Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Wahlforinen in England

Schon während s Studienjahre in Upsala gab er Beweise s. gründlichen WisftnSund s. liefeindringenden Forschersinns bei Behandlung naturgeschichtlicher Gegen-stände. Bald wurde er als Amanuensis bei dem naturhistorischen Museum derUniversität angestellt und kurze Zeit darauf zum Intendanten des Museums derSocietät der Wissenschaften ernannt. Unterstützt von dem berühmten schwedischenPatrioten Baron v. Hermelin und von den Societäten der Wissenschaften zu Stock:Holm und Upsala , stellte W. botanische und geolog. Forschungen an, auf s. Reisenin die entlegenern Landstriche Skandinaviens , durch das schwedische und norwegischeLappland, und nach Gothland. Nachdem er so fast ganz Skandinavien untersuchthatte, trat er, aufKosten der Universität zu Upsala und mit Beihülse des größtendortigen, durch den Baron v. Asp gestifk. Reisestipendiums, eine Reise ins Auslandan. 1810 hielt er sich in Böhmen und Ungarn auf, untersuchte die Karpathenund begab sich dann nach der Schweiz , besuchte ferner die wichtigsten UniversitätenDeutschlandsund kehrte 1814 nach Upsala zurück. Hier war er zumDemonstratorder Botanik ernannt worden. Seinel'lorn 1»-ippciiiica", s.kstor.n länrystbo-s.l^Iora (Ups. 1820) und s.s'Iora Nietnen" (Ups. 1824,

2 Bde.) nehmen einen bedeutenden Rang unter den gleichzeitigen Schriften dieserGattung ein. Als Geolog ist W. sehr geachtet wegen s. genauen Beschreibung desKamidistriclS in Lappland, sowie des Klimas in der südl. Schweiz ; wegen seinerAbhandlung über die Entstehung der schwedischen Erde, in der Zeitschrift8vea",die i» Upsala herausgegeben wird, und wegen seiner indem 8. Thle. der Xcna^atader Societät der Wissenschaften zu Upsala abgedruckten wichtigen Abhandl.:?c-tri6cut<l'I'el1ur>, 8uemi,e", worin diese systematisch geordnet, beschrieben undzumTheil abgezeichnet sind. 28.

Wahlformen, von jeher derschwierigste PunktderDerfaffungen. Wenndie Vernunft fodert, daß der Beste und Tüchtigste zu öffentlichen Aemtern gewähltwerde, und daß, wenn auch die höchste Stufe der Macht nach einer festen Regel derErblichkeit von Einem zum Andern übergeht, doch gerade darum nicht nur in denuntergeordneten Behörden eine desto unbeschränktere und strengere, sondern aucheine zuni Theil von der erblichen Regierung unabhängige Wahl stattfinden muß,so lehrt wieder die Erfahrung, daß die Wahlen um so weniger nach einer richtigenSchätzung der moralischen und technischen Würdigkeit erfolgen, je mehr sie der grö-ßer» Zahl der Staatsbürger anvertraut werden. Beruft man die ganze VolkSge-meinte zur Wahl der Reichs-oder Landstände, der Gerichtspersonen und andrerBeamten (wie dies in Nordamerika geschieht), so wird die Kunst, dem großen Hau-fen zu schmeicheln seine Dorurtheile zu benutzen, seine Leidenschaften zu entflammen,kurz die Kunst der eigentlich demagogischen Umtriebe, freies Spiel und eine höchstgefährlicheMachterlangen, wie denn an ihr die alten Staaten sämmtlich zu Grundegegangen sind. Dies ist es, was die neuere Verfassungspolitik vornehmlich zu ver-meiden, und unfeinem verschiedenen Wege versucht hat. Der eine ist der historisch-zufällige, welcher auf Gleichförmigkeit Verzicht leistet, und die Wahlformen einerverschiedenartigen Ausbildung nach der localen Verfassung und den besondern Um-ständen einzelner Districte und Orte überläßt. ZS wäre zu weitläufig, die mannig-faltigen, oft sehr künstlichen und (wie bei der Wahl des Doge in Venedig ) »erkün-stelten Einrichtungen durchzugehen, welche man besonders in den städtischen Ge-meinwesen des Mittelalters hierüber versucht hat, und es mag also hier bloß Eng-land, gleichsam als Repräsentant dieser historisch-zufälligen Mannigfaltigkeit, er-wähnt werden. Es sind außer einigen städtischen Ämtern hauptsächlich die Parla-mentsdeputi, ten, deren Wahl für die Nation und den Staat von der höchsten Wich-tigkeit ist. Dabei herrschen nicht nur zwischen England, Schottland , Irland undWales große Verschiedenheiten, sondern in England selbst hat sich fast Alles nurlocal gestaltet, und selbst da, wo eine allgemeine Regel zum Grunde liegt, ist diese