Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
Seite
VIII
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punkte der Gesellschaft und der Wissenschaft nur selten noch brauchbar. DasVorhandene erfoderte also zuerst Erweiterung und meistentheils eine durchausneue Bearbeitung. Außerdem glaubte die jetzige Redaction vor Allem dieBiographie sehr erweitern und auf lebende merkwürdige Zeitgenossen ^insofern diese in der Literatur oder der Welt zu den sogenannten ziubliu cb,-,-r.iulers gehören ausdehnen zu müssen; nicht minder glaubte sie aus demGebiete der Politik und Diplomatik, der neuesten Zeitgeschichte, derStaatswirthschaft, der Religionsphilosophie, der classischen und derneuen europäischen Literatur, der Archäologie, der Anthropologieund populairen Medicin , der Mathematik, den Natur-, Handels-und Kriegswissenschaften , und selbst der Jurisprudenz die wichtigstenGegenstände, welche zu der mündlichen Unterhaltung oder Lecture für höher 'gebildete Cirkel oder Individuen sich eignen konnten, auf eine angemessene,zwar einfache, jedoch nie zum Gemeinen herabstnkende, immer den neuestenStandpunkt bezeichnende Weise abhandeln zu müssen.

So schwierig die so gefaßte Aufgabe schon an und für sich war, sowurde sie es dadurch noch mehr, daß sie in einer kleinen Bändezahl gelöstwerden mußte; daß ferner eine Vereinigung über die Artikel, welche man zugeben habe, kaum möglich war, wenn man auf die großentheils sich wider-sprechenden Federungen jedes Einzelnen Rücksicht nehmen wollte; daß endlichdas Ganze in einer möglichst kurzen Zeit ausgeführt werden mußte, wenn esharmonisch ausfallen, und wenn dem Fehler aller ähnlichen zeitherigen Wör-terbücher und Encyklopädien , deren Ansang nirgends zum Ende und kaum zurMitte paßte, wodurch nothwendig ihre Brauchbarkeit sich verminderte, begeg-net werden sollte. Überdies glaubte der Unternehmer, dem Werke einen soniedrigen Preis geben zu müssen, daß es Jedem, der seiner intellectuellenCultur nach zu den gebildeten Ständen gehört, zugänglich sei.

Man wird zugestehen, daß Muth und Vertrauen zu sich selbst und zumPublicum, Kenntniß der Welt, der Zeit und der Literatur, und eine großeThätigkeit und Ausdauer dazu gehörten, um mit den beschränkten Mitteln,die damals dem Unternehmer zu Gebote standen, an die Lösung dieser so ge-stalteten Aufgabe zu gehen, zumal in der bedenklichen Zeit von 1812, der 2Kriegsjahre folgten, die für literarische Unternehmungen nirgends günstig wa-ren und Alles doppelt erschwerten.

Als nun zur Ausführung geschritten wurde, bestimmte der Herausgeberdie Bändezahl der zweiten Aufläge anfangs wieder auf 8, in der Folge je-doch, bei dem so sehr erweiterten Plane des Werks, auf 10 Bände; zugleichverstärkte er, aus demselben Grunde, diese Bände von 36 nach und nach bisauf 60 und mehre Bogen; auch ward von ihm eine solche raumbenutzendeEinrichtung des Drucks gewählt, daß der Bogen noch einmal so viel faßteals früher.

Die Aufgabe, das ganze Werk in etwa 2 Jahren zu vollenden, und ihmdadurch die erfoderliche Einheit zu geben, gekörte zu den schwierigsten, wienur Derjenige gan; beurtheilen kann, der sich je mit der Redaction literari-scher Werke,, die mit Hülfe vieler Mitarbeiter und nach alphabetischer Ord-nung zusammenzustellen sind, beschäftigt hak. Dessenungeachtet würde die Fo-derung, mit dem Ganzen in ein paar Jahren fertig zu werden, wol gelöstworden sein, wenn nicht erstlich jene Kriegsjahre und dann der Beifall desPublicums selbst störend darauf eingewirkt hätten. Erstere unterbrachen denBriefwechsel mit den Mitarbeitern oft monatelang, sodaß in dieser Zeit dieRedactoren, obendrein durch tägliches Kriegsgetümmel gestört, sich fast alleinmit ihren eignen Materialien zu helfen suchen mußten. Späterhin aber nah-