Band 
Elfter Band. T bis V.
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l!54 Vereinigte Staaten. VI. Literatur

sich in Neuorleans eine 8ocieie meNa.iIe. Denn unter alten Berusswissenschaf-ten wird die Heilkunde mit vorzüglichem Eifer bearbeitet.

Das erste Buch in Nordamerika wurde 1640 gedruckt. Das erste Zeitungs-blatt erschien dastlbst im April l'lOb. Gegenwärtig liefern tie nordomerikan.Duch-druckereien alle wichtige Werke der europäischen Literatur, und die Bücherpreisesind gewöhnlich nur der vierte Theil von den in England üblichen. Die erste nord-omerikon. Buchhändlermesse ward 1862 zu Neuyork von 49 amirikan. Buch-händlern geholten. (Dgl. Tbomas'sIlirior, ok printin^ j>, ^>u,ini>", Philad.1815.) Als Dichter weiden geschätzt: Barlow (s. d.), Vf. derColum-biade"; der Lyriker Sargeant iu Boston; Woodworth; Brown, Df. vonWie-lond" undArthur Mervyn''; W. Culten; Bryant und D. Dwight. Der Letz-tere (Präsident des Palecollege) schrieb, als er Geistlicher zu Greenfield war, einepisches Gedicht: I be nongiict ol' 0» nnd ein andres:d^ikkntielei',llill". Indeß verrathen die kleinern Gedichte der amerikan. Dichter neuerer Zeitmehr Geschmack als jene großem Gedichte; auch haben sie mehr einen eigenthüm-lich n poetischen Geist. Alflon's ol rl>e rr.izon,", Picrpoinl's.Vii, ok

und11>n Liillttl ol Vrnimonl!" nennen Bristet und Cogswell dieschönsten Gedichte, die jenseits des atlantischenMeereSerschienen sind. Aber Nord-amerika überhaupt entbehrt eines romantischen Iugendlebens, einer dichtungs-und sagenreichen Vorzeit, des Anblicks einer idyllischen Natur und vor Allem jenersorgenfreien Ruhe, welche der stille, heitere Mufendienst verlangt. Daher ist imLeben so wenig Ideal und Poesie. Plan vernachlässigt die Einbildungskraft, dennman hat für ihre Freuden keine Zeit. Dagegen vereinigen sich alle Kräfte d-S Gei-stes, lim das Nützliche zu erringen. Der Sinn ist rein praktisch, nur auf Berufs-arbeit gerichtet und auf Gewinn. Schriftsteller, die dem DolkSgeiste mehrentsprechen, sind: Trumbull, Ds. des komischen Heldengedichtsälsc binx.,!";Washington Irving (s. d.), und Wirt', der erste Atvocar Virgiuiens, Vf. desOl,l l-.-xchelor" und desliiiti,<.l> -pr.", und der Erzähler C o o per (s. d.).Als Redner werde» geschätzt: Fisber Ames, den man den amerikanischen Burkenennt; Pakt ick Henry, Sachwalter in Virginien, der sich in den Zeiten des Frei-heitskneges als Staatsmann und Redner sehr auszeichnete, und der verst. Gou-verneur Morris. Unter den 44 Mitgl. des Senats zeichnen sich als Redner aus:Oris von Massachusets, Rusus King, Borbour, Gouverneur von Viigmien, dergewesene Staolssecreiair Henry Clay , und Webster. Überhaupt bilden die Ge-richtshöfe und der höhere Staatsdienst, nach welchem alle Talente hinsireben, guteRedner. Denn nach Cogswell (in Blackwood'sb»Iil>. 1819) werden

immer 3660 Gesetzgeber für den Congreß und für die Regierungen der einzelnenStaaten gebraucht. Gleichwol gibt es in den V. St. keinen Cursus von Vorle-sungen, weder über ihre eigne Verfassung noch über dos Völkerrecht, weder überpolitische Ökonomie noch Statistik und Geschichte. Aus diesem Mangel einerzweckmäßigen politischen Erziehung entspringt aber nicht allein jene sichtbare Un-wissenheit in den nöthigen Kenntnissen, welche selten der spätere Fleiß des Man-nes sich erwerben kann, sondern auch die einseitige und beschränkte Ansicht bloßerBerufsthätigkeit. Indeß Hot sich der Congreß, ungeachtet dieser Müngel in demZustande der wissenschaftlichen Bildung, im Allgemeinen ausgezeichnet durch dieWeisheit seiner polnischen Maßregeln und durch eine bedeutende Zahl großerRedner. Die Amerikaner sind von Jugend an vorzüglich ein im Reden geübtesVolk. Schon in den Colleges wird die Kunst zu sprechen getrieben; die immer er-neuerten Wahlen für die öffentlichen Ämter begünstigen das Talent, zum Volkeklar, kräftig und eindringend zu reden. Amerikanische Beredtsamkeit ist keine bri-tische, nicht so edel, rein und gelehrt; aber sie ist kühn, hinreißend, voll Feuer undFlamme. Ihr auffallender Fehler ist Mangel an gutem Geschmack, eine Folge