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zu beschreiben, Hauptgegenstände umfassend darzustellen und das biographischeFach dem Zeitinteresse gemäß zu enreuern bestimmt war.
So entstand seit dem September 1822 bis zu dem Ende des Novem-bers 1823 die sechste neue Austage des Hauptwerks in 10 Bänden, undseit dem 1. März 1822 bis zum Mai 1823 erschienen die erste» drei Lie-ferungen der Neuen Folge. Allein mitten unter diesen den ganzen Reich-thum seines Geistes und die volle Kraft seiner seltenen Thätigkeit in Anspruchnehmenden Arbeiten warf eine lebensgefährliche Krankheit den Herausgeber 3Monate lang im Winrer 1822—23 auf das Krankenlager, und kaum warer wiederhergestellt, so entriß ihn, am 20. August 1823, der Tod seiner Fa-milie, seinen Freunden und — der Literatur, die er auf die vielfachste underfolgreichste Art, nach großartigen Ansichten und achtungswerkhen Grundsä-tzen, mit selbständiger Einsicht und Kraft, besonders >n den letzten 10 Jahrenseines Lebens, obgleich sehr angefochten, dennoch standhaft und muthvoll be-fördert hatte.
Nach seinem Tode wurde der schon fast bis zum Schlüsse gedieheneDruck d>r sechsten Aufläge, der von ihni veranstalteten und geleiteten Umbil-dung des Ganzen gemäß, bis Ende November vollendet. Die Vorbereitungund Vollendung der noch rückständigen fünf Lieferungen der Neuen Folgeaber (G - Z) ward von der Verlagshandlung, welche, nach dem letzten Wil-len ihres Gründers, F. A. BrockhauS, noch 6 Jahre lang unter der bis-herigen Firma eingetheilt fortgeführt wurde, einem bisherigen Mitarbeiter andem Eonversarions -Lexikon und Speeialredackeur einzelner Fächer desselben,dem Pros. F. Eh. A. Hasse, damals in Dresden , übertragen.
Nach diesem Bericht von der Entstchunz, von der Entwickelung derGrundidee und von dem äußern Schicksale des Eonv.-Lex., ist es unserePflicht, dem Publicum auch von dem Verfahren der Redaction bei der Aus-führung des Plans und bei der mehrmaligen innern AuS- und Umbildungdes ganzen Werks genaue Rechenschaft abzulegen.
Bei der Ausführung übernahm F. A. BrockhauS, als Hauptredacteur,außer dem Geschäftlichen und Technischen, die äußere Leitung des Ganzenini Allgemeinen; er zunächst bezeichnete die aufzunehmenden Artikel, wähltedie Mitarbeiter, vertheilte die Arbeiten unter sie, deutete Quellen und Mate-rialien dafür an, die er großenrheils selbst anschaffte, und unterhielt einen leb-haften Briefwechsel über die nach seiner Ansicht aufzufassenden Gesichtspunkte.Daß aber der Herausgeber die aufzunehmenden Artikel in letzter Instanzselbst bestimmte, schien darum nothwendig, weil es nur sachverwirrend gewe-sen wäre, sich darüber viel mit Andern zu berathschlagen. Indem Jedersein Fach herausgehoben wissen wollte, der Theolog, Jurist, Mediciner,Philolog, Militair, der Kaufmann, der Landwirts, der Politiker, machte Je-der i» Kiner Art andre Anfoderungen, und es blieb für die beiden Redacko-ren Nichts übrig, als sich dabei am Ente ihrem individuellen Takte zu über-lassen , zwar alle darüber laut werdende Stimmen zu hören, jedoch nur Demzu folgen, was ihnen die eigne Beachtung der Welt, der Literatur und derWissenschaft darüber anrieth.
Bei den neuen Auflagen hingegen verglich der Herausgeber und Haupt-redacteur die von wohlwollenden Freunden eingegangenen Bemerkungen, undbeachtete vor Allem die Zeit und ihre Erscheinungen mit LLorgfalt und mitRücksicht auf die für das Werk daraus sich ergebenden Gegenstände. Außer-dem hatte er die höchste Aufmerksamkeit auf die gesummte europäische Litera-tur gerichtet, und sobald die Unterstützung des PublicumS es zuließ, ward je-des neue Werk, welches Ausbeute für das Lexikon hoffen ließ, angeschafft.