTeverone (sonst Anio). Hier sind die Trümmer des alten Äbur, in der Nahe die