527
Zirbeldrüse , eine eirunde Drüse zu oberst im Gehirne, In welcher sichviele Nerven vereinigen, und welche von einigen Physiologen und Psychologen,z. B. Descartes, für den Sitz der Seele gehalten wurde,
Zirkel, s Cirkel und Kreis,
Z i ssk a (spr. Schischka), s. Zizka .
Zither. Die x,der Griechen war nachDrieberg's richtiger Bestim-mung ein Saiteninstrument mit Gnffbrel (zum Unterschied von der Lyra ), undnach den »leisten Nachrichten war sie mit 5 Saiten bezogen. Eine Art derselbenscheint die gewesen zu sein. Die Kithara wurde mit dem Plektron gespielt
oder geschlagen. Amphion so» sie nach Plutarch erfunden haben.') Andre leitensie aus dem Morgenlande ab und finden sie auch bei den Hebräern, wo Iubal sieerfunden hoben soll. Dort wird sie wol häufig mit der Harfe verwechselt. Dieneuere zum Theil noch jetzt gebräuchliche Zither ist ein von Holz flach gebautes In-strument mit flacher Resonanzdecke und Schallloch, einer ungefähr 2 Zoll hohenZarge, langem Hals mit Griffbret, und flachem BodeN. Gewöhnlich bat sie6 Drahtsaite», welche dann 6 ck I> ^ <> b gestimmt sind; die polnische Guitürre fin-det man 6 Lc ^ c gestimmt. Aus der Zither ist die Guitarre entstanden.
Zittau, ehemals die dritte unter den Sechsstädten der Oberlausitz , jetzt dirzweite Stadt im königl. sächs. Landestheile dieser Provinz, an der Maiidau, welchenahe bei der Stadt in die Reiste fällt, hat 1007 H.. von denen die meisten nachdemBrande, welcher 1757 fast die ^anze Statt verheerte, geschmackvoll aufgebautworden. Die Einw. (7400), sämmtlich evanael. lutherischer Confestion, nährensich hauptsächlich voM Handel, wozu theils die Loge an der nur eine kleine Stundevon der Stadt entfernten böhmischen Grenze, theils die in den umliegenden Dör-fern stark betriebene Leinwand- und Damastweberei Gelegenheit gibt. Gegenwär-tig ist der Transitokandel mit Colonial- und Schnittwaaren und Garnen sehr leb-haft, der sonst sehr bedeutende Leinwandhandel aber gesunken. Andre Gewerbehaben ebenfalls guten Fortgang, doch mehr im Kleinen; das starke Tuchmacherge-werk liefert seineArbeiten meistentheils an auswärtigeTuchhandlungen. Auch er-scheinen hier 14 Zeitschriften, welche durchTagebuchbsten im Königr. und Herzogth.Sachsen verbreitet werden. Das Von Eckarkh, einem Landmanne in Herwigsdorfbei Zittau , 1731 begründete „Tagebuch" wurde sonst in 10,000 Epempl. aufgelegt,jetzt noch in 4—5000. Der Magistrat, dir einzige Behörde in der Stadt, hat be-deutende Vorrechte (s. Lausitz ) und die Gerichtsbarkeit mit allen Herrschaft!. Ge-rechtsamen über 43,000 Seelen, da eine große Anzahl von Dörfern mit ansehnli-chen Rittergütern der Stadt gehören. Daher sind auch die Einkünfte der Kemein-decasten sehr beträchtlich, und alle öffentliche Anstalten wohlfundirt. Darunter ge-hört ein blühendes Gymnasium, ^ine allgemeine deutsche Stadtschule, nach demMuster der leipziger Bürgerschule 1811 errichtet, welche an 800Schület beiderleiGeschlechts zählt, ein Seminarium für Ländschullehrer, eine mit der Stadtschuleverbundene Industrie- und Arbeitsanstalt, das reiche Iakobsipital mit einer eignenKirche u. s. w. Unter den öffentlichen Gebäuden zeichnen sich aus! die im bestenGeschmack aufgeführte» aber im Innern noch nicht vollendete Hauptkirche zu St.-Iohannis, die interimistische Hauplkirche zu St.-Petri und Pauli, 3 Begräbnißkir-chen, das Zuchthaus, das einzige in der Provinz, das veUe Schauspielhaus , das voneinem Privatmann 1810 erbaute Coneerthaus, und der Marstall mit den Salz-und Getreideniederlagen. Wohlunterhaltene Kunsistraßen, Baumpflanzungen undSpaziergänge umgeben die innere Stadt; Gärten, deren Besitzer einen starkenHandel mir Gartengewächsen Und Gemüsen auf 6 Meilen weit nach allen Seitenhin treiben, füllen die Vorstädte. Die um die Mitte des 17. Jahrh, hier gebildeteböhmische Exukantengemeinde hat einen eignen Prediger, und nehen der Peten -*) Die Iitherspielcr hießen Kuhmisten, und die Säuger zur Zither Kitharöden.