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Elfter Band. T bis V.
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K42 Union (kirchliche)

lange bestehen muß, als ste ihren Herrschgrrmdsätzen nicht entsagen will, ist dochnur einzelnen Überläufern zuzumuthen. Der letzt«, ernstlich gemeinte, auchselbst dem Kaiser Napoleon 1806 vorgetragene Unionsplan des franz. Rechtsge«lehrtenBeaufort, der den Kirchenfrieden durch das Übergewicht der Staatsgewaltstiften lassen wollte, halte endlich, aus guten Gründen, beide Kirchen wider sich.

> Die vernünftigen Parteien sind jetzt in der Überzeugung einverstanden, daßhier weder durch Zwangsmittel, noch durch Religionsgesprüche, noch durchFrie-denSvertrüge über einzelne streitige Punkte, überhaupt durch keine halbe Maßre-gel etwas Ersprießliches auszurichten, sondern nur neuer Streit zu entzünden ist;und wer dos innere Wesen beider Kirchen kennt, wird mit Plank (s. dessenWortedes Friedens an die katholische Kirche ", 1809) entweder für ein« vollständige, oderWenn diese nicht zu hoffen steht, wider jede Art von Vereinigung stimmen. Dennda der Katholicismus und Protestantismus (vgl. d.), ungeachtet ihrerEinigkeit in den Grün-lehren des Christenthums, doch gerate in Rücksicht ausdasKirchenthum, worauf bei einer äußern Vereinigung offenbar das Meiste ankommt,die schärfsten und unversöhnlichsten Gegensatze bilden: so muß entweder eine vonbeiden Kirchen ganz und ohne Vorbehalt in die andre übergehen, oder der Stand derDinge bleiben, wie er gegenwärtig ist, bis die fortschreitende Bildung und die stilltAnnäherung ini Geist Erfolge vorbereitet, die jetzt nur die unverzeihlichste Unbe-sonnenheit laut zu vermuthen oder gar anzukündigen wagen könnte. Etwas an-ders verhält es sich mit dem Wunsche einer Union beiden Protestant. Hauprpar,teien. So stark die evangel. Theologen des 16. Jahrh, sich in die Meinung hin-«ingestrilten hatten, Calvinismus und Lutheranisrnus wären im Grunde und W -sen der Lehre von einander verschieden und ganz unvereinbar, so klar ist es doch,daß ihrer Vereinigung eigentlich nur 2 Punkte m> Wege stehen: von Seiten derlutherischen Kirche die buchstäbliche Erklärung der Einsetzungsworte des heil. Abend-mahl« (Aas ist mein Leib"; vgl. Abendmahl und Ubiguität), die dir philo-sophirenbe Vernunft der Reformirten anstößig findet, und von Seilen der refcr-mirten Kirche die in aller Strenge von Hafvin aufgestellte und von der dorrrech«ter Synode bestätigte Augusiinische Theokie von einer besondern Prädestinationoder Gnadenwohl (s. Gnade), die den Glauben der Lutherischen an die allge-meine Liebe Gottes in Christo kränkt. Über den ersten dieser Punkte hatten sichdie beiden Kirchen entzweit, und die wiltenbergische Concordie (Vergleichs undEintrachtefvimel), die der straeburgischc Theolog Bucer 1586 der Billigkeit oderKlugheit Luther'S abgewann, konnte keinen wirklichen Frieden heistellen (vgl.Reformrrte Kirche), ja die leidenschaftlichen Streitigkeiten und gegenseiti-gen Verfolgungen in der letzten Hälfte des 16. Zohrh. gaben dem Sektenhaßimmer neue Nahrung. Friedlicher gingen die Theologen beider Theile von denübrigen« fruchtlosen RcligicnSgespiäch n zu Leipzig 1631 und zu Kassel 1661au« einander. Zn diesem Zahrh. wollte nun auch ein einzelner Mann ausrich«len, was den Fürsten und gelehrten Kvrpirschaften beider evangel. Kirchen bishermißlungen war. Der Engländer Zehn Dury, anfangs Prediger der engl. G,meindr zu Elbing , wendete den größten Theil seines Lebens (starb 1680 zu Kasse)auf, um duich Reisen in olle prolest. Länder von Europa und durch Verhandlun-gen mit den Höfen, Obrigkeiten, Universitäten und geistlichen Ministerien t«Ünron der englischen, holländischen, scl wetzet ischen und deutschen reformirten Kir-chen mit den Luch.rischen zu bemerkst« lügen. Doch ungeachtet der Unterstützune,die er in England und einigen Gegenden Deutschlands fand, blieben seine fast bOjäh»rigen, eines I-rchisinnigen oder unredlichen S ynkretismuö endlich verdächtig gewci^denen Bemühungen ohne Wirkung. M«hr versprach man sich von den Maj-regrln -es reformirten preuß. Hofes in dieser Sache. König Friedrich i. veranst, l-let« 1703 Berarhschlagungen reformrrter und lutherischer Theologen zu Berlin ,