Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Wollenstem

schworenen veranstalteten Gastmahle die vertrautesten Freunde W.'s, Illo, Wilh.Kinsky, Trczka und dessen Adjutant, der Rittmeister Neumonn, von Duttler'sDragonern, unter Anführung des Majors Geraldin, überfallen und getödtet.Darauf übertrugen sie dem Irlänter Teveroux und 6 Hellebardierern dieDollstre-ckung des Blutbefehls an W., der, in s. Schlafzimmer überfallen, schweigendmit ausgebreiteten Armen der Hellebarde tddtlichen Stoß in die feste Brust empfingund ohne einen Laut todt niedersank. Er war noch nicht 52 I. alt. Kein Armerhob sich, um s. Tod zu rächen, und er ward ohne Gepränge in der von ihm gestif-teten Karthause zuGitschin beiges-tzt. Ihn beweinte allein eine trauernde Witwe;wahre Freunde hotte der kalte, stets verschlossene, herrische Mann nicht. Die be-N ächtliche Baarschaft, die man bei ihm fand, ward eine Beute der Verschworenenund ihrer Gehülfen. Man hatte sich s. sämmtliche» Papiere bemächtigt; aber esist davon Nichts zur öffentlichen Kunde gekommen, das s. Verrälherei bewiesenhätte. Seine ansehnlichen Besitzungen wurden vorn Kais-reingezogen und zum TheilDenjenigen gegeben, die s. Untergang hatten befördern helfen. Die Haupturkun-te zu W.'s Anklage ist dei Berichts, llntei Händlers Sccsiua an den Kaiser 1635, denHerr v. Murr im lat. Originale zuerst (Halle 1806) bekanntaemcchl hat. Nachdiesem Berichte halte W. schon seit 1630 (vor und nach der Schlacht bei Leipzig ) mitGustav Adolf geheime Unterhandlungen angeknüpft. Allein jetzt weiß man, daßScesina'S Angaben, auf welche Khevenbüller in s. Annalen und Heichenhahn ins.Leben Wallenstein's sich stützten, keinen Glauben verdienen. Die RichtfertigungS-schrist der Mörder W.'S, am 10. Tage nach der Tbat in Egcr gedruckt, ist wiederabgedruckt im ,,Morgenblatt", 1816, Nr. 175178.W. war von großem,starkem Körperbau. Seine kleinen schwarzen Aligen hatten ein Feuer, das nichtAlle ertragen konnten. Seine Miene war stets ernst, kalt und zurückstoßend. Erbesaß eine außerordentliche, nicht leicht zu ermüdende Thätigkeit. An s. immer sehrreichbesetzten Tafel war er selbst sehr mäßig, sowie er allen Lockungen der Sinnewiderstand, und Nichts suchte als Befriedigung s. Ehrsucht lind Herrschbcgier.Doch verschwendete er viel in prächtigen Gebäuden und in einem zahlreichen, glän-zenden Hofstaate. Seine eigne Kleidung war gewöhnlich nicht rhne seltsame Zu-sammensetzung. Er besaß vielKlugheit, Menschenkenntnis und Arglist, besondersdie Kunst, Andre zu erforschen und dabei seine eignen Absichten zu verbergen. Ge-gen Die, welche von ihm abhingen, war er hart und nicht selten grausam. Erwar verschwenderisch, um Personen, die er zu s. Zwecken gebrauchen wollte, sichverbindlich zu machen; aber die Kunst, die Herzen zu gewinnen, besaß er nickt.Mbit persönlichem Muth verband er eine gewisse Juveisieht auf sieb selbst und warnicht ohne Feldherrntalente, obgleich er mit den ihm gegenüberstehenden großenTaktikern , Gustav Adolf und Bernhard v. Weimar, nicht verglichen werden kann.Alle seine Unternehmungen baute er auf die Überlegenheit an Truppen, und s. ArtKrieg zu führen war mehr Politik als Kriegswissenschoft. Ohne Acbiung für dieReligion selbst war er ein erklärter Feind der Geistlichkeit, die ihn ihrerseits wiederhaßte. Über die Voruriheile si Zeitalters kennte er sich nicht erheben. Sein ge-wöhnlicher Gesellschafter, der sich nur wenige Augenblicke vor s. Tode von ibmtrennte, war der itol. Astrolog Seni, d>r, wie man vermuthete, von demkaiserl. Hofe erkauft war, um ihn irrezuleiten. Der »erst. Baron v. Stonischhat ein aus urkundlichen Quellen geschöpftes und von den gewöhnlichen Berichtenvielfach abweichendes Leben des Herz. v. Friedland hinterlassen ; allein der Druckdesselben wurde untersagt.Die dramat.DichtungcnSchillei'S: , Wallersiem'SLager", ,,Die Piceolomini" und ,,Wallenstein's Tod", sind anerkannte Meistei werkeder Kunst und ruhen auf historischem Grunde. Denn, wie S ehiller selbst von W.sogt:Sein Lager nur erklärt sei» Verbrechen". Einige der handelnden Personen(Thekla und Map) sind bloß Geschöpfe der Phantasie des Dichter?.

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