Band 
Elfter Band. T bis V.
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Todtes Meer

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Gerippe daher, daß nach der Erzählung der alten Chroniken die von dem PechibelBefallenen plötzlich aus den Häusern liefen und durch krankhafte Bewegungen undZuckungen ihre Kräfte aufregten. Andre leiten die Entstehung dieser Darstellungvon den Maskeraden ab. Man findet dergleichen oft auch auf den kathol. Begräb-nißplähen. Der berühmteste war der in FreSco gemalte Todkenianz auf einer Mauerdes Predigerkirchhofes in der Vorstadt Ldt.-.ssohann zu Bases der schon früherdurch Überstreichen sehr verdorben worden war und nun ganz zerstört ist. Den ehMißverständniß hatte man dieses Gemälde für ei» Werk des berühmten Hans Hol-dem gehalten. Allein es ist langst bewiesen, daß dieser Todtentanz fast 60 I. vorHolbein's Geburt zum Andenken der Pest, welche 1431 zu Basel , während derKirchenversammlung daselbst, herrschte und mehre Mikgl. des Raths hinraffte,von einem unbekannten Künstler gemalt worden ist, und zwar so, daß der Tod alleStände, vom Papst und Kaiser herab bis zum Bettler, zum Tanze auffodert,welches durch erbauliche Reime gedeutet wurde. Das Gemälde enthielt gegen 60Figuren in Lebensgröße. Man hielt in der Folge einen Maler, Glauber, ebenfallsohne Grund, für den Verfertiger desselben. Dieser Zth. Glauber oder Klaubersoll ihn nämlich, nach a. Nachrichten, nur vollendet, ein Andrer, Hans Bock,ihn 1180 erneuert (er scheint späterhin mit Ölfarben übermalt worden zusein), undnoch ein Andrer, Hans Hugo Klauber, 1520 (nach A. 1568) die letzte Hand dar-an gelegt haben, dessen Name unter einer der Figuren zu lesen war. Er ist vonIoas Dennecker sAugsb. 1544) und von Matth, Merian dem Ältern (1621) in 44Bl.i» Kupfer gestochen worden (s. die neueste Ausg. von Merian's Werken 1126).Auf der öffentlichen Bibliothek zu Basel ist eine Copie dieses Gemäldes i» Wasser-farben vorhanden. Holbein hat vielleicht von diesem Gemälde die erste Idee zu sei-nem Todtenkanze genommen, von welchem die Drigirialzeichnungen in das Eabinetder Kaiserin v. Rußland , Katharina ll., gekommen sind. Einige wollen behaup-ten, daß Holbein selbst die Zeichnungen in Holz geschnitten habe. Dieser Holbein'-sche Todtentanz ist auch gestochen in 33 Bl. in denOenrrc-5 cleckean Holden,

(lln. äleeln-G (1. Th., Basel 1180) und in Steindruck vom Maler Schlott-hauer (München 1829 fg., 53 Dl. in 10 Lies, die I I. gibt den Tept). Auch in a.Städten derScbweiz wurden im 15.Jahrh, ähnliche Abbildungen gemacht. (S.Müller'sGesch. der Schweizer ", 4. Bd.) Der Todtentanz in der Marienkirchezu Lübeck wurde 1463 vollendet. Zu Dresden ist an der Mauer des neusiadterKirchhofs noch fetzt ein ähnlicher Todtentanz zu sehen. Er besteht aus 21 halber-habcnen, aus Sandstein gearbeiteten Figuren, welche Personen beiderlei Geschlechtsaus allen Ständen vorst llen. Die Arbeit desBilthauers bat etwasmehrVerdienstals die später hinzugefügten unpoetifchen Reime. (Vgl.Fiorillo'sGesch. derzeich-nendenKünste in Deutschland und den Niederlanden", 4. Bd.). Selten ist:i>in,t,'e.<<I>: l- inorl. unxgiirlle.«; .<i,it inlfo»«!,u z 12 iign,k>,"(1.A.1530, 4-, auchinsSpan., Enzl.u.ina.Sprachenübers.z 2.A.Lvon, IehanFrellon, 1541, kl.8.).

T o d r e ü M e e r, ein großer Landseein Asten in dertürklfchenProvinzSv-rien, ist schon aus der biblischen Geschichte bekannt, indem hier das schöne ThalSiddim mit Sodom, Gomorra u. a. Städten durch einen vulkanische» Ausbruchin den Abgrund versenkt wurde, worauf dieser See entstand, welcher von den An-wohnern Bahbaret Lukh, d. i. Loth'S Meer, genannt wird. Er ist von N. nachS. I I Meilen lang, in der Mitte 3 Meil. breit, hat, nach Seetzen's Angabe, 6Tagereisen im Umfange und liegt zwischen hohen Bergen, deren Boden aus Sandund Salz besieht, unter welchem nian tiefer eine Lage von zähem, stinkendem,schwarzem Peche findet; daher hier keine ondrePflanzen als Kali wachsen, und dieganze Gegend eine Wüstenei ist. Einige Stunden von dem Südende ist der Seeso seicht, daß man im Sommer hindurchwaten kann. Das Wasser ist überall klarund hell, aber äußerst salzig und von ekelhaftem Geschmack. Am Dstuser legt sich