Vera Cruz Nueva Verantwortlichkeit der Staatsbeamten 611
ist gewöhnlich bei ihr, bisweilen sind auch die Grazien in ihrem Gefolge. Mit ihremeigentlichen Gemahle, Dulcan, hatte sie keine Kinder, wohl aber gebar sie deren vielevon a. Gott i n, als vo:n Mars, Bacchus, Mercur u. A. Die bekanntesten ihrerKinder sind: Amor oder Zros und Anteros (Liebe und Gegenliebe), Hymen, Herm-aphrodit, Aneas . Sie hatte auch Umgang mit Sterblichen und liebte unter diesenvorzüglich den schönen Adonis (s. d.). Als die Göttin der Zwietracht (Eris ) einenApfel mit der Überschrift: „Der Schönsten", in den Versammlungssaal derGötkergeworfen hakte, und Jupiter den Streit der Göttinnen darüber nicht entscheidenwollte, sprach Paris den Apfel der Venus, als der Schönsten, zu. Unter den Grie-chen bildete sie vornehmlich Praxiteles in trefflichen Statuen. Er bildete eine vonunten enthüllte (die koische) und eine ganz nackte (die knidische), welche aus demBade oder Meere steigt, von welcher die capitolinifche nach Meyer eineCopie seinsoll. Don ihren Abbildungen sind die berühmtesten: Venus Aphrodite oderAna-dyomene, und Venus ganz nackt, mit der rechten Hand die Brust, mit der linken dieScham deckend (die mediceische in der herzogl. Galerie zu Florenz ); oder auf einemvon Tritonen und Nereiden gezogenen Muschelwagen stehend und das Haar abtrock-nend. Venus Urania erschien in Sparta mir Bogen und Pfeil, oder bewaffnet miteinem Spieß, einem Helm auf dem Haupte; von der Venus Kallipygos sind ge-wöhnlich nur Rücken und Hintertheile mit vorzüglicher Kunst bearbeitet. In derneuern Zeit hat man eine Statue der Venus zuMelos (f. d.) aufgefunden. (Dgl.Proserpina.) — Über den Planeten Venus s. Planeten.
Vera Cruz N u e v a, Hafen und Handelsstadt in der ehemal. Intendant-schaft gl. N. (1491 UM., mit 156,000 E.) in Mexico , am mexican. Meerbusen.Corkez baute hier, wo er (21. April 1519) landete, eine Stadt und nannte sie VeraCruz. Die unbequeme und unsichere Lage dieser Stadt machte, daß man in derFolge in einer Entfernung von einigen Meilen an derselben Küste eine neue Stadtbaute; jene heißt nun Alt-, diese Neu-Vera Cruz. Aber auch diese letztere, 72 Stun-den von der Hauptst. Mexico entfernt, hat eine ungünstige Lage zwischen einerSandebene und ungesunden Morästen. In der Nähe liegt das Fort S.-Iuan deUlloa, welches die Spanier bis zum 18. Nov. 1825 behaupteten. Vera Cruz hatjetzt nur noch 7000 E., die größtentheils des Handels wegen hier bleiben, und istgur gebaut, die meisten Häuser sind von Corallen. Der kleine und gegen die Windenicht gehörig geschützte Hafen kann höchstens einige und 30 Schiffe aufnehmen, istaber der einzige im mexican. Meerbusen, wohin die für Mexico bestimmten europ.Waaren gebracht werden. Don Zeit zu Zeit gingen Kauffahrteischiffe aus Cadiz mitLadungen von Wein, Öl, Tüchern, Leinwand, seidenen Zeuchen u. dgl. nach VeraCruz, wo diese Waaren ausgeschifft und auf die Messe nachTalapa, das 12 Stun-den davon entfernt liegt, versendet wurden. Die Zahlung für die europ.Waaren be-stand außer dem baaren Gelde in Cochenille, Häuten, Campecheholz, Vanille u. a.Erzeugnissen Mexicos, welches die span. Schiffe als Rückfracht mitnahmen. Durchden Abfall Mexicos von Spanien seit 1810 wurde die einzige Verbindung von Me-xico mit Europa über Vera Cruz unterbrochen; doch verglich Spanien sich mit Eng-land dahin, daß engl. Fregatten die Schätze Mexicos aus Vera Cruz nach Spanien überfuhren, was aber nach Mexico's Unabhängigkeitserklärung aufgehört hat.1830 ward in dem nunmehr mexicanischen Staate Vera Cruz (1000 ÖM. mit174,000 E.) von franz. Ansiedlern die Colonie Guazacualco gegründet.
Verantwortlichkeit derStaatsbeamten. Es gehörtenicht viel dazu, eine vollkommene StaatSverfaffung zu entwerfen, welche einen höchstregelmäßigen Gang der öffentlichen Angel genheiten verzeichnete, sobald man nurauf irgend einem Punkte, sei es an der höchsten Spitze oder an der breitesten Unter-lage, eine bewegende Kraft anbringen könnte, welche, von allem Einflüsse mensch-licher Schwachheit frei, nur der Vernunft und dem Gesetze nachstrebte. Da dies
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